Stuttgart-Hallschlag Polizist angegriffen und schwer verletzt

Von red/dpa 

Bei einem Einsatz wird ein Polizist mit einem Messer schwer verletzt. Mit einem Kollegen wehrt er sich mit Schüssen gegen einen 33 Jahre alten Angreifer, der dabei lebensgefährliche Verletzungen erleidet. Einer der beiden Polizisten trägt schwere Blessuren davon, sein Kollege kommt mit dem Schrecken davon.

Der spätere Angreifer hatte die Polizei unter einem Vorwand Sonntagfrüh vor eine Tiefgarage in einem kleinen Wohngebiet an der Straße am Wolfersberg auf dem Hallschlag in Stuttgart-Bad Cannstatt gelockt. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart 3 Bilder
Der spätere Angreifer hatte die Polizei unter einem Vorwand Sonntagfrüh vor eine Tiefgarage in einem kleinen Wohngebiet an der Straße am Wolfersberg auf dem Hallschlag in Stuttgart-Bad Cannstatt gelockt. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

Stuttgart - Ein Polizist ist in Stuttgart bei einem Einsatz mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden. Er musste sich zusammen mit einem Kollegen mit Schüssen gegen den Angriff wehren, dabei wurde der Angreifer lebensgefährlich verletzt, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte.

Die Streife mit zwei Beamten war demnach zuvor im Stuttgarter Stadtteil Hallschlag gegen 5 Uhr unter einem Vorwand des 33 Jahre alten Mannes zu einem Einsatz gerufen worden. Der spätere Angreifer hatte behauptet, dass er ein verdächtiges „zischendes Geräusch“ höre, das aus einer Tiefgarage komme. Als die beiden 24 und 25 Jahre alten Kollegen vor dem Parkhaus eintrafen, griff der 33-Jährige die beiden Polizisten unvermittelt an.

Mehrere Schüsse abgefeuert

Die Ordnungshüter feuerten mehrere Schüsse ab, um sich zu verteidigen und um den Mann zu überwältigen. Dabei erlitt der 33-Jährige lebensgefährliche Verletzungen. Rettungskräfte und Notärzte kümmerten sich um die Beteiligten. Der 24-Jährige blieb unverletzt, sein Kollege bleibt vorerst in stationärer Behandlung. Die Notoperation des Angreifers dauert noch an.

Der Polizei war der 33-Jährige bis zu der Tat nicht bekannt. Ob der Angreifer unter psychischen Problemen gelitten hat, ist nicht bekannt.

„Zum Glück wurde unser Kollege nicht lebensgefährlich verletzt, aber das hätte leicht anders ausgehen können,” sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Daniel Jungwirth. Fest stehe, dass in Deutschland kein Polizeibeamter leichtfertig zur Waffe greife. „Auf Menschen schießen müssen, ist eine schreckliche und schwer zu verarbeitende Situation für alle Polizisten und stellt eine enorme psychische Belastung für die beteiligten Polizisten dar,“ sagte Jungwirth.

Besserer Schutz für Polizisten notwendig

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums 3929 Fälle von Gewalt gegen Polizisten. In den meisten Fällen handelte es sich um Körperverletzung und Widerstanddelikte. Erst im April hatte ein 55-Jähriger einem Polizisten in Karlsruhe mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte erst kürzlich angekündigt, sich für einen besseren Schutz von Polizisten einzusetzen. „Wir denken über ein ganzes Bündel von Maßnahmen nach, um unsere Polizistinnen und Polizisten besser zu schützen“, sagte Strobl damals. „Ein Angriff gegen einen Polizisten ist im Grunde ein Angriff gegen diese Gesellschaft. Denn er ist im Dienst dieser Gesellschaft und schützt die Menschen vor Gewalt, Kriminalität und Verbrechen.“