ExklusivStZ-Umfrage zur Landtagswahl Für eine Mehrheit braucht’s wohl drei

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Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg könnten sich völlig neue Farbspektren in den Koalitionen ergeben. Die jüngste Umfrage im Auftrag von Stuttgarter Zeitung und SWR ergibt weder eine Mehrheit für Grün-Rot, noch für Schwarz-Gelb, nicht einmal für Schwarz-Rot. Es bleiben Schwarz-Grün oder diverse bunte Kleeblätter.

Nur CDU und Grüne könnten eine Zweierkoalition bilden. Die Frage ist, ob Winfried Kretschmann und Guido Wolf (rechts) gemeinsam eine Regierung bilden wollen. Foto: dpa
Nur CDU und Grüne könnten eine Zweierkoalition bilden. Die Frage ist, ob Winfried Kretschmann und Guido Wolf (rechts) gemeinsam eine Regierung bilden wollen.Foto: dpa

Stuttgart - Es ist vertrackt, mit dem Wählerwillen. Die bei den Teilnehmern der Umfrage mit Abstand beliebteste Koalition, die Fortführung von Grün-Rot, ist nach den aktuellen Werten nicht mehrheitsfähig. Im Grünen-Lager sprechen sich 91 Prozent für die Fortführung aus, bei der SPD 84 Prozent. Insgesamt wünschen 52 Prozent der Befragten eine zweite Auflage von Grün-Rot, aber nur 42 Prozent würden sie wählen.

Schwarz-Gelb käme nur auf 39 Prozent, nicht einmal eine Koalition von CDU und SPD hätte eine Mehrheit. Eine einst große Koalition würde im Moment nur 45 Prozent zusammen bringen. Die einzige Zweierkoalition mit einer stabilen Mehrheit wäre nach den aktuellen Umfragewerten Schwarz-Grün. Sie käme auf satte 59 Prozent der Wählerstimmen und fände immerhin noch bei 41 Prozent der Befragten Zustimmung. Überraschend groß ist die Sympathie für diese Variante unter möglichen CDU-Wählern. 68 Prozent von ihnen nennen diese Koalition als erste Wahl.

Wenig Begeisterung bei den Grünen

Bei den Grünen ist die Begeisterung deutlich weniger ausgeprägt. Die schwarz-grüne Koalition würde bedeuten, dass der CDU-Mann Guido Wolf und nicht der grüne Überlandesvater Kretschmann die Regierung führen würde. Aber auch bei den Sympathisanten der Ökopartei rangiert Schwarz-Grün mit 39 Prozent auf dem zweiten Platz in der Rangfolge der beliebtesten Farbkombinationen.

Kommt Schwarz-Grün nicht zustande, müssten CDU wie Grüne für die Regierungsbildung zwei Partner ins Boot holen. Beide buhlen dann um SPD und FDP. Eine Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP würde genau 50 Prozent der Wählerstimmen vereinen. In diesem Fall bliebe Kretschmann Ministerpräsident. Dieser Konstellation könnten immerhin noch 25 Prozent aller Befragten etwas abgewinnen. Aus der Grünen-Klientel signalisieren 37 Prozent Zustimmung. Das SPD-Lager zeigt sich gespalten. 39 Prozent fänden die Ampel gut, ebenso viele eine Koalition allein mit der CDU, für diese reicht es aber nicht.

FDP bei Dreierpakt unentschieden

Die Wunschkoalition ist auch für die Freunde der FDP nicht möglich. 84 Prozent favorisieren Schwarz-Gelb. Die FDP-Führung findet bei ihrer Klientel keine klare Antwort auf die Frage, ob sie mit Grün-Rot eine Ampel oder mit CDU und SPD ein Kleeblatt bilden soll: 33 Prozent der möglichen FDP-Wähler signalisieren Zustimmung zur Ampel, 32 Prozent ziehen eine Koalition mit CDU und SPD vor.

Ein Dreierpakt aus CDU, SPD und FDP, der Farben wegen auch Deutschlandkoalition betitelt, käme auf eine Mehrheit von 53 Prozent. Dieses Kleeblatt ist bei der Gesamtheit der Umfrageteilnehmer am wenigsten beliebt. Nur 20 Prozent fänden eine solche Kombination gut. Sie hat weder in den Reihen der CDU (28 Prozent) noch bei der SPD-Klientel (21 Prozent) einen stabilen Rückhalt an Unterstützern.

16 Kommentare Kommentar schreiben

Unglaublich: was die CDU sich geleistet hat. Sie hat in Sitzungen unmittelbar vor den illegalen Baumabholzungen im Schlossgarten Druck auf die Polizeiführung ausgeübt, nur damit ihr Minischterpräsident vor den Wahlen den strammen Max geben kann. Natürlich gibt es von dieser Sitzung keinerlei Protokoll (bei allen anderen üblicherweise schon). Festplatten werden gelöscht. Im ersten Untersuchungsausschuss versorgt die CDU ihren MP dann mit Insiderinformationen via Treffen auf Autobahnparkplätzen. Im zweiten UA unter grüner Führung blockt die CDU Informationen wo sie nur kann. Wäre doch nichts dabei gewesen zu sagen, ok es war ein Fehler und wir entschuldigen uns bei den Opfern vom Schlossgarten und den Bürgern im Land. Das wäre ein sauberer Neuanfang gewesen. Aber so? Das geht so nicht. Dazu das sture Festhalten an ihrem mittlerweile mehrfach bei den Kosten explodierten Basta-Bahnhof, der lediglich die Bürger der Stadt Stuttgart belastet, nicht aber den Bahnverkehr entlastet oder gar ausbaut. Man kann verstehen, warum sich immer mehr Wähler im ehemals schwarzen BaWü sich von dieser ideologisch geleiteten Partei verabschieden (siehe die immer weiter sinkenden Umfragewerte). Das hat meine Wahlentscheidung sehr erleichtert!

LINKE allein noch gegen S 21: Es ist ihr gutes Recht, die einzige Partei, die sich offen, wohl auch ehrlich und in der Tat gegen S 21 wendet, zu wählen. Apropos: Die CDU wurde im März 2011 für ihr Tun abgewählt und seitdem regiert eine grün geführte Koalition im Land sowie in Stuttgart ein grüner OB. Und S 21 wird trotzdem lustig und fidel weitergebaut. Von einem Stopp, der Alternative K 21 und der Einstellung verfassungswidriger Zahlungen war und ist weit und breit nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die Landesregierung hat schon im Juli 2011 den Stresstest mit 49 Zügen anerkannt. Und der teurere (!) Filderbahnhof wurde 2015 mit einer externen Finanzierung der Mehrkosten einvernehmlich vereinbart.

Herr Stephan, Sie haben es sicherlich schon selbst bemerkt: Ihr Ausspruch "S21 wird trotzdem lustig und fidel weitergebaut" entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Sie haben mitbekommen, wie von allen Seiten, gelinde gesagt, "bessere Vorschläge" zu einer neuen Bahninfrastruktur gemacht werden. Sei es von freien Architekten, sei es von Verkehrsverbänden, sei es von Ingenieuren, Professoren, Verkehrsplanern und und. ______ Sie haben auch mitbekommen, dass die Privatbahnen eine Klage gegen die Entwidmung und den Abbau der oberirdischen Gleise eingereicht haben, weil sie Bedarf für deren Weiternutzung angemeldet haben. Das wird auch bitter nötig sein, angesichts der deutlich zu geringen Leistungsfähigkeit, die der enge Tunnelhalt bietet. ______ Übrigens hat die Landesregierung den "Stress"test (der ja gar kein "Stress"test war, da z.B. nicht mal gewöhnliche Baustellen berücksichtigt wurden und man zweigleisige Abschnitte unterstellt hat wo es nur eingleisige gibt und geben wird) ausdrücklich NICHT anerkannt, was die Betriebsqualität angeht. Mit anderen Worten: Man kann dort 49 Züge fahren lassen (oder 100 oder 200), aber nur wenn niemand ein- oder aussteigen muss. Für den Filderbahnhof gibt es übrigens, wie für den gesamten Filderabschnitt, bis heute keine Baugenehmigung! ______ Und mehrere Milliarden Euro Kostenersparnis beim Umstieg von S21 auf die Modernisierung des Hauptbahnhofs (die von der Mehrheit der Bevölkerung anstelle von S21 bevorzugt wird) sprechen eine deutliche Sprache. http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag.html?tx_news_pi1[news]=402&tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail&tx_news_pi1[overwriteDemand][issues]=22

Herr Stephan, zum x-ten Mal frage ich: Wie hätten die Grünen mit 25% der Stimmen im Landtag gegen eine Mehrheit von 75% S 21 stoppen können? Bitte geben Sie doch endlich eine Antwort darauf!

Bei der gegebenen Konstellation, wird Herr Kretschmann auf seinen verdienten Ruhestand hoffen dürfen. Ohne Herrn Kretschmann werden die Grünen auf ihr Normalmaß zurückfallen und die schlummernden ideologischen Kämpfe (Genderideologie, Schulpolitik etc.) werden wieder aufbrechen. Das ist schlecht für unser Land. Ich denke, dass mancher Wähler sich darüber vor der Wahl Gedanken macht und deshalb nicht wieder die Grünen wählt.

Ach Herr Hubertus,: was für SIE schlecht ist, muss nicht für das Land schlecht sein. Ganz im Gegenteil. In den letzten 5 Jahren hat Baden-Württemberg einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Klar, wollen das Stammtischler und CDU-Rentner schlecht reden. Aber es gibt kein zurück ins Mittelalter mit der CDU.

Das ist wohl die typische Antwort eines grünen Vertreters aus der Traumwelt. Genau jene meinte ich, die sich von Herrn Kretschmann unterscheiden. Sie sollten mal mit der großen Anzahl von Lehrern über die Schulpolitik der vergangenen 5 Jahren zum Thema "gewaltigen Sprung nach vorn" sprechen. Das blanke Entsetzen schlägt einem dann entgegen. Herr Kretschmann war es, der das Schlimmste verhindert hat. Gerade die jungen Lehrer sind frustriert.

Herr Feuerbacher: Aber ihre Freunde, die S 21 Gegner, werben dafür die Stimme der Linken zu geben, das sie von der jetzigen Regierung und natürlich den Grünen nichts halten ! Was sagen sie denn dazu ?

Die Grünen können die CDU überholen: und die AfD die SPD. Der Abstand zwischen rechts und links wird größer. Spätestens jetzt müssten CDU und SPD merkeln, dass sie komplett auf dem Holzweg sind.

Nur gut +++: Das nach ihrer Meinung die Grünen die einzigen sind die alles richtig machen und auf dem richtige Weg sind ! ++ Stuttgart 21 als Wahlkampftehma 2011 schon vergessen ?

Es ist nicht nur die Meinung von Herrn Waldner: Es ist die Meinung der Mehrheit der jungen Wählerinnen und Wähler. Und diese sind nun mal die Zukunft dieses Landes.

"Deutschlandkoalition" zum Wohle des Landes: Da Schwarz-Grün wegen fundamentaler Differenzen an der Basis beider Parteien nicht geht und dasselbe auch bei der Ampel der Fall ist, rückt die sogenannte "Deutschlandkoalition" mit CDU, SPD und FDP immer mehr in den Fokus. Unter den gegebenen Möglichkeiten wäre das die beste Lösung für unser Land.

es darf: geträumt werden......

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