Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof Am Europaplatz entsteht neues Quartier

Von  

Am Europaplatz im Stadtteil Fasanenhof werden am 1. März die ersten von insgesamt 269 neuen Wohnungen bezogen. Die ersten neuen Geschäfte eröffnen bereits vorher.

Das Gesicht des Europaplatzes hat sich gewandelt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 6 Bilder
Das Gesicht des Europaplatzes hat sich gewandelt.Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Gegend rund um den Europaplatz am Fasanenhof wurde in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Hinter dieser Entwicklung steckt in erster Linie die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG (GWG). Zusammen mit ihrem Projekt Seepark in Möhringen bringt das Unternehmen derzeit rund 700 neue Wohnungen an den Markt.

Die Geschäfte im neuen Quartier, ein Supermarkt, ein Drogeriemarkt und eine Bäckerei, werden bereits am nächsten Mittwoch eröffnen. Die ersten Wohnungen sollen am 1. März an die neuen Mieter übergeben werden. Die Nachfrage nach den frisch fertiggestellten Mietwohnungen ist hoch. Die aktuelle Vermietungsquote liegt bei 65 Prozent – und noch sind nicht alle Einheiten auf dem Markt. „Die Mietpreise bewegen sich zwischen zehn und 13,50 Euro pro Quadratmeter und liegen im Schnitt bei 11,80 Euro pro Quadratmeter“, sagt Christian Reißing, der Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen bei der GWG.

Die Baukosten sind gestiegen

Der Baubeginn am Europaplatz war 2012, die Vorplanung hatte vier Jahre gedauert. „Würden wir heute anfangen zu bauen, müssten wir höhere Mieten verlangen“, sagt Reißing. Die Baukosten seien enorm gestiegen, sagt er. „Wahrscheinlich müssten wir dann im Schnitt etwa 13 Euro nehmen“, schätzt der Bereichsleiter.

Das 21 000 Quadratmeter große Grundstück hat die GWG von der Stadt Stuttgart gekauft, nachdem sie den Vorzug in einem Wettbewerb im Rahmen des Projekts Soziale Stadt erhalten hatte. Zum Kaufpreis will Christian Reißing nichts sagen, nur so viel: „Wir kalkulieren mit einer Rendite von rund vier Prozent.“ Das Investitionsvolumen für die Neuordnung des Fasanenhofs liegt bei insgesamt 70 Millionen Euro. Unter den Gebäuden wurde eine Tiefgarage mit 370 Stellplätzen gebaut – 210 davon sind für die Mieter reserviert, 160 stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

85 Prozent der Gewerbeflächen sind vermietet

Die GWG betreut in Stuttgart einen ­Bestand von insgesamt rund 4000 Wohnungen – 13 000 sind es in ganz Deutschland. Der Bebauungsplan für das Gebiet stammt noch aus der Zeit vor der ­Einführung der Stuttgarter Innenentwicklungsmodells SIM. Der Anteil des ­geförderten Wohnungsbaus liegt deshalb bei lediglich fünf Prozent.

Die Gewerbeflächen im Gebiet sind zu 85 Prozent vermietet. Zur Nahversorgung gehören eine Edeka-Filiale mit rund 1400 Quadratmetern Fläche (zum Vergleich: der Edeka-Markt im Einkaufszentrum Gerber ist rund doppelt so groß), ein Markt der Drogeriekette Müller mit einer Größe von rund 1300 Quadratmetern und eine Filiale der Bäckerei Veit. Eine Bank, voraussichtlich eine Filiale der BW-Bank, und ein Kiosk sollen das Angebot bis zum Sommer abrunden. Auch ein Ärztehaus und eine Kita vom SOS-Kinderdorf gehören zum neuen Wohngebiet am Fasanenhof. Außerdem sucht die GWG noch einen Pächter für das geplante Restaurant am Platz.