Stuttgarter Regierungspräsident Schmalzl wird nicht Generalbundesanwalt

Von dapd, dpa 

Stuttgarts Regierungspräsident Schmalzl wird doch nicht Generalbundesanwalt. Eine unbeherrschte Mail gab wohl den Ausschlag.

Johannes Schmalzl ist seit 2008 Stuttgarter
Regierungspräsident. Foto: dpa 2 Bilder
Johannes Schmalzl ist seit 2008 Stuttgarter Regierungspräsident.Foto: dpa

Stuttgart - Die umstrittene Ernennung des Stuttgarter Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl zum neuen Generalbundesanwalt ist geplatzt. Der Wunschkandidat der schwarz-gelben Bundesregierung erklärte seinen Verzicht auf das Amt und begründete dies mit „unberechtigten Angriffen“ auf seine Person. Allerdings war auch eine Mehrheit im Bundesrat für den 46-Jährigen nicht sicher. Die Ernennung wurde am Freitag von der Tagesordnung der Länderkammer genommen. Nun sucht das Bundesjustizministerium mit Hochdruck einen neuen Kandidaten.

Nach den Plänen von Justizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger (FDP) sollte der FDP-Mann Schmalzl eigentlich Nachfolger von Generalbundesanwältin Monika Harms werden, die bereits Ende kommender Woche in den Ruhestand geht. Das Bundeskabinett hatte die Personalie im August gebilligt. Jedoch äußerten einige Generalstaatsanwälte der Länder und vor allem SPD-geführte Bundesländer deutliche Zweifel an der fachlichen Eignung des 46-Jährigen.

Harsche Mail

Ausschlaggebend für den überraschenden Ausgang der Personalie war aber wohl, dass Schmalzl seinem größten Kritiker eine harsche Mail geschrieben hatte, die an die Öffentlichkeit gelangte. Am vergangenen Wochenende war bekanntgeworden, dass Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg in einem Schreiben an Leutheusser-Schnarrenberger monierte, dass Schmalzl kaum Erfahrung in der Justiz habe. Darauf reagierte Schmalzl am Montag. In seiner Mail bezeichnete er die Vorwürfe als „niederträchtig“ und schrieb an Rautenberg: „Nach meiner Einschätzung fehlt Ihnen jegliche charakterliche Eignung sogar zur Führung einer Kleinstbehörde.“

Aus dem Bundesjustizministerium hieß es, die Ministerin bedauere den Rückzug Schmalzls. Sie könne die Entscheidung aber angesichts der „verletzenden Diskussion“ über seine Person nachvollziehen. Ein Ministeriumssprecher sicherte zu, dass nun zügig ein neuer Vorschlag auf den Weg gebracht werden solle. In der Zwischenzeit soll Harms' Stellvertreter Rainer Griesbaum die Geschäfte kommissarisch übernehmen.

Verfolgung von Terroristen

Der Generalbundesanwalt ist Nummer eins in Deutschland bei der Verfolgung von Terroristen. Die Bundesjustizministerin schlägt einen Kandidaten vor, der vom Kabinett gebillt und nach der Zustimmung des Bundesrates vom Bundespräsidenten ernannt wird. Auf die Frage, ob dieses Verfahren nicht politischem Druck und politischer Willkür ausgesetzt sei und geändert werden müsse, sagte der Sprecher des Bundesjustizministeriums, die Frage stelle sich momentan nicht.

Baden-Württembergs SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel sagte, die Mehrheit für Schmalzl im Bundesrat habe bis Donnerstagmittag gestanden. Dann sei die E-Mail Schmalzls an Rautenberg öffentlich geworden. Damit habe sich Schmalzl „selbst rausgeschossen“. Die Mail habe vor allem mehrere ostdeutsche Länder verärgert. Deren Tenor sei dann gewesen: „Wer so unbeherrscht ist, der ist Krisensituationen nicht gewachsen.“

Beleidigung

Rautenberg sagte am Freitag, der Wortlaut der E-Mail erfülle den Straftatbestand der Beleidigung. „Ich werde jedoch keinen Strafantrag stellen“, sagte er. Das Bundesjustizministerium habe jedoch ein eigenes Antragsrecht.

Nach Ansicht der FDP-Fraktion trägt auch die Grün-Rote Landesregierung eine Mitschuld am Scheitern der Bewerbung von Johannes Schmalzl. Zwar habe die Landesregierung dem Stuttgarter Regierungspräsidenten hohe Kompetenz bescheinigt, sich dann aber „dilettantisch“ verhalten, kritisierte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Entweder sei jemand qualifiziert - dann müsse er unterstützt werden. Oder er sei nicht qualifiziert - dann werde er nicht unterstützt. Der Einfluss von Grün-Rot im Bundesrat scheine minimal zu sein. Rülke erwartet nun, dass sein Parteifreund Schmalzl Regierungspräsident bleiben kann und nicht für „grüne Parteigänger“ geopfert werde.

 

 

 

 

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Ich wünsche mir: mehr grünen Filz! Wobei es eine interessante Sichtweise ist, wenn man einer Regierung, die gerade mal ein halbes Jahr im Amt ist und sich auf den Weg gemacht hat, über 60 Jahre organisch gewachsenen Filz zu beseitigen, jetzt schon vorwirft, sie ersetze Filz durch Filz. So ein Quatsch: Filz entsteht a) durch nicht pflegen ('verfilzen lassen') oder b) durch entprechendes Behandeln (z.B. Seife rein reiben, 'filzen') - beiden Verfahren ist eines gemeinsam: sie brauchen Zeit, Zeit und nochmals Zeit. Am Ende kommen dann solche Sachen raus wie dieser Schmalz. Dieses penetrante Gehabe, das er mit seiner Mail offenbart hat ist die negativste Seite unserer Ex-'Eliten' - hoffentlich bleiben sie lange weg, damit neues wachsen kann.

Passt: Die völlig unangemessene Reaktion von Schmalzl auf die Kritik von Rautenberg passt genau ins Bild und zeigt, dass Schmalzl für das Amt des Genrealbundesanwalt, in dem Souveränität gefragt ist, denkbar ungeeignet gewesen wäre. Aber das überrascht nicht, denn er ist das Musterbeispiel eines Parteibuch-Proporz-Karrieristen ohne herausragende Fähigkeiten, aber gut eingebunden in die notwendigen Seilschaften.

Kretsche pass bloß auf: Super wieder ein FDP Blender weniger. Sauer bin ich nur das Grün-Rot denn FDPler unterstützt haben. Grün-Rot soll langsam aufpassen so haben wir nicht gewettet. Kretschmann hätte ohne mit der Wimper zu zucken den Mövenpicklobbyist durch gewunken als ob es keinen anderen geben würde oder spielt ihr auch mit gezinkten Karten. Vergiss deine Wähler nicht Kretschmann!

Ausser gegenseitiges in die Pfanne hauen,: gibt es nichts mehr in der Bundesrepublik. Und jetzt wählt endlich einen Ostdeutschen zum Bundesanwalt, damit das Schmierentheater ein Ende hat.

Brigitte Abelle -: Billiger gehts nimmer oder...??? Oder finden Sie es toll dass Ihre Grüne Friedenslügnerpartei - mit uns nie in den Krieg - Deutsche Soldaten auf den Balkan oder nach Afghanistan geschickt hat und dort in den Tod... Hören Sie auf mit Ihrem im wahrsten Sinne blöden FDP- Bashing. Bringen Sie Ihren Parteifreunden einfach mal das händeln eine Handys - und sowas darf Bürgermeister sein... Ein Schlem der Böses dabei denkt...

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