Stuttgart 21 Stadtbahn macht erst verspätet Platz

Von Markus Heffner 

Die Zeitvorgabe der Bahn für die Tunnelverlegung im Zusammenhang mit Stuttgart 21 an der Heilbronner Straße und am Cityring ist Makulatur.

Im Bereich der Heilbronner Straße soll ab Sommer weitergebaut werden. Foto: Steinert
Im Bereich der Heilbronner Straße soll ab Sommer weitergebaut werden.Foto: Steinert

Stuttgart - Anfang nächsten Jahres soll nach dem aktualisierten Zeitplan der Bahn mit den eigentlichen Arbeiten am Tiefbahnhof begonnen werden. Voraussetzung für den Bau der unterirdischen Durchgangsstation ist die Verlegung zweier Stadtbahntunnel in der Heilbronner Straße und unter dem Cityring. Sie sind den Fernbahntunnels im Weg. Davon betroffen ist auch die Haltestelle Staatsgalerie. Die Bahn als Bauherr von Stuttgart 21 und damit Verursacher der Maßnahmen trägt die Kosten, die nach einigen Erhöhungen zwischenzeitlich auf insgesamt 132 Millionen Euro veranschlagt worden sind. Bahnkritische Experten halten nach der Lektüre der Teilentwurfshefte und Vertragsentwürfe 200 Millionen Euro für realistischer. Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) haben die Verantwortung für den Bau übernommen. „Wir wollen, dass die Arbeiten in unserer Qualität umgesetzt werden“, sagt SSB-Projektleiter Winfried Reichle. Tunnel Heilbronner Straße Der Stadtbahntunnel zwischen Hauptbahnhof und Türlenstraße muss eine Etage tiefergelegt und in Richtung Kriegsberg gerückt werden, um Platz für den neuen Fernbahntunnel aus dem Norden zu schaffen. Dabei werden erstmals in Stuttgart auf einer Strecke von etwa 650 Metern zwei Einzelröhren für die Bahnen verlegt. „Wenn möglich, baut man zweigleisige Tunnel“, sagt Reichle. Diese seien aber anfälliger für Setzungen, die bei den Folgearbeiten der Bahn drohten.

Im April 2011 ist nach langen Verhandlungen die Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn, in der die Bedingungen festgeschrieben sind, abgeschlossen worden. Die Abgabefrist für die Angebote war eigentlich Anfang März abgelaufen. Die Vergabekammer hatte das Verfahren aber gestoppt, nachdem ein Bieter, der nicht zum Kreis der ausgewählten Bewerber gehörte, dagegen geklagt hatte. Nun muss das Vergabeverfahren bis Mai verlängert und für alle geöffnet werden. Der Zuschlag für die Ausführung soll laut Reichle im Juni erfolgen. Begonnen werden kann mit den Arbeiten an der Heilbronner Straße daher frühestens in den Sommerferien, also im Juli/August. Im Zeitplan der Bahn vom Februar 2012 ist der Baubeginn auf Mitte April terminiert – was nach jetzigem Stand eine Verzögerung von drei bis vier Monaten bedeutet.

Die Arbeiten selbst, die bis Mitte 2015 dauern, sollen ohne Betriebsunterbrechung durchgeführt werden. Mehr als 50 000 Fahrgäste nutzen die fünf Stadtbahnlinien (U 5, U 6, U 7, U 12, U 15) täglich. „Wir gehen davon aus, dass wir während der Bauzeit ständig fahren“, sagt Reichle. Mit Langsamfahrstellen müsse aber gerechnet werden. Zudem muss zumindest für den Anschluss der neue Röhren an die Bestandsstrecke der Betrieb ausgesetzt werden. Anschließend wird noch der stillgelegte Tunnel „ausgeschlachtet“ und mit Dämmmaterial verfüllt.

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107 KommentareKommentar schreiben

Übrigens: Schon 2010 sollte der Stadtbahnbau 'nur' 132 Mio € Kosten. Wer´s glaubt !!

@Jürgen Schwab: Ach Herr Schwab, Sie und Ihre Informanten. Diese hatten ja auch in der Vergangenheit schon so oft recht, nicht wahr? Ich meine mich entsinnen zu können, dass da schon sehr oft von hochrangigen Bahnangehörigen die Rede war, die vorhersagten, dass S21 nie gebaut wird... und nun? Jede Menge Verkehrskatastrophen durch eben diese nicht stattfindende Baustelle? Eigentlich seltsam, meinen Sie nicht auch? ____________________________________________________________ Zudem: man könnte Sie stellenweise etwas ernster nehmen, wenn Sie sich nicht in so unsäglicherweise der freien Interpretation bedienten. Bestes Beispiel ist der hier erwähnte Umbau des Vorfeldes. Sie vergleichen also tatsächlich eine Totalsanierung des Tunnelgebirges mit dem Austausch einiger Weichen? Die in der Schlichtung so schön von Hr. Palmer als notwendig erachtete zusätzlichen Überwerfungsbauten - ein um ein Stockwerk höheres Gleisgebirge - mit dem Verlängern von Bahnsteigen? Bitte, Herr Schwab, bitte kommen Sie doch mal zwischendurch in die Niederungen der Realtiät herab. Vll. würden Sie dann ein wenig ernster genommen werden.

Herbeiredner: M. Stocker schlägt wieder zu und phantasiert vor sich hin. Wo nur soll denn der Stau sein und warum soll überhaupt viel Stau kommen? Allein der Wille der Stuttgart 21-Gegner ist für Staubildung wenig zielführend, auch wenn man den Stau noch so sehr herbeireden möchte.

Willkommen im Stau!: Der nun folgende Stau wird Ihnen präsentiert von: der DB AG, unterstützt durch CDU, FDP, SPD, IHK und Arbeitgeberverbänden, die mit den hüstel-hüstel, Sie wissen schon.. Lauschen Sie dem Sound der Zukunft: der Leerlaufdrehzahl Ihres Motors. Freuen Sie sich über die gewonnene Zeit zum Nachdenken, ob Sie am 27. 11. 2011 die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir können nämlich alles außer Bahnhof. (Danke auch an @Kanalratte und @Radfahrer! :-)

verspätet: Was soll denn das schon wieder? Verspätung,ist doch für die DB AG eine völlig normale Sache und gehört zum guten Ton ,ja Alltag dazu ! Ausserdem können die SSB Nutzer doch auch mal ein paar JAHRZEHNTE zur Arbeit,zum Shoppen,ins Kino oder gar zur Sonja am CITYACKER laufen. Dafür bekommen sie VIELLEICHT einen wirklich EINMALIGEN S 21 als JAHRHUNDERTPROJEKT verkauft. Für diese Zeit gibt es dann keine Pendlerpauschale sondern einen Gutschein für Atemschutzmasken, Gehörschutz, Wathose und ein HOCHGLANZPROSPEKT wie es einmal werden SOLLTE.

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