Wahlkampf in Karlsruhe Wahlkampf ohne Kontroversen

Stefan Jehle, 25.11.2012 09:26 Uhr

Die Stadt Karlsruhe ist derzeit von unübersehbar vielen Baustellen übersät, dazwischen hängen unzählige Plakate, die auf den OB-Wahlkampf hinweisen. Besucher, die in diesen Tagen in die nordbadische Stadt kommen, erfahren davon, dass die Karlsruher offenbar beides mit stoischem Gleichmut zur Kenntnis nehmen: auch noch wenige Tage vor dem Wahlgang am 2. Dezember.

Die meisten Gegner der Untertunnelung von Karlsruhes Innenstadt, die eine straßenbahnfreie Fußgängerzone schaffen soll, haben sich mit dem größten Infrastrukturprojekt der Nachkriegsgeschichte abgefunden. Im Wahlkampf werden allenfalls Forderungen nach „besserem Baustellenmanagement“ laut. Das bringt zuweilen den amtierenden Rathauschef Heinz Fenrich (CDU) in Rage, eine entsprechende „Stabsstelle“ dafür gäbe es längst, sagt dieser.

Wahlslogan aus Fritz Kuhns Kiste

So will sich manch einer auf den letzten Metern noch profilieren. Der von Grünen und SPD unterstützte Kandidat Frank Mentrup – selbiger ist SPD-Staatssekretär im Kultusministerium – hat just zu Wochenbeginn, als über Karlsruhe dichter Hochnebel lag, viele der stadtweit verteilten Plakate von der Farbe „Rot“ auf knalligeres „Grün“ umhängen lassen. „Mit Grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben“, steht jetzt dort: ein Slogan, den man schon von Fritz Kuhn kennt.

Wirklich positioniert hat sich der 48-jährige SPD-Politiker wenig: etwa bei der seit Jahren umstrittenen Rheinbrücke. Mentrups wichtigster Konkurrent, der CDU-Bundestagsabgeordnete und langjährige CDU-Kreisvorsitzende Ingo Wellenreuther (52) – der den Chefsessel im Rathaus nach mehr als 40 Jahren CDU-Regentschaft verteidigen will – entdeckte jetzt das Problem steigender Asylantenzahlen: Karlsruhes Landesaufnahmestelle quillt aus allen Nähten, Wellenreuther fordert jetzt plötzlich schnellere Verfahren.