Urban Gardening am Züblin-Parkhaus Sonnenblumen statt S-Klasse

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Park statt Parkhaus? Bald könnten auf dem Züblin-Parkdeck Gemüse angebaut, Blumenbeete angelegt und eine Liegewiese eingerichtet werden. Hinter dem Projekt steckt die Gruppe „Ebene 0“, bei der sich vor allem junge Architekten engagieren.

So ähnlich – aber ohne Kuh – könnte es beim Züblin-Parkhaus bald aussehen. Foto: privat 8 Bilder
So ähnlich – aber ohne Kuh – könnte es beim Züblin-Parkhaus bald aussehen.Foto: privat

Stuttgart - Es hört sich zunächst nach einer Schnapsidee an, und das Bild dazu scheint den ersten Eindruck zu bestätigen: Vom Dach des Züblin-Parkhauses mitten in der Stuttgarter Innenstadt glotzt dem Betrachter eine Kuh entgegen. Unmittelbar neben ihr gießt ein junger Mann einige Sonnenblumen – dort, wo eigentlich Autos stehen, kümmern sich Hobbygärtner um liebevoll angelegte Beete.

Die Visualisierung stammt aus dem Computer von Irmgard Lochner-Aldinger – die Collage mit den Naturmotiven vor dem Hintergrund der Leonhardskirche soll augenzwinkernd aufzeigen, wie eine Stadtbegrünung aussehen könnte. Abgesehen von der Kuh könnte die Wirklichkeit bereits im nächsten Jahr der Visualisierung ziemlich nahekommen: Ein Großteil des Parkhausdachs könnte Teil des in diesem Jahr auch in Stuttgart aufblühenden „Urban Gardenings“ werden. Die ursprünglich aus New York stammende Bewegung setzt sich zum Ziel, dass innerstädtische Brachen von Bewohnern bei gemeinschaftlichen Gartenprojekten genutzt werden.

Mehr Grün auf dem Parkhausdach

Genau dies soll nun auf dem Dach des Züblin-Parkhauses geschehen. Im nächsten Jahr könnten Gemüse angebaut, Blumenbeete angelegt und eine Liegewiese eingerichtet werden. Hinter dem Projekt steckt die Gruppe „Ebene 0“, bei der sich vor allem junge Architekten engagieren. Im vergangenen Jahr hatte die „Ebene 0“ bereits den früheren Kiosk im Züblin-Parkhaus als temporären Ausstellungsraum genutzt. Jetzt treibt die Gruppe gemeinsam mit der Stiftung Geißstraße die Parkhauspläne voran. Bei der Stiftung Geißstraße koordiniert die Architekturprofessorin Irmgard Lochner-Aldinger die Aktivitäten rund um das Urban Gardening.

Lochner-Aldinger verhandelte mit der Firma Hüfner, die das Züblin-Parkhaus betreibt, das im Jahr 2023 abgerissen werden soll. Nachdem der Betreiber mündlich zugesagt hat, dass ein Teil des oberen Parkdecks bepflanzt werden kann, will Lochner-Aldinger gemeinsam mit den jungen Aktivisten darüber nachdenken, wie die Stadtbegrünung konkret aussehen könnte.

Das ganze Viertel soll dabei eingebunden werden: Anwohner, Schüler der Jakobsschule, Kindergärten und andere Einrichtungen könnten sich beteiligen. Dabei soll „kein zweiter Skybeach mit Gastronomie entstehen“, so Veronika Kienzle, die Bezirksbürgermeisterin von Mitte. Kienzle hofft darauf, dass von dem Gartenprojekt eine Signalwirkung ausgeht, die auf das Leonhards- und das Bohnenviertel ausstrahlt. Schon in diesem Jahr soll ein kleines Beet eingerichtet werden – 2014 wird das Parkhausdach großflächig begrünt.

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9 KommentareKommentar schreiben

Grossbordell: Das Gejammer der braven Bürger über die Prostitution in der Gegend kennt mittlerweile jeder. Warum widmet man das Parkhaus nicht in ein Grossbordell um, konzentriert das horizontale Gewerbe in dem Haus und entlastet so die Umgebung?

Stuttgarts großer Bruch: Stuttgarts großer Bruch ist offensichtlich. Vom ehemaligen Charme und Glanz der koeniglichen Residenzstadt und dem naturfluss Neckar ist quasi nix mehr uebrig geblieben. Man hat den Charme, die Idylle und die menschliche aesthetik der damaligen Baukunst und des naturverstsendnisses der autogerechten Stadt und einem industriefluss geopfert. Emotionale menschliche und lebendige Orte wurden mit brachialer politischer Gewalt zu lebensfremden Orten an einer Stadtautobahn umgewandelt. Der Mensch und sein leben nur noch technisches Nebenprodukt . Andere staedte verstehen mehr von einem urbanen leben! Muenchen schafft ein einzigartiges Lebensgefühl mit Stadt und näher Natur! Stuttgart und der Schwabe tun sich sehr schwer! Ein Parkhaus mitten im ehemaligen schoenen leonhardsviertel wurde auch emotional zurecht gestützt. Es ist quasi der minimalistische Wille nun auf dem Parkdeck des Parkhauses der autogerechten Stadt ein bisschen gruen entstehen zu lassen! Es hat etwas rührseliges und schon fast tragisches! Stuttgart schafft es nicht urbanes lebensfreundliche leben in die Stadt zu bringen! Die Politik und der Buerger sind emotional zu weit weg vom bejahenden leben!

Kopfschüttel: uns menschen finde ich mittlerweile auch unglaublich schräg.... erst holzen wir ab was das Zeut hergibt... dann bauen wir sogenannte Ratenlöcher als Begrünung..... und jetzt ist --sosnt können wir ja mitttlerweile nicht mehr.... es muss aus den USA kommen..... Urban angesagt? Die Idee hat Charme.... keine Frage nur wenn auf der einen Seite gerissen und asphaltiert wird und dann Blümchen gepflanzt, dann sollte man zum Arzt oder Apotheker!!! sehen sie doch mal den Bücherknast von oben an! Knast ist da richtig!!

Urban Gardening?: Geht die Überschrift auch in deutscher Sprache? Oder ist der Verfasser schon weitgehend von Anglizismen befallen?

Grüner Beton: Es grenzt schon an eine perverse Art der Stadturbanisierung. Erst wird eine schöne Stadt Betoniert und mit Betonklötzen zugestellt. Grün hat hier keinen Platz. Und wenn, dann in kleinen Kübeln vor dem kleinen künstlichen See aus Beton. Und nun erinnern sich die Betonarchitekten, dass ein wenig Grün ja fehlt. Nein, Kein 200 jahre alter Baum, keine Wiese , keine Libelle im Park. Etwas Grün auf dem Parkdeck wo die 3 Tonnen Karossen leben. Wo die 3 LiterHubraum Potenzersatz und vorzeige Autos der Menschen stehen, die mit der sonnenbrille auf der stirn und der Rolex am Handgelenk flanierend in der zubetonierten Innenstadt flanieren. Und nin eine wenig alibigrün. Das ist es doch. Vieleicht sogar ein Imkerkasten auf dem Parkdeck und drei Kübelpflanzzen und Palmen, die im Winter dann rein kommen. Es muss alles stylidsch sein. Wildwuchs wie in der doofen natur kann es in de Stadt nicht gebenb,. Schuster hat eine Wüste und ein krankes denken hinterlassen, . Bis das wieder in ein normales Denken sich umwandelt.... das dauert .

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