Schmutz und Unrat in der Unteren Stadt Das Marstallcenter, der Müll und die Autos

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Trotz Mall-Sanierung und aufwendiger Platzgestaltung: Der Aufschwung in der Unteren Stadt von Ludwigsburg lässt auf sich warten. Allerdings scheint das wiederbelebte Einkaufcenter Schmutz und Wildparker magisch anzuziehen.

In der Fußgängerzone im Bereich Kronenstraße fallen vor allem Mülltonen und wild parkende Autos auf. Foto: factum/Granville
In der Fußgängerzone im Bereich Kronenstraße fallen vor allem Mülltonen und wild parkende Autos auf.Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Viele Hoffnungen, die in die Revitalisierung des Marstallcenters gesetzt worden sind, haben sich erfüllt – aber längst nicht alle. So ist etwa das Niveau der Läden rings um die Einkaufsmall kaum gestiegen. Dazu beklagen Anwohner – und mittlerweile auch viele Stadträte – eine regelrechte Vermüllung vor allem in der Kronenstraße und an der Nordseite des Marstalls, während der Reithausplatz regelmäßig von wild parkenden Autos blockiert wird. Die Stadt werde das nicht dulden, versicherte Baubürgermeister Michael Ilk jüngst dem Gemeinderat.

Wie gewünscht hat sich das sanierte und jetzt von der Hamburger ECE betriebene Einkaufszentrum als Besuchermagnet für die Untere Stadt erwiesen. Zugleich aber scheint es auch Ärger und Schmutz magisch anzuziehen. Der CDU-Stadtrat Maik Stefan Braumann ist enttäuscht: Wirklich gute Läden hätten an der Kirchstraße nicht aufgemacht, meinte er. Genau darauf aber hatte die Verwaltung gezählt.

Steinplatten stark verschmutzt

Kaum sei das Center eröffnet, so Braumann, schon sehe man sich mit einem massiven Müllproblem konfrontiert. Das betreffe überquellende Behälter und dunkle Schmutzecken ebenso wie regulär zur Abholung bereit – und damit Passanten in den Weg – gestellte Tonnen. „Die kann man doch nicht einfach an der Kronenstraße stehen lassen“, meint Braumann. Was für die Anwohner vor der Umgestaltung vielleicht normal war, sei jetzt einfach eine Zumutung. Auch die Center-Managerin Anne Marschner ist besorgt. Wegen des Mülls im Eingangsbereich müsse etwas passieren.

Von früh bis spät sei der Reithausplatz zugeparkt, meinte Andreas Rothacker (Freie Wähler). Auch von der Bietigheimer Straße aus würde die neu angelegte Fußgängerzone regelmäßig als kostenlose Autoabstellfläche missbraucht, ergänzten andere Räte. Was denn die Stadt zu tun gedenke, wollte Margit Liepins (SPD) wissen.

Die Stadt Ludwigsburg hat 2014 und 2015 allein für die Neugestaltung des Umfelds am Marstallcenter 5,3 Millionen Euro investiert (Fördergeld aus Töpfen von Bund und Land inklusive). Doch schon ein halbes Jahr nach der Eröffnung sieht einiges dort recht alt aus. Auch die sehr hellen Steinplatten am Reithausplatz und in der Kronenstraße haben gelitten. Sie sind besonders an den Stellen, an denen die Platanen stehen, fleckig und verfärbt. Möglicherweise steht hier schon bald ein Großreinemachen an, denn vom Frühjahr an soll der Reithausplatz ein gastlicher Ort mit Aufenthaltsqualität sein, mit Spiel- und Tummelplatz für Kinder.

Die Verwaltung sei sich der Probleme bewusst, versicherte der Baubürgermeister. In den nächsten Wochen werde das Areal ganz besonders gründlich kontrolliert. Für die wild parkenden Autos überlege man sich eine noch augenfälligere Verbotsbeschilderung, Und ganz sicher werde der kommunale Ordnungsdienst dort verstärkt seine Runden drehen.

Lösungen gesucht

Schwieriger sei es, der Müllmassen Herr zu werden. Zwar könne sich die Stadt um alles kümmern, was auf den öffentlichen Flächen passiere, sagt Ilk. Aber hier gehe es oft auch um Grundstücke von Privatleuten. „Da sind uns die Hände gebunden.“ An der Hermannstraße gibt es dafür mehrere Beispiele. Erst wenn es so schlimm werde, dass sich Ratten oder anderes Ungeziefer dort tummelten, könne die Stadt eingreifen.

Wer an der Kronenstraße seine Tonne zur Abholung bereit stellt, tut zwar etwas Ungeliebtes, aber nichts Verbotenes. „Wir können den Leuten nicht zumuten, dass sie ihre Tonnen 600 oder 700 Meter weit tragen“, sagt Ilk. „Da suchen wir noch nach Lösungen.“ Zumindest das Parkproblem am Reithausplatz könnte sich im Mai von selbst erledigen: Dann öffnet das Lokal „Zum Rossknecht“ mit einer Außengastronomie am historischen Brunnen.

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3 Kommentare Kommentar schreiben

Szeneverlagerung: Die sich inzwischen vergrößerte Szene ist halt jetzt vom Bahnhof weg ins Marstallzentrum umgezogen. So richtig Multi-Kulti halt, wie in diesen Ländern und Kulturen üblich. Ist doch eine Bereicherung für uns. Ich vermisse in diesem Artikel Toleranz und Verständnis. Vielleicht überlegen sich die Stadträte, wie sie die Alternative in Tamm noch stärker schikanieren können um den Bürger zu seinem Glück zu zwingen.

Kann: ich so nur unterstreichen. Wenn mann halt lauter Dönerläden und Ein-Euroshops rund um die Flaniermeile ansiedelt, dann bekommt man auch die gewünschte Szene. Über den Müll als zusätzliches Nebenprodukt braucht man sich hier ja nun wirklich nicht zu wundern.

Überfällig : Endlich spricht man mal öffentlich darüber, dass auch die Stadt Ludwigsburg noch Hausaufgaben rund ums Marstall zu erledigen hat. Die altbekannte Müllparade in der als Flaniermeile erwünschten Kronenstraße zu ignorieren und zugleich die Marstallbewohner seit Jahren penetrant zu einer exorbitant teuren Fassadensanierung zu nötigen, passt einfach nicht zusammen. Ach ja, eines noch: Die Verkehrsführung rund um die Tiefgaragenzufahrten funktioniert auch nur am Reißbrett: So gut wie niemand benutzt den Kreisel an der Ecke Charlottenstraße/Bauhofstraße. Stattdessen wird an der ungeregelten Kreuzung Bietigheimer-/Charlottenstraße munter falsch abgebogen, um rasch ins Parkhaus zu gelangen. In der Ein- und Ausfahrt kam es schon mehrfach zu Beinahezusammenstößen mit "Geisterfahrern".

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