Verein für Internationale Jugendarbeit Neues Wohnheim für junge Zuwanderer

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Der Verein für Internationale Jugendarbeit und der Bau- und Wohnungsverein Stuttgart wollen in der Klingenstraße in Gablenberg ein neues Wohnheim für Jugendliche aus der ganzen Welt, die beispielsweise in Stuttgart eine Ausbildung machen, bauen. Der alte Mietkomplex dort soll abgerissen werden. Der Baubeginn ist für April 2016 geplant.

Der Altbau an der Klingenstraße (oben) soll abgerissen werden. An seiner Stelle soll ein Internationales Jugendwohnheim entstehen. Foto: Jürgen Brand
Der Altbau an der Klingenstraße (oben) soll abgerissen werden. An seiner Stelle soll ein Internationales Jugendwohnheim entstehen. Foto: Jürgen Brand

S-Ost - Der Bau- und Wohnungsverein Stuttgart hat im kommenden Jahr Grund zu feiern. Dann wird der im Jahr 1866 unter dem Namen „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“ unter anderem von Eduard Pfeiffer gegründete Verein 150 Jahre alt. Zum Jubiläum will das Wohnungsunternehmen ein ganz besonderes Projekt verwirklichen: ein neues Jugendwohnheim für den Verein für Internationale Jugendarbeit. Entstehen soll der Neubau in der Klingenstraße an der Kreuzung mit der Wagenburgstraße, wo heute noch ein in die Jahre gekommener Mietwohnungskomplex steht. Mit dem Neubau soll im April 2016 begonnen werden. Der Bezirksbeirat hat das Projekt mehrheitlich begrüßt. Die Mieterinitiativen Stuttgart lehnen das Projekt hingegen ab und fordern den Erhalt des Altbaus mit preisgünstigen Mietwohnungen.

Der Verein für Internationale Jugendarbeit (vij) gehört zur Diakonie und existiert seit rund 135 Jahren. Sein Ziel ist, „Menschen im Mobilitäts- und Migrationsprozess zu beraten, zu begleiten und zu betreuen“, wie es der Verein selbst beschreibt (www.vij-stuttgart.de). Er hat Büros in Deutschland, Griechenland, Portugal, Spanien und Rumänien und will „zu einem europäischen und internationalen Austausch von Ausbildung, Arbeit und Wissenstransfer“ beitragen. Zu den Angeboten des Vereins in Stuttgart gehören unter anderem das Fraueninformationszentrum (fiz), die Bahnhofsmission in Württemberg und mit „FairCare“ ein Dienst zur Vermittlung von Betreuungskräften aus Osteuropa in Haushalte mit Pflegebedürftigen.

Der vij-Landesverein Württemberg hat seinen Sitz in der Moserstraße im Stadtbezirk Mitte. In der Moserstraße 10 betreibt der Verein auch ein Jugendwohnheim. Es bietet „jungen Menschen aller Nationen und Religionen im Alter von 16 bis 27 Jahren, die in Schule, Ausbildung oder Beruf stehen, eine betreute Unterkunft“. Allerdings ist das Gebäude alt und müsste dringend aufwendig und teuer saniert werden. Deswegen könne das Gebäude nicht gehalten werden, sagte der Vorsitzende des Vereins, Kai Schneider, im Bezirksbeirat Ost.

Wohnheim-Entwurf Foto: Kottkamp+Schneider

Stattdessen planen der Bau- und Wohnungsverein und der vij in der Klingenstraße ein neues Jugendwohnheim mit 78 Wohneinheiten und einer Hausmeisterwohnung. Vorgesehen sind 70 barrierefreie Einzel- und Doppelzimmer, außerdem drei rollstuhlgerechte Zimmer, ein Familienzimmer für Gäste sowie vier Appartements mit Teeküche. Dazu kommen acht Gemeinschaftsküchen und vier Gemeinschaftsräume sowie im Erdgeschoss eine Cafeteria, in der auch gefrühstückt werden kann, ein Veranstaltungssaal sowie Außenterrassen. Sechs der insgesamt 18 Stellplätze in der Tiefgarage sollen frei vermietet werden, außerdem sind insgesamt mehr als 50 Fahrradstellplätze in der Garage und im Außenbereich vorgesehen. Die Energie- und Wärmeversorgung erfolgt durch ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk.

Den bisherigen Mietern in dem Altbau in der Klingenstraße 101-105, der aus der Zeit um 1930 stammt, hat der Bau- und Wohnungsverein in den vergangenen beiden Jahren andere Wohnungen im Stuttgarter Osten vermittelt. Zurzeit wird das Gebäude noch vom Sozialamt zeitweise belegt. Wann genau mit dem Abbruch begonnen wird, ist noch nicht bekannt.

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