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Umstrittene Veranstaltung Rangelei vor der Filderhalle
Thomas Krämer, 06.02.2012 09:00 Uhr
Rund 50 Demonstranten protestieren vor der Filderhalle. Bei der Rangelei mit der Polizei verletzt sich eine Person am Kopf. Foto: Thomas Krämer
Rund 50 Demonstranten protestieren vor der Filderhalle. Bei der Rangelei mit der Polizei verletzt sich eine Person am Kopf. Foto: Thomas Krämer

Leinfelden - Anfang Januar hatten Oberbürgermeister Roland Klenk und Filder­hallen-Geschäftsführer Nils Jakoby versichert, die umstrittene Veranstaltung des Kopp-Verlags werde nicht stattfinden. Eine Woche später dann die Kehrtwende. Jakoby verkündete, dass man doch gezwungen sei, dem Verlag die Halle für den Kongress mit Vorträgen zum Thema „Europa vor dem Crash“zur Verfügung zu stellen.

69 Euro Eintritt mussten die Teilnehmer bezahlen, um Redner wie Karl Albrecht Schachtschneider, Udo Ulfkotte oder Wilhelm Hankel sowie die Moderatorin Eva Herman hören zu können – die von vielen als rechtspopulistisch bezeichnet werden. Immerhin verweist auch die NPD auf Autoren des Kopp-Verlags.

„Demonstrieren gegen faschistisches Gedankengut“

Im Vorfeld hatten daher linke und antirassistische Organisationen zu Protesten gegen die Veranstaltung aufgerufen. „Wir demonstrieren gegen faschistisches Gedankengut, hier sind nicht nur Nazis, sondern auch viele Verblendete“, so einer der Demonstranten von der Gruppierung No Racism Stuttgart. Veranstaltungsteilnehmer, die ebenerdig in die Halle kamen, wurden von Sprechchören begleitet und mussten an Plakaten vorbei, auf denen auf das Gedankengut der Redner hingewiesen wurde. Sogar einige Diskussionen zwischen Veranstaltungsteilnehmern und Demonstranten entspannten sich.

Temperaturen von minus 15 Grad Celsius kühlen die Gemüter – sollte man denken. Doch dann kam es doch zu einigen Rangeleien zwischen der Polizei und Demonstranten der linken Szene. Während Autos aus allen Ecken der Republik in die Tiefgarage fuhren, versammelten sich oben am Eingang zur Halle mehr und mehr Gegner der Veranstaltung. Die Polizei, die Anfangs mit rund einem Dutzend Beamten vor der Filder­halle zugegen war, verwies die in der Mehrzahl dem linksautonomen Lager zuzurechnenden rund 50 Demonstranten aus dem Eingangsbereich auf den Fußweg neben die Halle. Dort kam es dann zu einer ersten Rangelei mit den Polizeibeamten.

Polizei geleitet Zuhörer in die Filderhalle

Dann verlagerte sich das Geschehen direkt vor den Eingang der Filderhalle. Während die Demonstranten geschlossen an die Tür heranrückten, versuchten die Polizisten den Zugang freizuhalten. Die letzten nun eintreffenden Zuhörer wurden unter Polizeischutz zur Veranstaltung in die Filderhalle gelotst.

Erneut eskalierte die Situation, einer der herandrängenden Demonstranten landete nach einer Rangelei mit einem Polizisten schwungvoll an der Wand und erlitt dabei trotz seiner Mütze eine blutende Kopfverletzung.

Kurz darauf fuhren weitere Einsatzfahrzeuge vor, Hunde wurden eingesetzt. Langsam beruhigte sich jedoch die Situation wieder. Am Mittag crashte nur noch Europa im Saal, vor der Halle war es friedlich und die Demonstration zu Ende.

Das Fazit der Polizei: Ein Einsatz ohne besondere Vorkommnisse.

Kommentare (6)
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FEB
07
Wir sind 99%, 11:34 Uhr

Veranstaltung des Kopp-verlages

Malte Klein suggeriert seinen unbefangenen Lesern allen Ernstes, Professor Karl Albrecht Schachtschneider, der von der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung bis zur politisch eher linken taz Gehör findet, sei ein Unterstützer der NPD. Der Lokaljournalist hat es jedenfalls gleich mehrfach in seinen letzten Berichten so dargestellt. Professor Schachtschneider kommt viel in der Welt herum und ist als gefragter Redner jeden Tag an einem anderen Ort. So ist es denn wohl verständlich, dass der Staatsrechtler bis vor wenigen Stunden nicht wusste, was Qualitätsjournalist Malte Klein da über ihn verbreitete. Malte Klein hat sogar einen Kronzeugen für seine extrem ehrenrührigen und wahrheitswidrigen Behauptungen – das »Antifa-Rechercheteam Baden Württemberg«. Der regionale Berichterstatter für Taubenkot, Gewinnspiele, Abiturergebnisse und Kaffeevariationen glaubt offenkundig ungeprüft, was die in weiten Teilen vom Verfassungsschutz beobachtete linksradikale Antifa »recherchiert« hat. ...Weder die Antifa noch Malte Klein haben bei Professor Schachtschneider nachrecherchiert oder zumindest im Sinne des Pressekodex um eine Stellungnahme gebeten. Schließlich wiegen die Vorwürfe schwer wie Blei und sind geeignet, der weiteren Karriere des Staatsrechtlers erheblichen Schaden zuzufügen. Malte Klein hätte beim kleinsten Versuch einer Recherche offen einsehen können, dass Professor Schachtschneider in Wahrheit niemals für die NPD gearbeitet hat. Schachtschneider hat, was leicht nachzuprüfen war, vielmehr ein Gutachten für den sächsischen Landtag erstellt, dessen Auftraggeber das Bundesland Sachsen war. Es gehört zu den berufsständischen Pflichten von Professoren an bayerischen Universitäten, für andere staatliche Stellen kostenlose Gutachten zu erstellen, wenn sie dazu aufgefordert werden. Der Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss des sächsischen Landtags forderte Schachtschneider dazu auf, zur EU-Verfassung Stellung zu nehmen. Dem Ausschuss als Experten vorgeschlagen hat ihn die NPD-Fraktion, aber darauf hatte Professor Schachtschneider keinen Einfluss. Um die Stellungnahme gebeten (und das ist der wesentliche Punkt für sein Tätigwerden) hat ihn der Ausschuss des sächsischen Landtages und mithin eine staatliche Einrichtung des Landes Sachsen. Schachtschneider hätte das Gutachten nur aus Krankheitsgründen ablehnen können – und dafür lügen müssen, weil er kerngesund war. Davon, dass Schachtschneider als Experte der sächsischen NPD gearbeitet hat, kann also keine Rede sein. Er musste entsprechend seinen Dienstpflichten das Gutachten bei einem Landtagsausschuss abgeben. Im Klartext: Wäre Schachtschneider nicht Jurist, sondern Professor der Medizin und hätte ihn nicht der Landtag, sondern ein Justizministerium zur Begutachtung eines mutmaßlichen Straftäters aufgefordert, dann würde Schachtschneider in der Feder des Malte Klein halt zum Menschen aus dem kriminellen Milieu mutieren.

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FEB
06
Veltliner, 16:31 Uhr

Nix gegen

gegen gepflegten Anti-Rassismus oder den gängigen Antifa-Ismus, die sollen rumtoben, wo sie wollen, nur was hat beides -Rassismus und Antifa- mit dem Kopp-Verlag zu tun? Diese Krakeleer waren schlicht am falschen Platz zur falschen Zeit bei der falschen Veranstaltung....

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FEB
06
ClausS, 15:14 Uhr

Rangelei vor der Filderhalle

Lieber Thomas Krämer, liebe Stuttgarter Zeitung, die ganzen Berichte ihrer Zeitung über die Veranstaltung "Europa vor dem Crash" (Kopp Verlag) erinnern mich ein wenig an das Hornberger Schießen: Viel Lärm um nichts, ein wenig Aufregung - und das ganze Pulver verschossen. In der Tat hat es die Stuttgarter Zeitung geschafft, über die Veranstaltung selbst keinerlei Bericht abzugeben. Da waren immerhin 1.000 Besucher und einige hochkarätige, honorige Referenten zusammengekommen. Sie haben sich geschickt darum herumgemogelt, einen sachlichen Artikel verfassen zu müssen. Als Lückenfüller waren Ihnen die Statements einer politischen Splittergruppe willkommen. Sie haben sich auch schon im Vorfeld der Veranstaltung dafür hergegeben, Zündstoff zu veröffentlichen, damit Leute aufeinander los gehen würden. Sie tun mit dieser Verfahrensweise weder ihren Lesern, noch Ihnen selbst einen vernünftigen Dienst.

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