Sibylle-Krause-Burger-Kolumne Grüß Gott, Herr Professorin

Von Sibylle Krause-Burger 

Die Fanatikerinnen der Geschlechtergleichheit treiben es zu weit – meint unsere Kolumnistin. Sie sieht in den Universitäten und sonstigen Hochschulen eine regelrechte Gender-Industrie am Werk.

Die Universität Leipzig treibt die sprachliche Gleichberechtigung auf die Spitze. Foto: dpa
Die Universität Leipzig treibt die sprachliche Gleichberechtigung auf die Spitze.Foto: dpa

Stuttgart - Männer, hütet euch! Männer macht euch klein! Männer verschwindet endlich von der Bildfläche! Der Weiblichkeitswahn geht um.

An der Leipziger Universität, diesem Hort des Geistes und der Vernunft, wo man allenfalls ein paar restliche Stäubchen aus dem sozialistischen Muff von vierzig Jahren, aber kein Mittelalter im Denken vermutet hätte, haben sich die Teufelsaustreiber durchgesetzt. Dort hat ein Senatsbeschluss für die neue Verfassung den Professoren männlichen Geschlechts zumindest sprachlich den Garaus gemacht. Sie werden nun alle als Professorinnen geführt, auch wenn das, wie die Rektorin jetzt verkündet, keine Auswirkung im alltäglichen Umgang haben wird. Trotzdem gilt: So besiegt man mit Sprache die Wirklichkeit.

Da lachen natürlich die Hühner, da wiehert die ganze Republik, da krümmt sich vor Vergnügen, wer noch halbwegs bei Verstand ist. Und es wäre wirklich nur ziemlich lustig, geschähe so etwas ausschließlich in irgendwelchen feministischen Zirkeln und nicht an einer deutschen Universität. Aber dieser Männerexorzismus, dieser Kniefall vor dem, was ein paar weibliche Fanatiker für politisch korrekt halten, macht auch an vielen anderen Orten Schule. Der sprachliche Tod des Mannes soll endlich ausgleichen, dass hier über Jahrhunderte alles von diesen haarigen Burschen aus dem anderen Geschlecht beherrscht worden ist. Jetzt hat man sie einfach in den Wind geredet. Denkt frau.

Leipziger Schnapsidee ausgerechnet von einem Mann

Doch das ist nun gar nichts Neues, aber es wird immer toller. Anfangs konnte man noch darüber hinweghören, wenn in Ansprachen die lieben Mitglieder und Mitgliede­rinnen begrüßt wurden, um die anwesende Damenwelt eines Vereins ausreichend zu würdigen. Und an den von SPD-Rednern tausendfach wiederholten und stets die heilige weibliche Endsilbe vernuschelnden Einwurf „liebe Sozialdemokratnnn und Sozialdemokratnnn“ haben wir uns längst gewöhnt.

Allenthalben ergänzen ja die Schrägstrich-Innen sämtliche Berufsbezeichnungen in den Stellenanzeigen von den gesuchten Kleintierzüchter/innen bis zu den suchenden Großwildjäger/innen. Sprachlich ist das grauenhaft. Aber bitte, geschenkt. Und zugegeben: es war ja auch gar nicht nett, wenn Redner in früheren Zeiten Ihr Publikum mit „Meine Herren“ anredeten, obwohl eine Handvoll Frauen vor ihnen in den Reihen saßen.