Stuttgart 21
Polizei beendet Bahnhofsbesetzung
Thomas Braun und Jörg Nauke,
26.07.2010 19:57 Uhr
|
|
Bild 1 von 77 |
|
Foto: dpa
In einer Pressemitteilung stellte die Initiative Stuttgarter Parkschützer einen Zusammenhang zwischen der Besetzung des Gebäudes und der überfälligen Neuberechnung der Kosten für die Schnellbahnstrecke Wendlingen–Ulm her. Man wolle verhindern, dass durch den für August vorgesehenen Abriss des Nordflügels "irreparabler Schaden angerichtet wird". Die Hoffnung der Demonstranten: dass sich der zweite Teil des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm so verteuert, dass der Bund vom Bau absieht – und dann auch Stuttgart 21 aufgegeben werden müsste.
Das Thema Kostenexplosion steht im Mittelpunkt
Nach StZ-Informationen hatte die Deutsche Bahn ursprünglich den Kostenstand von 2004 mit 2,1 Milliarden Euro nicht etwa erhöhen, sondern sogar weiter drücken wollen; dies soll das Bundesverkehrsministerium aber nicht akzeptiert haben. Zugleich wurde versucht, den Nutzen der Strecke zu optimieren. Eine wesentliche Rolle spielt bekanntlich der eingeplante Verkehr von 40 schnellen, leichten Güterzügen pro Tag. Nur diese sehr optimistische Prognose verhilft der vornehmlich in Tunnels verlaufenden Neubaustrecke zur für die Finanzierung notwendigen Wirtschaftlichkeit. Für diese kostenintensive Transportvariante gibt es allerdings weder heute noch künftig einen Bedarf.
Die Spekulationen über eine Kostenexplosion bei der Neubaustrecke schossen bei der Demonstration ins Kraut. "Wenn es stimmt, dass Wendlingen–Ulm inzwischen mit sechs Milliarden Euro veranschlagt wird statt der bisher propagierten 2,1 Milliarden, ist diese Neubaustrecke tot", sagte Rockenbauch, der sich auf anonyme "namhafte Bahnexperten" bezieht.
Der Bahnchef Rüdiger Grube kündigte gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" an, er werde die neuen Kosten in den nächsten Tagen zuerst dem Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) und dann der Öffentlichkeit präsentieren. Eine Verdopplung halte er für ausgeschlossen, so Grube.
Seite
1
2
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>


ALLE
Gewaltverzicht für ALLE, das klingt gut! Alle Seiten sind zu Mäßigung aufzufordern! ALLE! Aber dadurch entsteht ein weiteres Problem, wenn die Polizei mit Staatsgewalt den Platz räumen muss (der einzelne Polizist kann m.E. wenig dafür, außer da wo er - was auch vorkommt - selbst zu brutal vorgeht), dann gibt es nur noch anderswo Proteste und wenn interessiert es, wenn Zehn- oder Hundertausende irgenwo stehen, wo sie nicht im Weg stehen? Wie kommen wir zu einer neuen Demonstrationskultur, die auch dann gelassen sein kann, wenn man nur da demonstieren darf, wo es nicht stört und sonst ob Rentner, Schüler oder CDU-Wähler weggeprügelt wird?
Lügen
Die Stimmung war keineswegs AGGRESSIV und MASSIVE Beleidigungen gab es auch nicht, im Gegenteil: Friedlicher ging es fast nicht mehr und ich habe sogar locker-freundliche Gespräche mit den Einsatzkräften beobachtet. Seit wann sind Sprüche wie "Gebt der Polizei montags frei" Beleidigungen? Warum muss immer alles fälschlich aufgebauscht werden? Wo bleibt da die Objektivität oder gar die Seriosität der Zeitung?
Flügel-besetzung
verdrehte Realitäten das Lügenenpack ist immer noch geschützt, die S21-Gegner werden kriminalisiert.