Streit mit XXXL-Möbelhaus Verdi erleidet Schlappe vor Gericht

Von red/lsw 

Nachdem ein XXXL-Möbelhaus in Mannheim fast 100 Mitarbeiter ohne Vorwarnung freigestellt hatte, war Verdi vor Gericht gezogen. Mit einer einstweilige Verfügung gegen die Freistellung kam die Gewerkschaft allerdings nicht durch.

Ein Möbelhaus der XXXL-Kette hatte rund 100 Mitarbeiter ohne Vorwarnung vor die Tür gesetzt. (Archivfoto) Foto: dpa
Ein Möbelhaus der XXXL-Kette hatte rund 100 Mitarbeiter ohne Vorwarnung vor die Tür gesetzt. (Archivfoto)Foto: dpa

Mannheim - Die Gewerkschaft Verdi hat im Konflikt um überraschend freigestellte Mitarbeiter einer Möbelhaus-Kette in Mannheim eine Schlappe erlitten. Das Arbeitsgericht lehnte unter anderem einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung ab. Verdi hatte sich in dem am Dienstag entschiedenen Eilverfahren gegen das Vorgehen des Unternehmens wehren wollen. Das hatte rund 100 Mitarbeiter ohne Vorwarnung an einem Montagmorgen Anfang Februar nicht mehr an ihren Arbeitsplatz gelassen und freigestellt.

Dafür war die XXXL-Gruppe, zu der der Mannheimer Standort gehört, heftig kritisiert worden. Die Gruppe mit Sitz in Würzburg hatte ihr Vorgehen damit begründet, dass die betroffene Abteilung seit langem ineffizient gearbeitet habe. Mit dem Betriebsrat sei man bereits Monate vor den umstrittenen Maßnahmen im Gespräch gewesen. Man habe den Mitarbeitern ihre Freistellung deshalb so kurzfristig mitgeteilt, um weitere Beeinträchtigungen der Auftragsabwicklung zu vermeiden. Die Gewerkschaft Verdi war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die XXXL-Gruppe will die Auftragsbearbeitung von Mannheim nach Würzburg verlagern. Man wolle den Konflikt mit den Mannheimer Beschäftigten weiter durch Verhandlungen lösen, sagte ein Unternehmenssprecher. Die XXXL-Gruppe ist in Deutschland mit 37 Einrichtungshäusern und mehr als 10.500 Mitarbeitern vertreten.

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2 KommentareKommentar schreiben

Der Kunde kann solche Betriebe abstrafen: Bei Schlecker hat es funktioniert....

Arbeitsgericht Mannheim: Mal sehen, ob diese asoziale Unternehmenspraxis vor den höheren Gerichten bestehen wird. Man darf das eher bezweifeln, denn sonst könnte man sowohl das Kündigungsschutzgesetz als auch das Betriebsverfassungsgesetz auf den Müllhaufen werfen. Auch Arbeitnehmer haben in Deutschland Rechte. Aber anscheinend versuchen da mal wieder die Betriebswirtschaftler, diese Rechte auszuhebeln. Österreichisch dominierte Mitbestimmunsgegner halt. Das was man zuhause nicht schafft, versucht man eben in Deutschland. Es sagt sehr viel darüber aus, wie man sich den Umgang mit Mitarbeitern vorstellt. Hauptsache, billig eben.

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