Stiftung Warentest Willkommene Putzhilfe für das Gebiss

Von  

Die Stiftung Warentest hat elektrische Zahnbürsten geprüft. Wie so oft heißt es auch hier: mit dem Preis steigt nicht unbedingt die Qualität. Von manchen Produkten sind die Tester aber richtig überzeugt.

Elektrische Zahnbürsten drückt man leicht auf den Zahn und lässt sie arbeiten. Foto: Mauritius
Elektrische Zahnbürsten drückt man leicht auf den Zahn und lässt sie arbeiten.Foto: Mauritius

Stuttgart - Nun werden auch elektrische Zahnbürsten intelligent: Auf dem Mobile World Congress, der diese Woche in Barcelona stattfand, wurde ein interaktives Putzsystem vorgestellt, das – wie es heißt – „den Nutzer über den aktuell geputzten Zahnbereich informiert und ihn bei der täglichen korrekten Zahnpflege unterstützt“. Die pfiffige Zahnbürste kommuniziert über die Funkverbindung Bluetooth mit einer zugehörigen App auf dem Smartphone, das praktischerweise am Badespiegel befestigt werden sollte.

Mit beteiligt an der Entwicklung dieses „intelligenten und interaktiven Zahnbürstensystems“ namens Oral-B Genius war neben dem Procter und Gamble-Konzern auch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen. Die von den Fraunhofer-Technikern entwickelte Software erkennt via Bild- und Sensordaten die Kopfbewegungen und die Putzaktivitäten des Nutzers. Und sie teilt ihm dann mit, ob er an einer Stelle zu kurz oder zu lang geputzt hat – oder ob er vielleicht einen Bereich ganz ausgelassen hat. Dies wird dann auf dem Smartphone angezeigt.

Ob die Genius-Zahnbürste die hohen Erwartungen an die perfekte Zahnpflege erfüllen kann, wird in Zukunft sicherlich die Überprüfung der Stiftung Warentest zeigen. Bei dem im aktuellen Februarheft veröffentlichten Test von elektrischen Zahnbürsten konnte das voraussichtlich ab August lieferbare Modell jedenfalls noch nicht berücksichtigt werden. Die Chancen auf einen vorderen Platz dürften künftig aber ganz gut sein, denn die Oral-B Vitality Precision Clean von Braun, sozusagen ein Schwestermodell, belegte jetzt wieder den „unangefochtenen Spitzenplatz unter allen seit Frühjahr 2013 geprüften elektrischen Zahnbürsten“, wie die Warentester anerkennend schreiben. Bereits beim letzten Test im Frühjahr 2013 hatte sich diese Bürste „souverän zur Bestnote sehr gut“ geputzt. Und sie ist immer noch erhältlich.

Die teuerste Zahnbürste ist mangelhaft

Innovationen bei elektrischen Zahnbürsten finden allerdings nicht immer die Zustimmung der Prüfer. Das gilt auch für die OObrush von Dental Revolution, die zwei Bürstenköpfe hat. Diese putzen die Zähne von außen und innen gleichzeitig – was auch gut funktioniert. Weil die Handhabung aber als „recht mühsam“ eingestuft wurde, erhielt diese Neuheit nur die Note „befriedigend“. Backenzähne sind wegen des doch recht großen Bürstenkopfes nur schwer erreichbar, und der Betriebsknopf muss dauernd gedrückt werden. Zudem empfiehlt der Hersteller, die Bürste in sicherer Entfernung von Haaren zu halten – offenbar kann sie sich folgenreich in den Haaren verheddern.

Richtig enttäuscht waren die Tester von der hübsch anzusehenden Issa von Foreo. Diese kombiniert laut Hersteller „Spitzentechnologie mit innovativem Design“, was als „größte Revolution in der Dentalpflege seit der Erfindung der elektrischen Zahnbürste“ gepriesen wird. Die Reinigungsleistung ließ indes so sehr zu wünschen übrig, dass sie mit einem schlechten „mangelhaft“ (Note 5,5) am Schluss des aktuellen Testfelds landete. Dafür lag sie mit 169 Euro preislich weit vor allen anderen Produkten an der Spitze.

Dass es auch wesentlich preisgünstiger geht, zeigen zwei Batteriezahnbürsten für neun und knapp sechs Euro, die beide ein gutes „befriedigend“ erhielten. Nun sind Wegwerfbatterien nicht gerade umweltfreundlich, doch insbesondere auf Reisen können Batteriebürsten nützlich sein, zumal vor allem die Dental Source Total Power Batteriebürste mit der beeindruckenden Laufzeit von 689 Minuten glänzte. Zum Vergleich: der Langzeit-Testsieger, die akkubetriebene Bürste Oral-B Vitality Precision Clean, kostet 25 Euro.

Kein Schnäppchen ist dagegen die insgesamt mit „gut“ (Note 1,7) bewertete Oral-B Pro 6000 Smart Series. Sie wartet dafür mit einigen Extras auf, etwa einer optischen Putzkontrolle und einer App, die schon jetzt per Smartphone über die Mundhygiene wachen kann. Die von der App erstellte Putzstatistik kann dazu beitragen, sich regelmäßig und ausreichend lange die Zähne zu putzen. Sie kann andererseits aber auch dazu führen, dass man sich während des Putzens von den anderen, vielfältigen Möglichkeiten des Smartphones ablenken lässt, was dann der Mundhygiene nicht gerade zuträglich sein dürfte.

Innovative Putztechnik überzeugt nicht

Wie sieht es nun mit der Technik aus, die den elektrischen Zahnbürsten ihre Putzkraft verleiht? Zum einen gibt es Bürsten, deren runde Köpfe die Zähne oszillierend-rotierend bearbeiten, sich also im Halbkreis hin und her bewegen und manchmal auch noch pulsieren. Zum anderen gibt es sogenannte Schallzahnbürsten. Mit Ultraschallreinigung haben diese aber nichts zu tun, da nicht der Schall die Zähne reinigt, sondern die Vibrationen. Weil aber der längliche Kopf im hörbaren Bereich bei etwa 250 Hertz schwingt, hat sich dieser Name eingebürgert. Bei einer Arbeitsfrequenz von etwa 70 Hertz ist allerdings auch der Summton der oszillierend rotierenden Bürsten gut hörbar.

Bei der Reinigungsleistung zeige keines der beiden Systeme eindeutige Vorteile, urteilt die Stiftung Warentest. So kommt es auf die individuelle Putzvorliebe an. Während der längliche Kopf der schallaktiven Bürsten mehr Fläche überdeckt, muss man mit den runden Bürsten die Zähne einzeln reinigen, was etwas aufwendiger und vielleicht ein bisschen mehr Putzeifer erfordert. Die Putzdauer sollte das aber nicht beeinflussen: Fachleute sehen zwei Minuten als erforderlich an. Somit kann es hilfreich sein, wenn die elektrische Bürste per Signal darauf aufmerksam macht, wenn dieser Zeitraum abgearbeitet ist.

Es gibt noch eine dritte Reinigungsform, bei der tatsächlich der Schall wichtig ist: die Ultraschallbürste. So gibt es Modelle, deren Kopf rund 20 000 Mal in der Sekunde schwingt. Die Reinigung funktioniert dabei meist nur in Kombination mit einer geeigneten Zahnpasta. Die Stiftung Warentest hat dieses System noch nicht geprüft. Manche Zahnexperten wiesen zudem darauf hin, dass es für eine fundierte Bewertung noch zu wenige Untersuchungen gebe.

  Artikel teilen
1 Kommentar Kommentar schreiben

Wenn: ich mir die Preise der Geräte und insbesondere Zahnbürstenköpfe ansehe, bin ich froh, dass ich mit meiner manuellen Zahnbürste (also eine Handzahnbürste) absolut zufrieden bin.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.