Stuttgart 21 Quartier im Nobelhotel
joe, 18.02.2012 14:07 Uhr
Statt in Stuttgart sind 70 Polizisten kurzfristig in Heidelberg untergekommen Foto: AP
Statt in Stuttgart sind 70 Polizisten kurzfristig in Heidelberg untergekommen Foto: AP

Heidelberg - Der Bettenmangel in Stuttgarter Hotels aufgrund des regen Messebetriebs in der Landeshauptstadt hat 70 Polizeibeamten aus Norddeutschland zwei Übernachtungen im Heidelberger Nobelhotel Europäischer Hof beschert. Die Beamten gehörten zu den Einsatzkräften, die diese Woche die Baumfällaktion im Schlosspark für das Bahnprojekt Stuttgart 21 absichern sollten. Als klar war, dass die Unterkünfte vor Ort für die vielen auswärtigen Polizisten nicht ausreichen würden, wurde die Suche bis in den Norden des Landes ausgeweitet.

Im Europäischen Hof in Heidelberg, wurde man schließlich fündig. Das erste Hotel am Platz, in dessen Gästebüchern sich von Otto von Bismarck (1928) über Winston Churchill (1932) bis zur Begum Aga Khan (1958) und Carl Gustav und Silvia von Schweden (1990) ungezählte Berühmtheiten aus aller Welt verewigt haben, hatte die nötigen 50 Zimmer frei, um die Mannschaft geschlossen unterzubringen.

Polizei muss nicht mehr in Turnhallen schlafen

Es sei den Verantwortlichen aber nicht um gehobene Ausstattung gegangen, versicherte der Sprecher des Stuttgarter Polizeipräsidiums, nachdem die Sache ruchbar geworden war. Entscheidend sei vielmehr gewesen, dass man ein Haus gebraucht habe, das genügend Stellplätze für die Fahrzeuge und einen Rund-um-die-Uhr-Service samt Frühstück habe bieten können. Immerhin sei der Einsatz in Stuttgart schon um vier Uhr morgens losgegangen.

Die Zeiten, in denen die Mannschaften bei solchen Gelegenheiten in Turnhallen schlafen mussten, seien vorbei. Was die Polizei für die Nobelunterkunft bezahlt hat, behielten beide Seiten für sich. Kaffee und alkoholfreie Getränke spendierte der Herr des Hauses, Ernst-Friedrich von Kretsch­mann, den Einsatzkräften jedenfalls umsonst. „Wir sind generell dankbar für jeden Gast“, sagte er. joe

Kommentare (17)
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FEB
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Karl Heinz Siber, 13:11 Uhr

vier Uhr morgens?

Bis heute hat es die Stuttgarter Presse nicht vermocht, die Zahl der insgesamt in dieser Nacht im Schlossgarten eingesetzten Polizeibeamten zu verifizieren - waren es die im Vorfeld genannten 5000 oder die im Nachhinein genannten 2.500? Oder gar die vor Wochen mal angekündigten 9.000? Wieviele Beamte waren insgesamt aufgeboten? Kamen sie alle zum Einsatz, oder standen noch ungenutzte Reservetruppen bereit? Insgesamt ensteht der Eindruck, dass die Stuttgarter Zeitungen nur noch schlampig und lustlos recherchieren, Nicht einmal den Zeitpunkt des Polizeieinsatzes kann der Autor dieses Artikels korrekt nennen: Die großen Polizeiaufgebote marschierten gegen 3 Uhr morgens im Schlossgarten auf, nicht um 4 Uhr. In Heidelberg dürften sie demnach spätestens um 1 Uhr aufgebrochen sein, also "Frühstück" um Mitternacht. Dass der Hotelier Kaffee und alkoholfreie Getränke spendierte, ist nett. Als normaler Hotelgast bekommt man das nicht, aber ich nehme an, dass es für das Hotel eine Sonderprämie gab, die diese Naturalspende bei weitem aufwog. Man hört ja auch von großzügigen Zahlungen an einige Hotels im unmittelbarer Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofs, die durch Proteste und Demos angeblich Umsatz verlieren.

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FEB
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Schlawiner, 13:08 Uhr

Ist es Dummheit,

oder doch nur Blödheit? Auf jeden FAll wäre es besser und schlauer, in Stuttgart ein "Europäischen Hof" zu bauen, als wie eine Gülle-Grube. Merkel und Sarkozy geben mir recht!

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FEB
19
Oben bleiben. , 10:21 Uhr

Parkwächter in den Bäumen, Polizisten im Nobelhotel.

Auch bei diesem Vergleich wird deutlich, wie schlimm es mit der Gerechtigkeit in Deutschland steht und wie unser Land kaputt gemacht wird.

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