StZ-Hochschulatlas Was studieren mit Abi 4,0?

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Auch wer beim Abitur einen eher mäßigen Notendurchschnitt geschafft hat, muss nicht verzagen. Die deutsche Hochschullandschaft bietet nach wie vor viele Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung.

Auch mit einem schlechten Abiturschnitt kann man studieren – nur eben nicht jedes Fach an der Wunschuniversität. Foto: Friederike Groß
Auch mit einem schlechten Abiturschnitt kann man studieren – nur eben nicht jedes Fach an der Wunschuniversität.Foto: Friederike Groß

Stuttgart - Die durchschnittliche Abiturnote in Baden-Württemberg an den allgemeinbildenden Gymnasien sieht eigentlich ganz passabel aus: bei 2,4 lag sie im vergangenen Jahr. Aber es gibt einen guten Teil Abiturienten, die mit eher mäßigen Leistungen aufgefallen ist. Rund 22 Prozent mussten sich im Südwesten mit einer Durchschnittsnote von „3,0 und schlechter zufriedengeben“ – jeder fünfte also.

Rein theoretisch besteht man sogar mit einer Note von 4,0 das Abitur, in der Statistik ist solch ein seltener Treffer aber nicht nachweisbar. Gut drei Prozent der Schulabgänger lagen zwischen 3,5 und 3,9 als Abiturnote. Es ist ein offenes Geheimnis, dass alle Universitäten und Hochschulen für ­angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen) an möglichst leistungsstarken Studierenden interessiert sind. Aber dennoch sind alle Bewerber willkommen für die nicht zulassungsbeschränkten Fächer: „Wir sind für alle da, egal ob mit einer Eins, Zwei oder Drei vor dem Komma. Die ganze Palette ist dabei“, sagt Birgit Grunschel, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der Universität Tübingen, die den Titel einer Exzellenzuniversität trägt. Die Studienberatung hilft nicht nur Studierenden, sondern auch Abiturienten in der Entscheidungsphase: „Wir fragen Schulabgänger mit nicht so gutem Abitur: Was fällt Ihnen schwer, was können Sie gut? Wir orientieren uns an den Ressourcen der Einzelnen“, sagt Birgit Grunschel.

Mancher Schüler entfaltet sich erst so richtig an der Uni

Tatsache ist, dass sich manch mäßiger Schüler – persönlich gereift – erst an der Hochschule richtig entfaltet. Im Studium kann es begleitende Unterstützung geben, etwa in Schreibzentren, wo wissenschaftliches Arbeiten geübt wird, in Workshops für Lernstrategien oder in der „Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, wo sich diejenigen zum „Event“ treffen, die im Studium mal den Faden verloren haben.

Aber was überhaupt studieren? Zunächst einmal stehen alle Fächer ohne Zulassungsbeschränkung jedermann mit Hochschulreife offen. Und das sind gar nicht so wenige. Ein Beispiel: von 51 Studiengängen der Universität Stuttgart sind 21 ohne Zulassungsbeschränkung, darunter sind angesehene Fächer wie Elektrotechnik, Chemie, Bauingenieurwesen und Verfahrenstechnik, die sicher technisches Verständnis oder gute Matheleistungen voraussetzen. Und Vorsicht: die Abbrecherquoten in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern sind relativ hoch. Frei zugänglich sind in Stuttgart aber auch Geschichte, Linguistik und Romanistik, um einige Beispiele zu nennen.