Vaihingen Arznei für den Computer

Von Stefanie Käfferlein 

Die Technologie-Transfer-Initiative unterstützt auf dem Campus Existenzgründer.

Machen statt abwarten: Schwarz, Albiez und Weigerding sind Macher. Foto: Fotolia
Machen statt abwarten: Schwarz, Albiez und Weigerding sind Macher.Foto: Fotolia

Vaihingen - Edith Schmitt ist seit 14 Jahren Beraterin bei der Technologie-Transfer-Initiative (TTI). Genauso alt ist auch die TTI. 1998 hat sie das Technologiezentrum an der Nobelstraße übernommen. Schmitt hat viele junge Menschen beraten, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollten oder gewagt haben. Die TTI ist Ansprechpartner für Gründungsinteressierte und potenzielle Existenzgründer der Uni Stuttgart, aber auch aus benachbarten Forschungseinrichtungen.

Das TTI holt die Nachwuchsunternehmer dort ab, wo sie stehen. „Wir beraten oder geben auch Hilfestellung beim Businessplan“ , sagt Schmitt. Zudem berät das Team, wenn es um Finanzierungsfragen oder um Förderprogramme geht, vermittelt Paten an der Uni und organisiert Infoveranstaltungen. „Grundsätzlich sind alle Ideen willkommen“, sagt Schmitt. Seit 1998 zählte die TTI 660 Gründungsvorhaben, 927 Gründungsinteressierte und über 200 Patenschaftsverträge. Die Gründungszahl: 357.

Viele Start-Up-Unternehmen haben auch als Mieter Station im Technologiezentrum gemacht. Auf 4500 Quadratmetern stehen den Nachwuchsunternehmern dort Büros ab einer Größe von 20 Quadratmetern zur Verfügung. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. „Die Anbindung an die Uni und das Rechenzentrum sind von Vorteil“, sagt Schmitt. Wie lange die Existenzgründer bleiben dürfen? Es habe noch keiner ausziehen müssen, so Schmitt, Allerdings gebe es über mehrere Jahre eine Mietstaffelung, die wie Schmitt sagt, „einen sanften Druck“ ausübt, „nach einer gewissen Zeit unter unserem Dach langsam auszuziehen“. Viele von ihnen seien beispielsweise mittlerweile ins Vaihinger Step gezogen, so Schmitt. Mit einigen hat sie noch immer Kontakt. „30 Firmen haben derzeit Räume im Technologiezentrum angemietet“, sagt Schmitt. Das Zentrum ist damit zu 100 Prozent ausgelastet. „Wir wären durchaus in der Lage, weitere Unternehmen aufzunehmen“, sagt Peter Heinke, der seit Mai dieses Jahres Geschäftsführer der TTI ist. „Wir jonglieren quasi wie auf einem Schachbrett“, fügt Edith Schmitt hinzu.

Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, kam bereits zu Schulzeiten

Eine Spielfigur auf dem Schachbrett, also Mieter im Technologiezentrum, ist die Netecon GmbH, die die Internet-Plattform PC Gesund betreibt. „Bei uns ist es so gelaufen, dass wir im März 2011 die GmbH gegründet haben und auf 1. Mai hier eingezogen sind“, sagt Georg Michael Schwarz. Mit wir meint er Martin Albiez, Michael Weigerding und sich selbst. „Wir sind alte Schulfreunde“, erzählt Schwarz. Der eine ist Marketingexperte, der andere Software-Architekt, der dritte Finanz-Experte.

„Studiert haben wir in Stuttgart und Nürtingen“, sagt Schwarz. Vor ihrer Existenzgründung waren alle drei bereits in Firmen angestellt. „Unser Unternehmen ist keine Hochschul-Ausgründung in dem Sinne“, sagt Schwarz. Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, kam Georg Michael Schwarz bereits zu Schulzeiten. Die Idee zu PC Gesund wurde 2011 gemeinsam entwickelt, da die Gründer häufig im Familien- und Freundeskreis bei PC-Problemen um Rat gefragt wurden. „Es war aber nicht so, dass wir seit vielen Jahren an einer Idee rumgesponnen hätten“, sagt Schwarz.

PC Gesund bietet Erste Hilfe für den Computer. Experten lösen per Fernwartung die Probleme an Rechnern, befreien sie von Viren oder Trojanern oder bringen ältere Modelle wieder auf Vordermann. Die Fernwartungssoftware hat Martin Albiez entwickelt. „Sie ist komplett maßgeschneidert auf PC Gesund“, sagt Schwarz. Gerichtet ist das Angebot vor allem an Privatpersonen und kleinere Gewerbetreibende. „Unsere Experten sind Leute, die Ahnung von Computern haben, wie Computer-Shop-Betreiber, Informatikstudenten oder Systemadministratoren, die das beispielsweise auch nach Feierabend machen“, sagt Georg Michael Schwarz.

Wie die Zukunft der Firma aussehen soll? „Man lernt nie aus“, sagt Schwarz. Daher arbeiten die Unternehmer kontinuierlich daran, die Plattform selbsterklärender zu gestalten und die Bedienung des Onlineportals weiter zu vereinfachen. „Als Internet-Start-Up ist man immer in Bewegung“, sagt Schwarz.

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