Krimikolumne

Steve Hamilton: „Das zweite Leben des Nick Mason“ Das Angebot des Paten

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Eigentlich hat Nick Mason mit seinem Leben abgeschlossen: für mindestens 25 Jahre hinter Gittern, ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung. Doch da macht ihm der Pate von Chicago ein Angebot – nachzulesen in Steve Hamiltons „Zweitem Leben des Nick Mason“.

Steve Hamilton geht mit seinem Killer wider Willen in Serie. Foto: Julia Hamilton
Steve Hamilton geht mit seinem Killer wider Willen in Serie. Foto: Julia Hamilton

Stuttgart - So ein Pakt mit dem Bösen – das geht selten gut. Erst recht, wenn es mit der gegenseitigen Vertragsfreiheit etwas kompliziert ist. Nick Mason jedenfalls, der mit dem Paten von Chicago so ein Verhältnis eingeht, bleibt vor wie nach dem Deal praktisch keine Handlungsfreiheit – da führt der Titel „Das zweite Leben des Nick Mason“ ein bisschen in die Irre. Denn der Autor Steve Hamilton macht recht schnell klar, wie klein der Aktionskorridor seines Helden ist.

Mason ist ein Berufsverbrecher, der sein Handwerk milieubedingt von der Pike auf gelernt hat. Autodiebstähle, Überfälle auf Dealer, so was halt. Doch ein Job geht gründlich schief. Ohne dass Nick die direkte Schuld träfe, wird ein Polizist ermordet. Außerdem bleibt auch einer aus der Viererbande auf der Strecke.

Getrennt von Frau und Kind

Nick hält den Mund und fährt für mindestens 25 Jahre ein – seine Frau und sein Kind wird er möglicherweise nie mehr sehen. Im Knast hat er wenig zu lachen, aber weil er ein taffer Kerl ist, lassen ihn die anderen wenigstens in Ruhe. Bis der Pate Darius Cole auf ihn aufmerksam wird. Er bietet Mason einen Handel an: nach fünf Jahren würde er freigesprochen und voll rehabilitiert entlassen. Er müsse dann nur ihm, Cole, zu Diensten sein.

Mason ziert sich aus guten Gründen. Doch der Pate unterfüttert sein Angebot mit noch besseren Argumenten, so dass Mason nicht ablehnen kann. Draußen in der vermeintlichen Freiheit erwarten den Ex-Knacki ein Leben in Wohlstand und mörderische Aufträge, die Mason zunehmend in die Bredouille bringen. Über kurz oder lang kommt es zur offenen Rebellion und die große Frage ist, wer am Ende am längeren Hebel sitzt.

Durchaus unterhaltsam

Steve Hamilton variiert in seinem Roman das Motiv des Teufelspakts recht originell, und auch wenn die Figuren in ihrer Zeichnung wenig Überraschendes bieten, so ist die Geschichte von Nick Mason doch ein durchaus unterhaltsames Stück Literatur. Fortsetzungen sollen folgen.

Steve Hamilton: Das zweite Leben des Nick Mason, aus dem amerikanischen Englisch von Karin Diemerling. Droemer TB, 336 Seiten, 14,99 Euro. Als E-Book 12,99