Russland Meteorit schlägt am Ural ein

Von dpa/StZ 

Teile eines Meteoriten sind am Freitagmorgen in Russland am Uralgebirge in Häuser eingeschlagen. Es gab fast 1000 Verletzte. Der Einschlag wurde von vielen Amateurfilmern festgehalten. Es gibt eine einfache Erklärung für die vielen Videos.

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Moskau - Bei einem Meteoriten-Absturz am Uralgebirge sind nach Angaben russischer Behörden im Gebiet Tscheljabinsk rund 950 Menschen verletzt worden, davon mindestens 10 Kinder. Die meisten Verletzten seien von Scherben zersplitterter Scheiben getroffen worden, teilte das Innenministerium der Agentur Interfax zufolge mit.

Die Behörden sprachen abweichend von einem Meteoriten-Absturz oder Meteoriten-Schauer. Der Einschlag fand um 9.20 Uhr Ortszeit, 4.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt.

Der Niedergang eines Meteoriten am Uralgebirge hat nach Angaben deutscher Weltraumexperten nichts mit dem Asteroiden "2012 DA14" zu tun, der an diesem Freitagabend knapp an der Erde vorbeirasen wird. "Das ist etwas völlig anderes", sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumagentur Esa am Freitagmorgen auf Anfrage. "Flugbahn und Ort des Anschlages sprechen dagegen." Der Asteroid 2012 DA14 wird aus dem Süden kommen, der am Freitag aufgeschlagene Meteor kam aus Richtung der aufgehenden Sonne, also aus Osten.

Dieses Video zeigt den Meteoriteneinschlag:

Auf dieser russischen Website gibt es viele weitere Videos vom Meteoriteneinschlag.

Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Viele dachten demnach, ein Flugzeug sei am Himmel explodiert. 

Dank der Angewohnheit zahlreicher russischer Autofahrer, nur mit einer laufenden Kamera auf dem Armaturenbrett unterwegs zu sein, gibt es ungewöhnlich viele spektakuläre Videos von dem Meteoriten-Absturz im Ural. Auf mehreren ist zu sehen, wie ein strahlender Feuerball erscheint und dann quer über den Himmel rast. Andere Kameras wurden wie in einem Film kurz von einer mutmaßlichen Explosion geblendet.
 
In Russland haben viele Autofahrer hinter den Frontscheiben ihrer Wagen eine Videokamera fest installiert. Damit sichern sie sich etwa gegen die Willkür korrupter Verkehrspolizisten ab - wenn diese zum Beispiel behaupten, die Kraftfahrer seien bei Rot über eine Ampel gefahren. Auch bei Verkehrsunfällen dokumentieren die Aufnahmen oft, wer der echte Schuldige ist. Durch die Filmerei im Straßenverkehr fangen die Fahrer auch immer wieder ungewöhnliche Motive ein.
 
Es mangelte im Netz auch nicht an Fotos von Schäden, die der Meteorit verursacht hat. Mehrere Augenzeugen fotografierten eine Fabrik mit eingestürztem Dach und einer teilweise eingebrochenen Wand sowie ein Universitätsgebäude, bei dem viele Fensterscheiben fehlten.

Nach Experteneinschätzung raste der Meteorit wie alle Himmelskörper mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Deutsche Forscher haben die Spur des Meteoriten durch die Atmosphäre registriert und die Druckwelle, die nach einer Explosion des Himmelskörpers zustande kam, an verschiedenen Stationen gemessen. Insgesamt seien in mindestens sechs Städten in der Region am Ural rund 1500 Kilometer östlich von Moskau Schäden an Gebäuden festgestellt worden, hieß es. Die gewaltige Druckwelle habe zahlreiche Dächer zerstört und Fensterscheiben zertrümmert. Atomanlagen der Gegend seien nicht betroffen.

Der Meteorit selbst sei in den See Tschebarkul rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk gefallen, teilte die Gebietsverwaltung mit. Sieben Flugzeuge und 20 000 Angehörige des Zivilschutzes in Tscheljabinsk seien in der Region im Einsatz, um zu helfen. Wegen des Ausmaßes der Schäden sollten Betriebe und Einrichtungen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit zum Helfen nach Hause schicken, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung. Der russische Astronom Sergej Smirnow meinte, dass der Meteorit vor dem teilweisen Verglühen vermutlich mehrere Tonnen schwer gewesen sei. Einzelne Splitter hätten demnach jeweils bis zu einem Kilogramm wiegen können. "Der Meteorit ist in den unteren Schichten der Atmosphäre fast vollständig verglüht. Allerdings war die Druckwelle massiv", sagte Jelena Smirnych vom Zivilschutzministerium in Tscheljabinsk.

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12 KommentareKommentar schreiben

sofort stoppen: Wacht endlich auf und stoppt S21! Kein Weiterbau!

unter Beschuss: Vielleicht wird jetzt einigen endlich klar, das unsere Erde ein Raumschiff ist mit dem man sorgfälltig umgehen muss. Sie ist ein blauer Diamant - da draussen gibt es sonst nichts!

PANIK!!: Unfaßbar, was für Verschwörungstheoretiker und Apokalypsenbeschwörer sich hier im Kommentarbereich eingefunden haben. -- 'Niemand würde die Wahrheit sagen, um so eine Massenpanik zu verhindern' Genau, und anstatt ihre letzten Stunden mit ihren jeweiligen Liebsten zu verbringen, bleiben Astronomen wie Politiker auf ihren Posten und gehen ihrer geregelten Arbeit nach -- oder führen Interviews. Ja, alles nur, um Panik zu verhindern. Das sind aber auch disziplinierte Menschen! -- 'Erst der Meteorit in Rußland, jetzt der Asteroid -- das kann kein Zufall sein!!' Wieso nicht? Wie groß muß der zeitliche Abstand zwischen solchen Ereignissen denn sein, damit auch Sie eine Koinzidenz wenigstens für möglich halten? Schönen Abend noch! (Hihi.)

Maya: Haben sich die Mayas verrechnet oder hat der Asteroid ein wenig Verspätung? Egal, wenn er uns trifft ist eh alles zu spät. Fröhlichen Weltungtergang wünsche ich. ;)

Wenn so ein Ding ...: ... in Stuttgart einschlagen würde, dann hätten wir schon mal eine Baugrube für S21.

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