Stuttgart 21 Bahn sprengt in der Innenstadt

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In der Röhre neben dem Wagenburgtunnel kommen die Mineure beim Bahnprojekt Stuttgart 21 wegen des harten Gesteins mit dem Bagger nicht mehr weiter. Nun soll gesprengt werden. Die Ankündigung löst bei den Anwohnern der Baustelle Besorgnis aus.

Die linke Röhre reicht bereits 220 Meter weit in den Berg. Vom kommenden Montag an wollen die Bauarbeiter dort sprengen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die linke Röhre reicht bereits 220 Meter weit in den Berg. Vom kommenden Montag an wollen die Bauarbeiter dort sprengen.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Beim Bau der sogenannten Rettungszufahrt Süd für Stuttgart 21 im Bereich der ehemaligen Konzertlocation Röhre ist die Bahn nach eigenen Aussagen planmäßig auf hartes Gestein gestoßen. Statt wie bisher die unterirdische ­Verbindung mit Baggern voranzutreiben, muss nun zu durchschlagenderen Baumethoden gegriffen werden. Vom kommenden Montag an sind Sprengungen im Untergrund möglich. Darauf macht die Bahn in einem Flugblatt aufmerksam, das in den vergangenen Tagen in den betroffenen Wohngebieten verteilt worden ist.

220 von 231 Meter Tunnelstrecke haben die Mineure mittlerweile ausgebrochen. Doch habe man nun „Gesteinsschichten angetroffen, die mit dem Baggervortrieb nicht mehr gelöst werden können“, heißt es in dem Papier für die Anwohner. Die deshalb notwendig werdenden Sprengungen „werden zwischen 7 und 20 Uhr von Montag bis Sonntag durchgeführt“. Be­troffen sind nach Angaben der Bahn die Quartiere Kernerviertel, Uhlandshöhe und ­Diemershalde. Zwischen Tunnelröhre und Erdoberfläche liegen dabei 50 Meter.

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Anwohner sind besorgt

Die Ankündigung wird in den Vierteln mit gemischten Gefühlen gesehen. Projektkritische Anwohner haben sich im „Netzwerk Kernerviertel“ zusammengeschlossen. Dessen Sprecher Frank Schweizer schwant nichts Gutes. „Von unseren Netzwerken in Untertürkheim und Wangen wissen wir, was solche Sprengungen bedeuten.“ Dort habe die Bahn mit besonders lauten Arbeiten die Baustellenanlieger gegen sich aufgebracht. Schweizer rechnet mit Vibrationen aus dem Untergrund. „Und auch mit dem einen oder anderen Knall. Die Baustelle ist jedenfalls nicht so leise, wie immer behauptet wird.“

Sorge bereitet ihm auch der Abtransport der aus dem Berg gesprengten Gesteinsbrocken. Diese fielen deutlich größer aus als das von Bag­gern ausgebrochene Erdreich. Letzteres wird über ein erst kürzlich erprobtes Förderband vom Tunnelmund in den   Mittleren Schlossgarten transportiert. Eine Methode, die Schweizer bei den größeren Brocken für untauglich hält. „Die müssen mit Lastwagen weggefahren oder vor Ort zerkleinert werden.“ Beides verursache Lärm. Das Beladen eines Lastwagens mit Ausbruch habe ihn in einer der vergangenen Nächten auf den Plan gerufen. Der Vorgang sei so laut gewesen, dass sich Schweizer zur Baustelle aufmachte und das Beladen fotografierte.

Unterirdische Verzweigungen

Die Bahn ihrerseits verweist darauf, dass die Lastwagentransporte nur eine vorübergehende Lösung seien. Sobald das Förderband die Testphase erfolgreich durchlaufen habe und aus dem Berg ein nennenswerter Strom an Ausbruchmaterial komme, werde dieser über das Förderband entsorgt. Das Material werde dann auch jene Größe haben, die einen Transport auf dem Band erlaube, so ein Sprecher des Kommunikationsbüros.

Die parallel zum Wagenburgtunnel vorangetriebene Röhre soll später einmal eine Zufahrt zu den Tunnels im Havariefall bieten. Während der Bauphase aber erlaubt sie den Bergleuten, zur eigentlichen Tunnelbaustelle vorzudringen. Die Mineure machen sich nun daran, das sogenannte Verzweigungsbauwerk zu errichten. Das ist jene Stelle, an der sich die zwei Tunnel, die vom Tiefbahnhof kommen, in vier Röhren aufspalten. Zwei bilden die Verbindung von der und auf die Filderhochfläche, die zwei anderen jene von und nach Obertürkheim. Rund einen Meter wollen die Bergleute mit jeder Sprengung vorankommen. Das Verfahren soll „bis zum Ende der Rohbaumaßnahmen des Verzweigungsbauwerks“ angewendet werden, heißt es in der Anwohnerinformation der Bahn.

Sprengungen in Stuttgarter Untergrund nicht ungewöhnlich

Dass beim Tunnelbau in Stuttgart gesprengt wird, ist nichts Außergewöhnliches. So behalfen sich etwa die Mineure beim Stadtbahntunnel in Steinhaldenfeld mit Explosivem, und auch entlang der Weinsteige und zur Waldau war das so. Die Sprengungen lockerten dabei das robuste Gestein auf, das andernfalls langwierig mit einem Meißelbagger zerkleinert hätte werden müssen.

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84 KommentareKommentar schreiben

Gisela Müller, Sie schrieben: >> Mir ist nicht bekannt, daß der Untergrund auf dem Wege des Fildertunnels im oberen Bereich großartig untersucht worden wäre. Also lehnen wir uns zurück und harren der "nicht vorhersehbaren" Überraschungen << --- Mir scheint, Ihnen ist so manches nicht bekannt. Aber schön, dass Sie sich jetzt zurücklehnen, es sei Ihnen gegönnt. Nur noch eine Bitte: lehnen Sie sich bitte so weit zurück, dass die Tastatur für Sie außer Reichweite ist.

Bislang: war ich von Ihnen derartige "Töne " gar nicht gewohnt.Reichen sachliche Argumente nicht mehr ? Reziproke Netiquette scheint grade " in " zu sein.

Knabe -Spitzer: Grundloses stampfen gegen ein vernünftiges Projekt und deren Begleiter. Ohne Argumente IST ES HALT SEHR SCHWIERIG ZU ÜBERZEUGEN :-)

uf,: Selten so gelacht......gegen ein vernünftiges Projekt... Danke Herr Moses Sie wiederholen das seit 5 Jahren und Sie glauben daran...deswegen habe ich soo gelacht.

Suse:: In der letzten Woche hat Suse ca. 120 m gebohrt. Wer den Aushub betrachten will, möge folgendes Video vom Samstag betrachten: https://www.youtube.com/watch?v=JZeqjbxiGco _____ Dabei ist zu beachten, dass jeweils nach 2 gebohrten Metern die Tübbinge installiert werden, so dass in dieser Zeit kein Aushub erfolgt.

Wenn´s mal läuft, dann läuft´s ;): Liest sich gut: bereits 431,05 m von 9.468 m. Ohne Justierarbeiten also ca. 66 Wochen für eine Röhre (reiner SUSE-Vortrieb). Und das, obwohl noch gar nicht gebaut wird ;)

Wow: Mit oder Ohne Rettungsstollen und Zugangsschacht? Aber Sie können Sich wieder beruhigen..kann man problemlos wieder zuschütten, denn dieses Quatschprojekt scheitert an ganz anderen Stellen: Nesenbachkanal, Flughafen, Abstellbahnhof und neuerdings in Bad-Cannstatt in der Ehmannstrasse.

Nun müßten die ersten Aktionen schon gelaufen sein: Dienstag morgen, da hat die Arbeitswoche schon Fahrt aufgenommen. - - - Nur noch diese Woche, dann ist bereits die Faschingswoche mit Schi-Urlaub :-) Ende März werden dann hier in Stuttgart die Temperaturen raufgehen, - - da arbeitet es sich dann wieder wesentlich angenehmer.

Sprengungen: so ist es eben bei so einer Hauruckaktion Fildertunnel. Ursprünglich wollte man bergmännisch, bis der Herrenknecht mit seinem Gejammere endlich Gehör fand. Dann wollte man zuerst von unten nach oben um danach hektisch umzuplanen um von oben beginnen zu können. Dann stellt man plötzlich fest, dass oben kein Platz für ein Betonwerk ist und für Tübbinge gleich zweimal nicht. Auch die Autobahnausfahrt wurde völlig vergessen. Und weil das noch nicht reicht in diesem Komödiantenstadl, zerlegt man wegen dem Anhydrit die Tunnelbohrmaschine auf halber Strecke. Eine Geschichte von Pleiten, Pech & Pannen.. aber der Termin für die Eröffnung bleibt in Granit gemeisselt. Ich schmeiss mich weg vor lachen.

Sie irrten mal wieder: Der Bau der Rettungszufahrt war stets unabhängig von der Baumethode der Hauptröhren so wie jetzt durchgeführt geplant. Es gibt da keinerlei Zusammenhang zu den von Ihnen aufgelisteten Punkten.

Danke: danke, dass Sie mir recht geben, denn immer wenn Sie auf den Plan treten müssen Projektmärchen gewahrheitet werden.

Albern: Dann bin ich mal gespannt, welches Märchen Sie nun dazu erfinden!

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