Totale Finsternis Schwarze Sonne

Von Sybille Boolakee 

Am 20. März findet die nächste totale Sonnenfinsternis auf der nördlichen Erdhalbkugel statt. Das Spektakel ist weltweit nur im europäischen Nordmeer, auf den Färöer-Inseln und auf Spitzbergen zu beobachten.

Während einer totalen Sonnenfinsternis wird die Sonne von der Erde aus gesehen vom Mond ganz verdeckt. Foto: dpa
Während einer totalen Sonnenfinsternis wird die Sonne von der Erde aus gesehen vom Mond ganz verdeckt.Foto: dpa

Am 20. März ist es wieder so weit: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und bringt die Menschen zum Staunen. Doch wer zum Frühlingsanfang die schwarze Sonne bewundern möchte, der muss in den hohen Norden aufbrechen und sich besonders warm anziehen. Denn die Eklipse zieht in einem Bogen rund 700 Kilometer südlich der grönländischen Küste nach Nordosten, überquert die Färöer-Inseln, den Archipel Spitzbergen und endet etwa 70 Kilometer vom Nordpol entfernt an dem Tag, an dem dort nach einem halben Jahr Dunkelheit erstmals die Sonne wieder über dem Horizont erscheint. Am besten zu beobachten ist das Naturschauspiel auf den Färöer-Inseln. Etwa zwei Minuten lang schiebt sich dort am 20. März von etwa 9.40 bis 9.42 Uhr der Mond vor die Sonne, die dann knapp 20 Grad über dem Horizont steht.

Für Astronomie-Freunde bietet die Reederei Smyril Line speziell für die Sonnenfinsternis vom 14. bis zum 22. März eine neuntägige Sonderreise an. Die Fähre „MS Norröna“ dient während des Aufenthalts im Hafen von Tórshavn als schwimmendes Hotel. Damit die Reisenden auch Land und Leute kennenlernen, stehen neben der Sonnenfinsternis unter anderem Ausflüge in die kleinste Hauptstadt der Welt, Tórshavn, zum ältesten bewohnten Holzhaus der Welt, zur malerischen Insel Eysturoy und zu einer Bierbrauerei auf dem Programm. Damit die Passagiere einen freien Blick auf die Sonnenfinsternis haben, wird die Fähre je nach Wetterlage den Hafen verlassen und auf offener See auf die Jagd nach Wolkenlücken gehen. Überall auf den Inseln feiern die Färinger mit Musik und Tanz, Essen und Trinken das astronomische Phänomen, das die Menschen dort seit mehr als 400 Jahren bewegt und mit vielen Mythen belegt ist. So erinnert eine alte Legende an die totale Sonnenfinsternis auf den Färöer-Inseln am 30. Mai 1612.

Wintercamping zur Sonnenfinsternis

Danach lebten vier mutige, aber streitlustige Brüder in Sumba, dem südlichsten Ort auf den Inseln. Als sie eines Tages mit ihren Schafen in den Bergen unterwegs waren, verdunkelte sich die Sonne. Sie waren so erschrocken, dass sie versprachen, sich zu ändern und bessere Menschen zu werden, sollten sie den Tag überleben. Als die Sonne wieder zum Vorschein kam, so die Legende, stritten sie nie mehr miteinander. Wintercamping zur Sonnenfinsternis erwartet die Himmelsbeobachter bei zwei neuntägigen Sonderreisen eines Spezialanbieters für Polarreisen nach Spitzbergen. Der norwegische Archipel liegt fast auf der Zentrallinie der Eklipse. Bei einer Sonnenhöhe von etwa elf Grad beträgt dort die totale Phase zwei Minuten und 31 Sekunden.

Im März fasziniert die arktische Insel mit langen Dämmerungsstunden und beinahe magischen Lichtverhältnissen. Die Teilnehmer der Reise erkunden bei Tageswanderungen, Hundeschlitten- und Motorschlittenfahrten sowie bei Orts- und Museumsführungen die Insel. Höhepunkt der Reise ist die Beobachtung der Sonnenfinsternis. Longyearbyen wird gegen 11 Uhr in der Kernzone der Eklipse liegen und die Himmelsgucker mit einem fantastischen Panoramablick belohnen - sofern keine Wolken die Aussicht trüben. Wohnen werden die Gäste in geräumigen Winterzelten mit Ofen auf dem Campingplatz Longyearbyen, benötigt wird polartaugliche Expeditionskleidung. Wer nicht bei Eis und Kälte eine totale Sonnenfinsternis betrachten möchte, der hat dazu erst wieder am 9. März 2016 Gelegenheit - allerdings auf Sumatra, Borneo, Sulawesi und im Pazifik. In Europa müssen die Freunde der Astronomie bis zum 12. August 2026 warten, wenn der Kernschatten Island, Portugal, Spanien und die Balearen überquert.

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