Stuttgart 21 Bahn will Massen auf den S-21-Baustellen bewegen

Von Ende Mai an soll es regelmäßige Führungen über die Baustellen bei Stuttgart 21 geben. Derweil denkt die Bahn über Änderungen am Logistikkonzept nach.

Am Nordbahnhof wird S-21-Aushub verladen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 13 Bilder
Am Nordbahnhof wird S-21-Aushub verladen.Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Stuttgart 21 hat stets die Massen auf die eine oder andere Weise bewegt. Und Georg Brunnhuber, Chef des Vereins Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, glaubt fest an eine Fortsetzung dieser Massenbewegung – wenn auch in einem ganz anderen Sinne als bei Großdemonstrationen. „Wir können nun die Bürger mitnehmen auf die Baustelle, wir stoßen mit ihnen vor zum Kern des Projekts“, sagt der Vereinsvorsitzende mit Blick auf das, was er zusammen mit den beiden Geschäftsführern der Bahnprojektgesellschaft Stuttgart-Ulm, Manfred Leger und Peter Sturm, am Freitag Vertretern der Projektpartner Land, Region, Stadt und Flughafen, vorgestellt hat. Die Informationsvermittlung zum Bahnhofsumbau soll nicht mehr allein im Turmforum stattfinden, sondern vor Ort bei gezielt angebotenen Baustellentouren. „Wir haben heute schon so viele Anfragen dazu, dass wir sie nicht abarbeiten können“, erklärt Brunnhuber. Wie die Besucher etwa die Baustelle im Talkessel erleben können, davon machten sich die Projektpartner am Freitag bei einer Premierentour ein Bild.

Bahn prüft Änderungen

Auch dabei geht es um Massen, jene, die aus den Gruben und Tunneln herausgebracht und aus der Stadt geschafft werden müssen. Dabei tüftelt die Bahn weiter an Details ihres Logistikkonzepts. Fest steht dabei mittlerweile, dass der Tunnel von der City Richtung Bad Cannstatt nur zu einem kurzen Teil von der Baugrube an der Jägerstraße in der Innenstadt aus gegraben wird. Stattdessen arbeiten sich die Mineure deutlich länger von einer Baustelle am Nordbahnhof aus in Richtung Hauptbahnhof vor. Das anfallende Erdreich wird durch die Tunnelröhren zum Nordbahnhof gefahren, wo es auf Zügen zum Abtransport landet. Das spare 40 000 Lastwagenfahrten über das oberirdische Baustraßennetz, erklärt Manfred Leger. Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Konzept zeichnen sich auch beim Bau der Röhren von Feuerbach zum Hauptbahnhof ab. Für diesen Tunnel hat die Bahn eine Baustelle am Pragtunnel eingerichtet, deren Anschluss ans Baustraßennetz noch nicht vollendet ist. Nun prüfen die S-21-Bauer, ob sich die Erdmassen nicht direkt vor Ort auf die Schiene umladen lassen, statt sie erst per Lastwagen auf die Logistikfläche am Nordbahnhof zu karren. Allerdings gelte es noch offene Fragen des Lärmschutzes zu klären. Schließlich ist die nächste Wohnbebauung nicht weit entfernt.

Auf der großen Umschlagfläche in Sichtweite des S-Bahn-Halts Nordbahnhof war eine der Stationen der Premierenfahrt. Nach Art und Güteklasse getrennt, wird dort Erde auf die Schiene verladen. Bis Ende April haben auf diese Weise 700 Züge, ­jeder mit 1000 Tonnen Abraum beladen, die Landeshauptstadt verlassen. Insgesamt gilt es, 8,5 Millionen Tonnen Erde und Gestein fortzuschaffen. 13 Fuhren werden derzeit täglich auf die Reise geschickt, diese Zahl ließe sich erhöhen, wenn auch direkt am Pragtunnel verladen werden könnte. Viel Spielraum haben die S-21-Bauer nicht. Auf der Logistikfläche ist Platz, um 41 000 Tonnen Material zwischenzulagern, eine Menge, die die Mineure derzeit wöchentlich zu Tage fördern. Der Abtransport sei aber auch in Zeiten des Lokführerausstands nicht gefährdet, erklärte Manfred Leger. Man arbeite mit einem Unternehmen zusammen, das nicht bestreikt wird.

Ende Mai beginnen die regelmäßigen Führungen

Von Ende Mai an können sich Interessierte das Logistikkonzept bei Führungen aus der Nähe anschauen. Die Tour in Kleinbussen beginnt am Fuß des Bahnhofsturms, nutzt die Baustraße parallel zum Querbahnsteig und führt an Europa- und Nordbahnhofviertel entlang zur Logistikfläche. Georg Brunnhuber ist vom Konzept überzeugt: „Dann wird der Vorwurf verstummen, man sehe nichts vom Bau, weil der nicht vorangehe.“

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114 KommentareKommentar schreiben

EINE GUTE MAßNAHME: , dass der Abraum direkt auf die Bahn verladen wird und Lkw Fahrten wegfallen .

Gilt: das auch für die 700.000 Kubikmeter Tunnelaushub aus dem Boßler-Tunnel der NBS ( Nicht S21 -Objekt ! ), die wegen zu flacher Planungs-u. Genehmigungstiefe nicht an der A 8-Böschung abgelagert werden dürfen ? Über Göppingen zur Bahnverladung via Geislinger Steige mit Neubau eines Verladebahnhofs vor Hohenstadt ? Oder wirds dann doch die " Baustraße " BAB A 8 ?

Schön wäre es: @ Fabian , sollte so sein. das wäre ein beispielhaftes Verhalten auf der Schiene zu transportieren.

Witzle g`macht ?: Sie kennen die Lokalität dort wohl nicht so genau ? Wie wärs denn mit einem Gütergleis auf der aufgelassenen alten Voralbbahn ? In Amstetten Umspuren auf Rollenböcke der Schmalspur nach Nellingen ? Die Paar Kilometer von dort nach Hohenstadt per Schubkarre ? Ich muß Sie als überzeugten S21-Befürworter enttäuschen: Die Schmutzränder auf der Baustellenzufahrt des Betonwerks am sog. Boßlertunnel im Bereich des Autobahnrastplatzes " Vor dem Aichelberg " deuten unmißverständlich auf " Baustraße BAB A 8 ".

kenne ich nicht: --- bin weder dafür noch dagegen - - es ging mir nur um die Art des Abtransports.

Glückwunsch! Über 100 Kommentare nur um Dreck.

Dreck ist auch dabei: ... denn vor der Hacke / vor dem Bohrkopf / vor dem Sprengloch gibt es im sprichwörtlichen Dunkel überall diesen unterirdischen Dreck. Oder dachten Sie eher an solcherart von sprichwörtlichen "Drecksprojekten" wie hier in Stuttgart, wo ein Solches von einer trickreich auf Linie gebrachten politischen Mehrheit toleriert wird?

-: Herr Reichert, Sie lesen wohl nur die Kommentare und nicht den Artikel, sonst würden Sie wissen, dass es nicht nur um Dreck geht. Macht nichts, weiter so.

Neues von SUSE: "SUSE hat in der vergangenen Nacht beim Bau des Fildertunnels ein weiteres Etappenziel erreicht. Die Tunnelbohrmaschine, mit der die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH den rund 9,5 Kilometer langen Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Filderbereich auffährt, hat dabei heute den tausendsten Tübbingring verbaut. Damit sind in der Oströhre, in der später das Streckengleis Ulm–Stuttgart verläuft, 2.143 Meter Tunnel hergestellt, 2.000 Meter durch den Ringbau und 143 Meter durch Erstellen des Startanschnitts in konventioneller Bauweise. Im ersten Vortriebsabschnitt zwischen dem Filderportal und dem Stuttgarter Stadtteil Hoffeld ist damit mehr als die Hälfte der Distanz zurückgelegt." --- http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/no_cache/aktuell/newsdetail/news/massarbeit-am-fildertunnel/newsParameter/detail/News/datum/20150516/

Wow: extrem beeindruckend. Ich bin ja gespannt wie man bei den ins Stocken geratenen bergmännischen Tunnelabschnitten vorankommt. Die machen ja den Hauptanteil aus. Da halten sich die Erflogsmeldungen extrem in Grenzen. Frage : an was möchte die Bahn diese ganzen Tunnel und auch die Neubaustrecke eigentlich anschliessen? Die sind ja längst wieder Sanierungsfall, bevor da im Talkessel irgendetwas Bahnhofsähnliches ensteht.

Tja Herr Spitzer.....: Nach ihrer Behauptung von Anfang Jahr, dürfte der der Tunnel ja noch keine 100 m haben , hier haben sie doch mal behauptet, dass dieser "Herrenknechtschrott" gar nicht funktioniert und nur da steht ++++ Nun sind ihre falschen Behauptungen bereits mit 2.143 m entkräftet worden und ihre Ahnungslosigkeit über diese Dingen an das Tageslicht getreten! Aber vor lauter Argumentationslosigkeit und einer Realitätsverweigerung, stellen sie weiter solche unsinnigen Behauptungen auf , aber auch die werden ihnen als unwahr um die Ohren fliegen ! +++

Lieber: Herr Kruse, lassen Sie sich doch nicht auf diese kindischen Provokationen ein. Reine Energieverschwendung. Jeder braucht schließlich ein Hobby...

Herr Götz: sie haben Recht !

Spurensuche: Zitat: "Welchen städtebaulichen und topografischen Charakter wird das neue Rosensteinquartier einmal haben?................... Über mögliche Perspektiven konnten sich die Teilnehmer eines von der Stuttgarter SPD-Fraktion ­organisierten Rundgangs am Samstag selbst ein Bild machen. ………………….Die Vorstellung, dass der Stuttgarter Osten einmal direkt mit dem Rosensteinquartier verbunden wäre, würde völlig neue Perspektiven eröffnen…………..„Unser Ziel ist, dass hier alle wohnen können, nicht nur die mit großem Geldbeutel“, sagt Körner. Aber dann dürfe man „Grundstücke nicht einfach verscherbeln“, sondern müsse einen Teil für Wohnungsbaugenossenschaften reservieren. „Es geht um eine gute Mischung in dem Quartier,“ sagt Körner. Und der Marktwert werde durch den Gemeinderat bestimmt, indem der sage, was wo gebaut werden solle." Link: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rosensteinviertel-stuttgart-spurensuche-fuer-neues-quartier.3b27f063-92cb-421f-9a1f-62c24ad38fcd.html

-: Sie teilen das Fell des Bären bevor er erlegt ist. Aber das ist wohl normal bei S21, dass man immer riesige VersprecheR macht. Ob diese VersprecheR jemals gehalten werden können, das wissen weder Sie noch ich. ----- Aber ich kann Sie ja verstehen. Zum einem müssen Sie wohl schreiben und zum anderen dann auch noch irgendwas positives. ----- Meiner Meinung nach gibt es einfach zuviele ungeklärte und offene Fragen rund um S21 und der Preis ist das einfach nicht mehr wert. ----- Und da S21 ja offiziell ein eigenwirtschaftliches Projekt der DBahn ist, sollten Sie mal lesen was eine gewisse Nina Picasso unten geschrieben hat: " Die Aufgabe der Bahn ist es, Massen in Zügen von A nach B zu bringen und zwar pünktlich und sicher!" - Mit S21 wird das auf Jahre hinaus nicht gelingen, da einfach zuviel Geld im unsicheren Stuttgarter Untergrund, meiner Meinung nach sinnlos, aber definitiv privatwirtschaftlich UNwirtschaftlich verbuddelt werden sollen.

Was ist die Aufgabe der Bahn?: Die Aufgabe der Bahn ist es, Massen in Zügen von A nach B zu bringen und zwar pünktlich und sicher! Die Aufgabe der Bahn ist es NICHT, Massen auf Baustellen hin und her zu kutschieren. Das Geld ist besser in Sanierungen der Infrastruktur aufgehoben, welche rund um Stuttgart in weiten Teilen desolat ist. Die S-Bahnpendler können ein Lied davon singen!

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