Südwest-CDU beklagt sich Merkel, Kretschmann und der Stalking-Vorwurf

Von red/dpa 

Der Ton im Wahlkampf wird rauer: Laut der Südwest-CDU suche Ministerpräsident Winfried Kretschmann auffällig oft die Nähe der Kanzlerin. Das Wort „Stalking“ soll gefallen sein. Kretschmann findet den Vorwurf dagegen abwegig.

Kanzlerin Angela Merkel und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an ein Treffen der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin (Archivfoto) Foto: dpa
Kanzlerin Angela Merkel und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an ein Treffen der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin (Archivfoto)Foto: dpa

Stuttgart - Die offen zur Schau getragene Unterstützung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist der wahlkämpfenden Südwest-CDU ein Dorn im Auge.

Das sieht der Ministerpräsident ganz anders und hat die Vorwürfe aus der CDU zurückgewiesen. Er kämpfe wie Merkel dafür, dass die Flüchtlingskrise auf europäischer Ebene gelöst werde, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. „Es steht unglaublich viel auf dem Spiel.“ Wenn Deutschland nationale Maßnahmen an seinen Grenzen wieder einführe, könne das einen Dominoeffekt auslösen und die EU auseinandertreiben. Deswegen unterstütze er Merkel.

„Kretschmann stalkt Merkel doch geradezu“

„Alles andere entspricht nicht den Tatsachen und ist schlichtweg abwegig.“ Nach Darstellung der Zeitung „Die Welt“ hatten sich CDU-Vorstandsmitglieder in Baden-Württemberg darüber beklagt, dass Kretschmann die Nähe zur Kanzlerin suche und Merkel sich dem nicht widersetze. „Der Kretschmann stalkt Merkel doch geradezu. Das darf sie sich nicht länger bieten lassen“, zitierte die Zeitung ein Mitglied.

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf sagte: „Wir haben heute im Landesvorstand darüber gesprochen, dass Winfried Kretschmann in Worten die Nähe der Kanzlerin sucht, in seinen Taten Angela Merkel aber bekämpft.“ Kretschmann bremse beispielsweise bei den sicheren Herkunftsstaaten und blockiere die schnelle Umstellung von Geld- auf Sachleistungen für Flüchtlinge. Das beklage auch die Kanzlerin, sagte Wolf dem Blatt.

Wolf schlug zuletzt gemeinsam mit der in Rheinland-Pfalz wahlkämpfenden Julia Klöckner (CDU) vor, die Politik der offenen Grenzen zu beenden. Flüchtlinge sollten nur noch in Tageskontingenten aufgenommen und in Grenzzentren untergebracht werden. Merkel lehnt die vorgeschlagene Kurskorrektur strikt ab.

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24 Kommentare Kommentar schreiben

Fakt ist:: Herr Kretschmann fährt nach eigenem Bekenntnis, wie Angela Merkel, "auf Sicht". Und das tut er mit Vorliebe im Windschatten von Frau Merkel, ihr hinterher. Da, meint er wohl, kann er keinen Fehler machen. Einen Plan hat Herr Kretschman aber nicht. Und einen solchen sollte man haben, als Politiker mit Verantwortung. Grüne Gesellschaftspolitik: Fehlanzeige. Damit im Grunde: Politik: Fehlanzeige. Es ist dieselbe Merkelsche Unpolitik des Abwartens mit welcher Herr Kretschmann im Grünen Kindergarten herumplätschert.

Jeder gegen Jeden: Gibts doch in jedem Unternehmen. Wenns mal nicht so läuft, schlagen Manche wild um sich, andere biedern sich den Oberen bis zur Selbstaufgabe an. In jedem Unternehmen gibts aber auch die, die ganz unaufgeregt und besonnen ihren Job erledigen. Deren Stimme gehört jetzt gestärkt, dann ists völlig egal, wer Erster wird.

Verbale Umarmungen: Liebe Stuttgarter Zeitung, habe ich etwa mit meinem Kommentar von 12 Uhr gegen die guten Sitten verstoßen und wurde deshalb nicht veröffentlicht? Etwa weil ich den Politikstil des CDU-"Spitzen"Kandidaten als mittlerweile «erbärmlich» eingestuft habe, nachdem es jetzt die "Mutti" für ihn richten soll? Kann ich etwas dafür, wenn er sich selbst zum "Polit-Clown" degradiert mit seinen Plüsch-Wölfen? Das wird doch wohl ein Kommentator noch anmerken dürfen ohne der Zensur zum Opfer zu fallen, oder ?

wolf: So langsam wird es lächerlich und enorm peinlich für die CDU !

Stalking ist das nicht: Schließlich gefällt es der Frau Merkel. Außerdem will Kretschmann wie sein ehemaliger Chef Fischer auch noch Vizekanzler werden.

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