Umbau einer Hauptabwasserleitung S21-Gegner befürchten Verkehrsinfarkt

Von SIR/dpa 

In den nächsten Wochen wird Kinobesuchern in Stuttgart vor dem Hauptfilm ein Streifen von S-21-Kritikern vorgeführt. In dem Film warnen die Gegner des Bahnprojektes in der Landeshauptstadt vor einem Verkehrskollaps. Die Verkehrsbetriebe wiegeln ab.

Der für den S21-Tiefbahnhof wichtige Umbau einer Hauptabwasserleitung wird Stuttgart nach Ansicht von Gegnern des Bahnprojektes in ein Verkehrschaos stürzen. Foto: dpa
Der für den S21-Tiefbahnhof wichtige Umbau einer Hauptabwasserleitung wird Stuttgart nach Ansicht von Gegnern des Bahnprojektes in ein Verkehrschaos stürzen.Foto: dpa

In den nächsten Wochen wird Kinobesuchern in Stuttgart vor dem Hauptfilm ein Streifen von S-21-Kritikern vorgeführt. In dem Film warnen die Gegner des Bahnprojektes in der Landeshauptstadt vor einem Verkehrskollaps. Die Verkehrsbetriebe wiegeln ab.

Stuttgart - Der für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 wichtige Umbau einer Hauptabwasserleitung wird die Landeshauptstadt nach Ansicht von Gegnern des Bahnprojektes in ein Verkehrschaos stürzen. Der Bau des sogenannten Nesenbachdükers werde dazu führen, dass mehrere zentrale Stadtbahnlinien insgesamt rund drei Jahre unterbrochen würden, erläuterte der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, am Mittwoch.

Folge für etliche der täglich rund 300.000 Fahrgäste der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB): längere Fahrzeiten, verpasste Anschlüsse und häufiges Umsteigen. Die SSB wies diese Darstellung zurück. Die Befürchtung eines Verkehrsinfarkts sei unbegründet, sagte eine Sprecherin.

Für das Projekt, das den wasserfreien Aushub des Bahnhofstrogs ermöglicht, liegt in geänderter offener Bauweise noch keine Genehmigung für die Bauherrin Deutsche Bahn vor.

Die SSB baut als Folgeprojekt von Stuttgart 21 nach eigenen Angaben eine Haltestelle nahe dem geplanten Bahnhofstrog von der zweiten Hälfte 2014 an barrierefrei um. Dies werde ab dem Jahr 2016 dazu führen, dass knapp drei Jahre lang einzelne Stadtbahnlinien umgeleitet würden. Dadurch würden sich Wege, Fahrbeziehungen und Umsteigepunkte ändern.

Wenige Wochen vor der Kommunalwahl will die Initiative „Für unsere Stadtbahn“ mit Spots in vier großen Kinos und einer Facebook-Kampagne auf das mögliche Fiasko hinweisen. Damit wollen die Initiatoren, unter anderem das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, den Druck auf den Stuttgarter Finanzbürgermeister und SSB-Aufsichtsrat Michael Föll (CDU) erhöhen, das Projekt fallen zu lassen. Denn es sei absehbar, dass das Unternehmen durch Umsteiger vom öffentlichen Verkehr auf das Auto Schaden nehme werde.

Es bestehen aus Sicht der Parkschützer überdies beste juristische Voraussetzungen, dass sich der Gemeinderat von dem bis zu 6,5 Milliarden Euro teuren Gesamtvorhaben verabschiedet. Die Stadt trägt dazu 292 Millionen Euro bei. Die S-21-Kritiker hoffen auch auf einen Schub für die beiden Bürgerbegehren gegen das Bahnvorhaben, die weniger Zuspruch erhalten als angenommen.