Soundcloud in der Krise Ljung räumt Chefposten

Von red/dpa 

Der Streaming-Anbieter Soundcloud steckt in einer finanziellen Krise. Nun macht einer der Mitgründer Platz auf dem Chefposten und ermöglicht so eine neue Finanzspritze.

Soundcloud ist nur einer von mehreren Streaming-Anbietern. Foto: dpa
Soundcloud ist nur einer von mehreren Streaming-Anbietern. Foto: dpa

Berlin - Der Mitgründer des Berliner Musikdienstes Soundcloud, Alex Ljung, zieht sich von dem Chefposten des Chief Executive Officers zurück, um eine weitere Finanzierungsrunde für Soundcloud zu sichern. Neuer CEO von Soundcloud soll der ehemalige Chef des Videodienstes Vimeo, Kerry Trainor, werden, teilte Ljung in einem Blogeintrag mit. In der neuen Finanzierungsrunde fließt knapp 143 Millionen Euro in das angeschlagene Musikstreaming-Unternehmen. Ljung bleibt bei Soundcloud in der Position des Chairmans an Bord.

Anfang Juli hatte Soundcloud bereits eine erheblichen Personalabbau beschlossen. Es sollen 173 Mitarbeiter gehen, rund 40 Prozent der Belegschaft. Die Konzentration auf die Standorte Berlin und New York bedeutet, dass Büros in San Francisco und London dichtgemacht werden.

Die Einschnitte seien nötig für einen nachhaltigen Erfolg, erklärte Ljung. Er betonte mehrfach, dass Soundcloud unabhängig bleiben wolle. Es war immer wieder über einen möglichen Verkauf von Soundcloud spekuliert worden - erst an Twitter oder den Streaming-Marktführer Spotify, zuletzt an den Konkurrenten Deezer.

Soundcloud hebt sich von anderen Streaming-Diensten dadurch ab, dass auf der Plattform auch viele Remixes und Titel noch unbekannter Künstler ohne Vertrag zu finden sind. Außerdem bietet die Firma einen Abo-Service mit einer traditionellen Musikauswahl wie auch Spotify oder Apple Music.

Mit der neuen Finanzierungsrunde wird Soundcloud dem Vernehmen nach nur noch mit rund 127 Millionen Euro bewertet. Bei der Finanzierungsrunde davor lag noch eine Bewertung von rund 600 Millionen Euro auf dem Tisch.