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Treffen der Kreativbranche Der Medienosten kommt in Bewegung

and, 30.11.2012 15:00 Uhr

S-Ost - Wenn in Stuttgart über die Kreativ- und Medienszene gesprochen wird, denken die meisten automatisch an die Stadtbezirke West oder Süd als Wohn- und Arbeitsort der freischaffenden Künstler, Agenturmitarbeiter und Trickfilmer. Aber Stuttgart-Ost? Auch die Initiatoren der Veranstaltung „Medienosten“ für die Medien- und Kreativwirtschaft – darunter der Bezirksvorsteher Martin Körner sowie die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt und der Region Stuttgart – waren anfangs etwas unsicher, ob sie die Aula der Merz-Akadamie im Kulturpark Berg mit dem Thema überhaupt füllen können. Immerhin passen mehr als 100 Menschen in den Saal. Am vergangenen Dienstagabend reichte der Platz dann aber kaum. Etliche Besucher mussten stehen, anderen war schon im Vorfeld – eine Anmeldung war erwünscht – abgesagt worden. „Wir sind von der Resonanz überwältigt“, war dann auch immer wieder zu hören.

Drei Fokusräume in S-Ost

Die Stadtplaner haben bei genauerem Hinschauen drei sogenannte Fokusräume im Stadtbezirk ausgemacht. Dabei ist der Südwestrundfunk (SWR) mit seinen mehreren hundert Mitarbeitern im Funkhaus und im neuen Studiogebäude nebenan fast schon ausgenommen, weil er „in sich ein geschlossener Kreis“ ist, wie die Landessenderdirektorin Ingrid Felgenträger sagte. Rund um den Stöckach hat sich in den vergangenen Jahren eine bunte Agentur- und Künstlerszene angesiedelt. Ins ehemalige Arbeitsamt ist die Stuttgarter Niederlassung der bekannten Agentur Jung von Matt eingezogen, in eine andere Etage die Bewegtbildagentur Fischer Appelt TV Media. In der näheren Umgebung sind weitere kleinere Agenturen, beispielsweise auf dem Areal der einstigen Spedition Löhle, Künstlerateliers auch von Professoren der Kunstakademie und das Freie Radio zu finden.

In Ostheim bilden das Küblerareal an der Ostendstraße und das Concordia-Areal an der Schönbühlstraße die Schwerpunkte der Kreativszene. An der Ostendstraße arbeiten die Oscar-Preisträger von Pixomondo ebenso wie etwa die Museumsgestalter von H.G. Merz (Mercedes-Benz-Museum, Porsche-Museum u.a.) und die Trickfilmer vom Studio Film Bilder. Das Concordia-Areal ist beispielsweise der Sitz der Internetagentur Aranex. Das dritte Kreativzentrum ist der Kulturpark Berg mit der Merz-Akademie, Künstlerateliers unter anderem von Ben Willikens und Werbeagenturen.

Online-Plattform?

In den Kurzvorträgen von Vertretern der Einrichtungen ging es zum einen erst einmal darum, das vorhandene Potenzial im Stadtbezirk aufzuzeigen. Zum anderen versuchte der eine oder andere Referent, die Perspektiven für die Kreativen und den Stadtbezirk auszuloten. Heiko Frasch von Fischer Appelt regte beispielsweise an, die Zusammenarbeit der Ost-Kreativen zu intensivieren, etwa durch eine „Online-Plattform des Kreativostens“.

Was aus den Ideen des Abends, der von allen als Erfolg gewertet wurde, wird, ist noch offen. Eine Wiederholung des „Medienostens“ wünschen sich aber alle.

ZAHLEN UND FAKTEN DER KREATIVBRANCHE

Arbeitsplätze:
In der Landeshauptstadt gibt es nach Angaben der Wirtschaftsförderer mehr als 4400 Unternehmen, die der Kreativ- und Medienbranche zugerechnet werden. Sie beschäftigen mehr als 25 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Ihr Jahresumsatz beträgt rund 6 Milliarden Euro.

Ost-Potenzial
: Im Stadtbezirk gibt es zurzeit gleich mehrere Quartiere, die der Branche Entwicklungsmöglichkeiten geben könnten. Dazu gehören das EnBW-Areal an der Hackstraße, sofern die EnBW es einmal räumt, das SSB-Areal mit dem Depot im Herzen des Stadtbezirks sowie der Kulturpark und die Villa Berg.

Ansprechpartner:
Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) hat den speziellen Geschäftsbereich Kreativwirtschaft. Ansprechpartner dort ist Jens Gutfleisch, Tel. 228 35-17, E-Mail jens.gutfleisch@region-stuttgart.de. Infos im Internet: wrs.region-stuttgart.de; kreativ.region-stuttgart.de.