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Schmähpreis Foodwatch: Milchschnitte ist eine Mogelpackung

dpa, vom 17.06.2011 14:32 Uhr
Die Aktivisten von Foodwatch wurden an der Pforte des Süßwaren-Konzerns Ferrero in Frankfurt (Main) abgewießen. Foto: dapd
Die Aktivisten von Foodwatch wurden an der Pforte des Süßwaren-Konzerns Ferrero in Frankfurt (Main) abgewießen. Foto: dapd
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Frankfurt/Berlin - Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat der „Milch-Schnitte“ von Ferrero eine Negativ-Auszeichnung für die „Werbelüge des Jahres“ verpasst. Bei einer Internet-Abstimmung mit rund 118.000 Teilnehmern ging das Produkt klar als „Sieger“ um den „Goldenen Windbeutel 2011“ hervor, wie Foodwatch am Freitag in Berlin mitteilte. Der Süßwarenkonzern wollte den Schmähpreis aber gar nicht haben: Ein als „Milch-Schnitte“ verkleideter Aktivist und eine Frau mit einem stilisierten Windbeutel als „Trophäe“ wurden an der Deutschland-Zentrale von Ferrero in Frankfurt am Main abgewiesen.

"Schwerer als Schoko-Sahnetorte"

Foodwatch rügte den Süßwarenhersteller dafür, dass er die „Milch-Schnitte“ mit dem Slogan „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch“ und mit Unterstützung von Spitzensportlern bewerbe. „Die Milch-Schnitte ist nur in der Werbung eine leichte Zwischenmahlzeit, in der Wirklichkeit ist sie mit rund 60 Prozent Zucker und Fett schwerer als Schoko-Sahnetorte“, sagte Anne Markwardt, Leiterin der Foodwatch-Kampagne gegen Etikettenschwindel.

Ferrero weist Kritik zurück

Ferrero wies die Kritik in einer Erklärung von sich. Man betreibe regelmäßig Marktforschung, wie die Konsumenten die Qualität der Ferrero-Produkte und die Aussagekraft der Werbung einschätzten. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Verbraucher die Werbung für „Milch-Schnitte“ als irreführend empfinden. „Wir stimmen den Vorwürfen von Foodwatch daher keinesfalls zu und nehmen den Negativaward nicht an.“ Das Unternehmen versicherte, dass ihm die Meinung der Verbraucher „selbstverständlich sehr wichtig“ sei.

Bei der Online-Abstimmung hatten 43,5 Prozent der Teilnehmer für die „Milch-Schnitte“ gestimmt. Die Wahl lief vom 16. Mai bis zum 16. Juni 2011 auf der Internetseite „abgespeist.de“. Foodwatch will mit der Kampagne nach eigenen Angaben „die legalen Werbelügen der Lebensmittelhersteller anhand konkreter Beispiele“ entlarven.

 

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