Umweltbelastung in Stuttgart Stadt löst erstmals Feinstaubalarm aus

Von  

Die Stadt Stuttgart hat am Samstagmittag zum ersten Mal den Feinstaubalarm ausgelöst. Grund dafür ist die Wetterlage, die für Stuttgart am Montag und Dienstag erwartet wird. Die Bürger werden gebeten, das Auto stehen zu lassen.

Die Stadt Stuttgart hat zum ersten Mal Feinstaubalarm ausgelöst. Foto: StZ
Die Stadt Stuttgart hat zum ersten Mal Feinstaubalarm ausgelöst.Foto: StZ

Stuttgart - Über den Kurznachrichtendienst Twitter hat die Stadt am Samstag um 12.40 Uhr erstmals einen Feinstaubalarm für Stuttgart ausgelöst. In zwei Tweets werden die Bürger gebeten, am 18. Januar ab 0 Uhr das eigene Auto stehen zu lassen und am 17. Januar ab 18 Uhr so genannte Komfort-Kamine, die als zweite Wärmequelle genutzt werden, auszulassen.

In einer Pressemitteilung der Stadt ließ sich Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) wie folgt zitieren: „Das Thema Luftreinhaltung geht uns alle an. Jeder, ob Stuttgarter Autofahrer oder Pendler aus der Region, kann seinen Teil dazu beitragen. Ich appelliere deshalb an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger: Lassen Sie ab Montag, 18. Januar, Ihr Auto wegen des Feinstaub-Alarms stehen. Suchen Sie nach umweltfreundlichen Mobilitätsalternativen. Zum Schutz der Stuttgarter Luft und zum Schutz der eigenen Gesundheit.“

Montag und Dienstag hohe Feinstaub-Belastung erwartet

Grund für den Feinstaubalarm ist die Wetterlage, die für Stuttgart am Montag und Dienstag erwartet wird. An beiden Tagen ist die erwartbare Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxiden für Stuttgart extrem hoch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt laut Pressemitteilung der Stadt Stuttgart für mindestens Montag und Dienstag ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre voraus. Damit sei die Voraussetzung für die Auslösung des Feinstaub-Alarms in der Umweltzone Stuttgart gegeben.

Nicht zu unterschätzen sei laut Stadt Stuttgart auch der Schadstoffausstoß von so genannten Komfort-Kaminen. „Verzichten Sie an den Tagen mit Feinstaub-Alarm auf die Nutzung solcher Einzelfeuerungsanlagen. Auch damit leisten Sie einen Beitrag zur Luftreinhaltung“, so Fritz Kuhn. Grundsätzlich ausgenommen seien Wohnungen, die ausschließlich mit solchen Einzelraumfeuerungen beheizt werden.

Dauer des Alarms noch unklar

Wie lange der Feinstaubalarm dauern wird, war am Samstag noch nicht abzusehen. Nach einer Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte er gleich eine ganze Woche dauern. Die Entwicklung der Wetterlage deute nicht auf ein baldiges Ende des Alarms hin, sagte der Meteorologe des DWD, Christian Kronfeldner. „Wir informieren unverzüglich, wenn das Ende feststeht“, so Kuhn. Sollte der gemeinsame Appell der Landeshauptstadt Stuttgart, des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur und des Regierungspräsidiums Stuttgart nicht fruchten und die Schadstoffwerte nicht nachhaltig sinken, müssen Autofahrer ab 2017 mit einem Fahrverbot bei Feinstaubalarm rechnen. Jeder Autofahrer habe es also in der eigenen Hand, dazu beizutragen, dass es soweit nicht kommen müsse. „Aber jedem muss auch klar sein: Hilft die Freiwilligkeit nicht, folgt der Zwang“, so OB Kuhn.

Die VVS nutzte den ersten Feinstaubalarm in Stuttgart am Samstag für eine Werbeaktion in eigener Sache: „Kunden, die bis zum 1. April in ein Jahres-Ticket-Abonnement einsteigen, erhalten einen Freimonat. Der Einstieg mit Freimonat ist ab sofort bis zum letzten Bestelltag am 15. März unter dem Stichwort ,Feinstaub Alarm’ in allen SSB-Kundenzentren und DB-Reisezentren möglich“, hieß es auf der Website der Verkehrsbetriebe Stuttgart. Auch die Daimler-Tochter Moovel lockte bereits am Samstag mit Vergünstigungen auf ihre Mobilitätsangebote. VVS-Einzeltickets sind über die App von Moovel 50 Prozent günstiger, auch Car2go-Fahrten kosten während der ersten beiden Feinstaubalarm-Tage nur die Hälfte.

Zwischen der Auslösung des Feinstaub-Alarms und dem tatsächlichen Beginn liegt ein Tag dazwischen, damit Umsteiger genügend Zeit haben, nach Alternativen der Mobilität zu suchen.

Alle Infos zum Feinstaubalarm gibt es auch hier.