Vaihingen Günstigeres Bier und Abwrackprämie für Jeans

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Studenten der Universität Stuttgart erhalten nun auch die Studydeal-Kundenkarte für die örtlichen Geschäfte. Rund 50 Händler, Dienstleister und Gastronomen beteiligen sich mit ihren Angeboten.

Die Studenten Dorothea Sauer, Stefan Honermann und Alex Zefack (v.l.) haben schon die neue Studydeal-Karte. Foto: Nina Ayerle
Die Studenten Dorothea Sauer, Stefan Honermann und Alex Zefack (v.l.) haben schon die neue Studydeal-Karte.Foto: Nina Ayerle

Vaihingen - Stefan Honermann wohnt im Stuttgarter Osten. In die Ortsmitte von Vaihingen verirrt sich der Student deshalb eigentlich eher selten. Nur einmal in der Woche trifft sich der angehende Ingenieur mit Kommilitonen in einem Irish Pub zum Quizabend. In Zukunft hat er noch mehr Anreiz, einmal durch die halbe Stadt zu fahren: Mit der neuen Studydeal-Kundenkarte bietet der Irish-Pub nämlich in Zukunft das Guinness fast zum halben Preis an.

Seit Ende Juli bietet die Universität Stuttgart nun auch ganz offiziell die kostenlose Studydeal-Kundenkarte in Kooperation mit den Vaihinger Geschäften und Unternehmen an. Bereits im vergangenen Wintersemester gab es die Karte für die Studenten der Hochschule der Medien (HdM). „Das waren unsere Pilotpartner“, sagt Ingo Vögele, der Pressesprecher des Verbunds Vaihinger Fachgeschäfte (VVF). Inzwischen beteiligen sich mehr als 50 Geschäfte, Unternehmen oder Dienstleister an dem Angebot für Studenten.

Dabei soll das Projekt, welches gemeinsam vom Stadtteilmanagement der städtischen Wirtschaftsförderung, dem VVF und dem Bund der Selbstständigen Vaihingen (BDS) ins Leben gerufen wurde, nicht nur eine reine Rabattaktion sein. „Viele Händler haben zum Beispiel gar nicht unbedingt die Möglichkeit, Sparangebote anzubieten“, sagt Vögele. Doch einige haben sich deshalb andere kreative Dinge einfallen lassen: die Werkstatt, die für Studenten zwar nicht billiger, aber dafür schneller ist oder der Hautarzt, der das Tattoo 20 Prozent günstiger entfernt, bevor die Studenten ins Berufsleben starten; oder der Textilhändler mit seiner Abwrackprämie für alte Jeans in Höhe von zehn Euro beim Kauf einer neuen Hose.

Beteiligte Unternehmen ausschließlich aus Stadtbezirk Vaihingen

Die 17 Rubriken reichen von Gastronomie über Sport, Mobilität und Gesundheit bis zu Beratung, Bekleidung oder Shopping. Beteiligt sind ausschließlich Unternehmen aus dem Stadtbezirk Vaihingen. „Ein Ziel ist natürlich, die Nahversorgung in den Außenbezirken weiter zu gewährleisten“, sagt Ines Aufrecht, die Leiterin der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart. Dies sei ein Grund, warum die Studydeal-Karte speziell für die Vaihinger Studierenden gedacht ist. Aufrecht erklärt: „In der Stadtmitte brauchen wir keine Kaufanreize.“

An der nur unweit entfernten Universität Hohenheim hat das Stadtteilmanagement der Wirtschaftsförderung die Studydeal-Kundenkarte schon vor mehr als einem Jahr eingeführt. Dort sind die Kooperationspartner die Einzelhändlergemeinschaften Birkach aktiv und die Plieninger Leistungsgemeinschaft.

Mitte vergangenen Jahres hatte Ingo Vögele Mühe, die 50 Vaihinger Händler zusammenzubekommen. Außerdem kamen zunächst auch nur die Studenten der Hochschule der Medien in den Genuss der Rabattkarte.

Studydeal-Karte steigert Attraktivität des Studienstandorts

Mit dem Einstieg der Uni Stuttgart in das Projekt hoffen die beteiligten Geschäfte auf weitere potenzielle Kunden. Insgesamt rund 20 000 Studenten sind jetzt potenzielle Studydeal-Kandidaten, sagt Matthias Filbinger, der zweite Vorsitzender des BDS in Vaihingen. Nach seiner Rechnung reiche es, wenn 10 000 Studierende pro Woche fünf Euro in Vaihingen ausgeben. „Dann haben die Händler ein plus an Umsatz von 2,5 Millionen Euro. Das können zehn Arbeitsplätze im Jahr sein“, ergänzt der Unternehmensberater .

Doch nicht nur die Händler hoffen, über die Studenten langfristig mehr Kunden für die Zukunft zu gewinnen. Auch die Universität Stuttgart sieht sich als Profiteur von der Kundenkarte. Die Karte steigere die Attraktivität des Studienstandorts Stuttgart, sagt der Uni-Pressesprecher Hans-Herwig Geyer. „Auch die weichen Faktoren wie Wohnungsmarkt und das Umfeld sind für Studenten wichtig“, weiß er.

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