Vorwürfe von Ursula von der Leyen Breuninger wehrt sich

Von mih 

Die Arbeitsverträge von flexibel eingesetzten Arbeitskräften müssen geändert werden, weil sie ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht berücksichtigen.

Viele Beschäftigte bei Breuninger brauchen neue Arbeitsverträge. Foto: StZ
Viele Beschäftigte bei Breuninger brauchen neue Arbeitsverträge.Foto: StZ

Stuttgart - Das Stuttgarter Kaufhausunternehmen Breuninger ist gegenwärtig dabei, die Arbeitsverträge der Mitarbeiter zu überprüfen und anzupassen. Dabei geht es um sogenannte kapazitätsvariable Verträge. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vom Dezember 2005, die offenbar erst jetzt berücksichtigt wird, dürfen Mitarbeiter mit flexiblen Stundenverträgen maximal 25 Prozent der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit zusätzlich oder weniger arbeiten. Ein   Zehnstundenvertrag ermöglicht also Arbeitszeiten zwischen 7,5 und 12,5 Stunden pro Woche. In den Verträgen von Breuninger fehlt die 25-Prozent-Begrenzung. Öffentlich bekannt geworden ist das Problem durch die Klage einer ehemaligen Mitarbeiterin, deren Arbeitsvertrag grundsätzlich eine Arbeitszeit von zwei Stunden pro Woche vorsah; des Weiteren wurde lediglich auf eine 40-Stunden-Woche verwiesen. Nach Angaben eines Breuninger-Sprechers gibt es nur diese eine Klage.

Breuninger wehrt sich gegen den möglichen Eindruck, dass das Unternehmen mit Arbeit auf Abruf operiert. Nach Angaben des Sprechers wird die Einsatzplanung grundsätzlich mit einem zeitlichen Vorlauf von zwei bis drei Wochen gemacht. Bei Abweichung von den Mindestzeiten würden die Wünsche der Mitarbeiter respektiert; niemand werde gezwungen. Breuninger verweist zudem auf eine umfangreiche Untersuchung der Mitarbeiterwünsche und -anliegen im vergangenen Jahr. Dabei seien falsche Verträge und eine schlechte Einsatzplanung überhaupt nicht angesprochen worden. Der Sprecher: „Wir nehmen solche Themen sehr ernst.“

Bei Breuninger sind 1800 der 5500 Beschäftigten mit kapazitätsvariablen Verträgen ausgestattet. Die Hälfte davon hat 400-Euro-Jobs. Die Mitarbeiter mit den variablen Verträgen arbeiten nach Angaben des Sprechers im Durchschnitt 76 Stunden im Monat, was einem Beschäftigungsgrad von 44 Prozent entspricht. Verträge über eine Zweistundenwoche werden als Einzelfälle bezeichnet, die es zum Beispiel im Breuningerland Sindelfingen für die Spätöffnungszeit am Donnerstag zwischen 20.00 und 22.00 Uhr gibt.

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7 KommentareKommentar schreiben

@le - Arbeitslos oder Angestellt?: Der Mensche unterschreibt heute, unter der Option morgen endlich wieder selbst ohne staatliche Stütze leben zu müssen, alles!!!! Nur eins sei sicherlich noch zu erwähnen, das Arbeitsrecht und die Paragraphen hierzu hat nicht jeder intus und auch in Punkto Lohnbuchhaltung hat nicht jeder die Schulbank gedrückt. Die großen Macher mit ihren Anwälten wissen genau, auf was es ankommt, damit die Kasse klingelt, ohne zu klemmen. Bei der Gewerkschaft (vorausgesetzt, ich bin Mitglied!) kann ich das ja prüfen lassen. Freunde von uns hatten damals wie 34 weitere Kollegen nicht gemerkt, dass sie durch ihre Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag jeden Arzt, der an ihnen arbeitet, von der Schweigepflicht entbindet. Noch Fragen? Rechtsanwälte wie z.B. Naujoks bekommen alles hin ++++ http://youtu.be/k64jzYNG9a4++++++++++++Nur eine Frage des Geldes und das hat dieses Unternehmen im Überfluss!

Klar, man muss nicht unterschreiben.: Es sei denn, man hat keinen Job und vertraut dem Gegenüber, das einem verspricht, die 2 Stunden seien Makulatur. Aber, natürlich, das ist niemals vorgekommen und Breuninger würde niemals seinen Profit auf Kosten der Mitarbeiter steigern.

Verträge prüfen lassen: Eins ist mir nicht so klar! Wieso hat die Mitarbeiterin den Vertrag unterschrieben? Wenn mir etwas von Anfang an komisch vorkommt dann unterschreibe ich es doch nicht! Oder?!?!!?

Menschlichkeit: Auf die Mitarbeiter des Hauses wird ein unheimlicher Druck ausgeübt. Jeder Mitarbeiter wird dabei engmaschig kontrolliert. Verkäufer bekommen utopische Umsatzpläne vorgelegt, welche in 'Saure Gurkenzeiten' garnicht umsetzbar sind.Diese Lächeln der Mitarbeiter ist meist nur Fassade, dahinter brechen viele innerlich zusammen: Doch wer hier nicht lächelt bekommt von den lieben Testkunden, welche ständig im Haus unterwegs sind ein miese Beurteilung. Jede kleinste Regung und jeder kleinste Fehler wird dort in einem Fragebogen angeprangert. Sieht so Menschlichkeit aus Herr van Agtmael?

@insiderin: Die Berichte über Breuninger sind bei der StZ wirklich sehr versteckt platziert. Sieht aus, als hätte man Angst.

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