USA Kein Falke

Damir Fras, 08.02.2013 18:01 Uhr

Washington Am Donnerstagmorgen saß John Kerry in einem Hotel in Washington beim Nationalen Gebetsfrühstück. Dort treffen sich Politiker, Pastoren und Diplomaten einmal im Jahr zum Gedankenaustausch. Der neue US-Außenminister zeigte eine menschliche Schwäche: er gähnte und rieb sich die Augen. Die Müdigkeit resultierte von den vielen Besuchen, Reden und Telefonaten zum Amtsantritt. In hohem Tempo dürfte es für den 69-Jährigen weitergehen. Der Job im State Department gehört zu den härtesten, die US-Präsident Barack Obama zu vergeben hat. - Am Donnerstagmorgen saß John Kerry in einem Hotel in Washington beim Nationalen Gebetsfrühstück. Dort treffen sich Politiker, Pastoren und Diplomaten einmal im Jahr zum Gedankenaustausch. Der neue Außenminister zeigte eine menschliche Schwäche: er gähnte und rieb sich die Augen. Die Müdigkeit resultierte von den vielen Besuchen, Reden und Telefonaten zum Amtsantritt. In dem hohen Arbeitstempo dürfte es für den 69-jährigen weitergehen. Der Job im State Department gehört zu den härtesten, die US-Präsident Obama zu vergeben hat.

Kerry, der 2004 vergeblich versucht hat, George W. Bush die Präsidentschaft zu entreißen, war nicht die erste Wahl. Obama wollte seine Botschafterin bei den UN, Susan Rice, zur Außenministerin machen. Doch ­Rice, entnervt von Angriffen der Republikaner, lehnte ab.

Selbst die Republikaner sind freundlich zu ihm

Kerry, der Massachusetts seit 1985 als demokratischer Senator im Kapitol vertreten hat, könnte die bessere Wahl sein. Der ­Vietnamveteran und Sohn eines Diplomaten ist gut vernetzt in Washington. Selbst die ­Republikaner blieben freundlich, als er sich im Senat als Nachfolger von Hillary Clinton vorstellte. In den letzten Jahren leitete Kerry den Auswärtigen Ausschuss im Senat, reiste durch die Welt und machte sich bekannt. Er ist mit Teresa Heinz verheiratet, die die Ketchup-Produktion zu einer der reichsten Frauen der USA machte.

Kerry steht einer kriegerischen Außenpolitik skeptisch gegenüber. Legendär ist sein Satz, den er 1971 zum Vietnamkrieg aussprach: „Wie fordert man einen Mann auf, der Letzte zu sein, der für einen Fehler sterben soll?“ Die Aufgaben, die vor im liegen, sind gewaltig: Es braucht eine Antwort der USA auf Syrien, die Umwälzungen in der arabischen Welt, das schlechte Verhältnis zu Russland und den Aufstiegs Chinas.