Schwäbische Eiszeithöhlen Mit der prallen Venus zum Unesco-Welterbe?

Von red/lsw 

Sechs Eiszeithöhlen in der Schwäbischen Alb sollen zum Unesco-Welterbe werden. Darunter auch der Fundort der Venus vom Hohle Fels. Darüber entschieden wird allerdings erst im Sommer 2017.

Auch die Venus vom Hohle Fels wurde in einer der Höhlen aus dem Ach- und Lonetal gefunden. (Archivfoto) Foto: dpa
Auch die Venus vom Hohle Fels wurde in einer der Höhlen aus dem Ach- und Lonetal gefunden. (Archivfoto)Foto: dpa

Ulm/Berlin - Figuren von Tieren und Flöten aus Mammutelfenbein: Die Eiszeithöhlen in der Schwäbischen Alb sollen nach dem Willen der Bundesländer auf die Unesco-Welterbeliste. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Montag mitteilte, hat sie der Bundesregierung die sechs Höhlen als offizielle deutsche Nominierung vorgeschlagen. „Die Länderhürde ist genommen, das ist jetzt sozusagen die Endrunde“, sagte Sprecher Torsten Heil.

Turnusmäßig Vorschläge am 1. Februar

Mit den bis zu 40.000 Jahre alten Tier- und Menschenfiguren sowie Musikinstrumenten seien in den Höhlen aus dem Ach- und Lonetal die ältesten Belege menschlichen Kunstschaffens gefunden worden, hieß es. Zu den Höhlenschätzen gehören das Mammut vom Vogelherd (Kreis Heidenheim), die Venus vom Hohle Fels und der Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel (beide Alb-Donau-Kreis).

Turnusmäßig reicht die Kultusministerkonferenz zum Stichtag 1. Februar Vorschläge für die Aufnahme in die Unesco-Liste des Welterbes zur Entscheidung im Folgejahr ein. Bei der sogenannten Tentativliste handelt es sich um die nationale Vorschlagsliste von Stätten, die Welterbe werden sollen.

Die Kultusministerkonferenz traf bereits 2014 die Entscheidung, die Alb-Höhlen vorzuschlagen. „Das ist ein längeres Prozedere, die Unterlagen mussten fertig gemacht und nach Paris gesendet werden“, sagte Heil. Nun liegen die Unterlagen in der französischen Hauptstadt, über die Aufnahme auf die Schutzliste entscheidet die Kulturorganisation der Vereinten Nationen im Sommer 2017.

Erneut vorlegen wollen die Länder zudem den Antrag auf Aufnahme des Naumburger Doms, der im vergangenen Sommer zunächst zurückgegeben worden war. Zudem soll um die Erweiterung bereits bestehender Welterbestätten gebeten werden, unter anderem für das Bauhaus und die Luther-Gedenkstätten.

Im vergangenen Jahr hatte die Unesco die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in Hamburg als 40. Welterbestätte in Deutschland in die Liste aufgenommen.

 

  Artikel teilen
0 Kommentare Kommentar schreiben
Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.