Unfall am Hauptbahnhof Waggon und Lok entgleisen

Von /dpa 

Nach der Entgleisung eines Intercitys vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof kommt es weiter zu Behinderungen und Verspätungen im Zugverkehr. Betroffen sind auch Intercity-Züge Richtung München und Richtung Frankfurt.

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Stuttgart - Nach der Entgleisung eines Intercitys vor dem Hauptbahnhof ist weiter mit Behinderungen und Verspätungen im Zugverkehr zu rechnen. Betroffen sind auch Intercity-Züge Richtung München und Richtung Frankfurt. Wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte, wurden die Lok und die beiden Waggons in der Nacht geborgen. „Jetzt müssen wir das Ausmaß des Schadens an der Weiche prüfen, bevor wir das weitere Vorgehen planen können“, sagte ein Sprecher. Die Gleise könnten voraussichtlich am Freitag wieder freigeben werden. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht bekannt.

Ein Zug, der am Dienstag gegen 12 Uhr nach Hamburg starten sollte, blieb nach wenigen Metern liegen. Im Gleisvorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs war die Fahrt für den Intercity bereits vorbei. Kurz nach dem Ende des Bahnsteigs sprangen die beiden hintersten Waggons, die abgeschlossen und leer mitfuhren, und die Lok aus der Spur. Der Intercity hatte die Lok hinten, sie schob den Zug. Vorne war ein Steuerwagen.

Der Unfall ereignete sich etwa 70 bis 100 Meter vom Ende des Bahnsteigs entfernt. Der Zug war von Gleis 10 abgefahren. Für den Ausstieg der Passagiere und die Bergung der Wagen wurden das Gleis 10 und die benachbarten Gleise 8 und 9 gesperrt. Durch den Unfall kam es zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr von und nach Stuttgart. Die Züge in Richtung Norden starteten zum Teil in den Vorortbahnhöfen, wenn sie aus dieser Richtung kamen endeten sie auch dort. Die Störung des Fernverkehrs wirkte sich auch auf den Regional- und S-Bahn-Verkehr aus.

Wagen durften nicht bewegt werden

Zur Bergung der liegen gebliebenen Waggons und der Lok wurde ein technischer Hilfszug der Bahn angefordert. Die Wagen durften nicht bewegt werden, bis die Untersuchungen zur Unfallursache abgeschlossen waren. Die Bundespolizei, das Eisenbahn-Bundesamt und die Eisenbahn-Untersuchungsbehörde begutachteten die Unfallstelle. Falls Schienen beschädigt worden sind, sollen sie am Mittwoch ausgewechselt werden.

Das Entgleisen des Zuges rief auch Kritiker von Stuttgart 21 auf den Plan. Die "Parkschützer" forderten in einer Pressemitteilung, dass die Bahn in das Stellwerk investieren solle. Dessen Sanierung sei wegen des umstrittenen Tiefbahnhofbaus nicht erfolgt. Vermutlich habe sich eine Weiche verstellt, so die "Parkschützer". „Es ist zu früh, um über Ursachen zu spekulieren“, entgegnete ein Bahn-Sprecher.

 

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91 KommentareKommentar schreiben

Sicherheit am Stuttgarter Baahnhof: Seit ca. 15 Jahren wird ein neuer Bahnhof geplant. Es ist doch logisch, das nur das Nötigste für die Instandhaltung ausgegeben wird. Täglich fahre ich von Vaihingen Enz nach Mettingen zur Arbeit. Oft sind die S-Bahnen beschmiert, oft hat es Sabotage gegen die Bahn gegeben. Was war es diesmal?

Sparen für S21...: ...und den Börsengang, denn von nichts kommt nichts.

K20 wäre das reinste Chaos geworden: Stimmt. Gut, dass mit Stuttgart 21 die Situation mit Weichen und Doppelweichen übersichtlicher wird, d.h. weniger störanfällig. Rein statistisch ist so ein Unglück stets möglich und sagt recht wenig aus. Aber dennoch ist richtig, dass bei einer Baustelle K20 die Engpässe über zehn Jahre enorm gewesen wären, weil so viel Brücken, Tunnel und Überquerungen hätten abgerissen werden müssen und neu gebaut. Also: Streckensperrung! Stuttgart 21 dagegen ist in dieser Beziehung ein genial überlegtes Bauwerk: der Betrieb geht wie gewohnt weiter. Gebaut wid extra, nicht im Vorfeld. Alle Gründe, erst recht mit dieser Entgleisung, sprechen also für Stuttgart 21.

Pfusch: Nachdem das Gleisvorfeld für S21 komplett umgebaut und auf ein Minimum reduziert wurde, muß man sich über diesen Unfall nicht wundern. In den Zügen aus Gleis 10 knallt es an dieser Weiche schon seit Monaten so extrem, daß die noch stehenden Fahrgäste quer durch den Zug geschleudert werden. Daß dort mal ein Zug entgleist, war auch den Zugbegleitern mit denen ich mich mehrfach unterhalten habe, schon klar. Und daß die betrieblichen Auswirkungen so stark sind, haben wir S21 zu verdanken, weswegen das Gleisvorfeld so extrem zurückgebaut wurde, daß es kaum noch alternative Fahrmöglichkeiten in die einzelnen Gleise gibt.

Aktuell wie nie - der Spiegel Bericht über die Rennbahn in der Randlage!: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73791925.html - Wird spassig für alle, wenn das wirklich was werden sollte mit dem Kellerbahnhof

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