Waiblinger Kulturzentrum Der Schwanen bedarf einer Frischzellenkur

Von Harald Beck 

Die Stadt wird gut 350 000 Euro in Brandschutzmaßnahmen für das Kulturzentrum auf der Schwaneninsel stecken. Nach 17 Jahren Betrieb sind dort bei einer Brandschau erhebliche Mängel konstatiert worden – ein Überblick über das, was dort saniert werden muss.

Eine grundlegende Brandschutzkonzeption ist für das Kulturhaus Schwanen unabdingbar geworden. Foto: Jan Potente
Eine grundlegende Brandschutzkonzeption ist für das Kulturhaus Schwanen unabdingbar geworden. Foto: Jan Potente

Waiblingen - Die Zahl der Eigenveranstaltungen pro Jahr mit 115 binnen 15 Jahren mehr als verdoppelt, die der Saalvermietungen sogar verdreifacht, dazu überegional beachtete Veranstaltungsreihen wie „Bunt statt Braun“ und vielfältig vergebene Kursräume – die Entwicklung des Kulturhauses Schwanen sei eine erfreuliche Erfolgsgeschichte, so war in der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsauschusses für Planung, Technik und Umwelt gleich mehrfach zu vernehmen. Eine, die allerdings nach 17 Jahren intensiven Kulturbetriebs auch gewisse Nutzungsspuren hinterlässt. Ein Umstand, der zusammen mit deutlich verschärften Bestimmungen in Sachen Brandschutz eine umfangreichere Frischzellenkur für den Kulturtempel mit regionaler Strahlkraft nötig macht, berichtete der Hochbau-Fachbereichsleiter Michael Gunser: „Bei Begehungen im Rahmen der Brändeverhütungsschau wurden immer mehr, teilweise erhebliche Mängel im Bereich des Brandschutzes festgestellt.“

Verschärfte Vorschriften beim Brandschutz

Angesichts der in den vergangenen zehn, zwölf Jahre geänderten und teils deutlich verschärften Vorschriften, sei eine grundlegende Brandschutzkonzeption für den Schwanen unabdingbar, erläuterte Gunser. Um für deren Umsetzung Kostensicherheit zu haben, sei eine Vorplanung beauftragt worden, um die Belange des Brandschutzes mit Blick auf die intensive Nutzung, die Rettungswege, die Anforderungen an Baustoffe und Bauteile, sowie die korrekte Umsetzung gesetzlicher Maßnahmen zu prüfen und den Finanzbedarf dafür zu ermitteln.

Nötig wird im Schwanen unter anderem eine neue und mit der Feuerwehrzentrale verbundene Brandmeldeanlage, die Erneuerung der Notbeleuchtung und der Notstromversorgung, zusätzliche Brandschutz- und Entrauchungsklappen und die Schaffung zusätzlicher Fluchtwege. Dabei soll eine außenliegende Stahltreppe zur Terrasse als zweiter Fluchtweg dienen, verbunden mit weiteren Treppen von der Dachterrasse zum ersten Obergeschoss. Außerdem soll die gesamte Elektroinstallation überprüft und auf den Stand der Technik gebracht werden. Die Stadtverwaltung rechnet mit Gesamtsanierungskosten von etwa 356 000 Euro und plant, noch in diesem Jahr die Außentreppe und den Dachsteg zu realisieren. Die Gesamtsanierung soll laut der bisherigen Planung dann im Herbst 2018 vollendet sein.

Einst ein Wirtshaus samt Bauerei

Das in seinen ältesten Teilen vor 300 bis 350 Jahren entstandene Gebäude auf der Schwaneninsel neben dem Beinsteiner Tor war seit 1774 ein Wirtshaus samt Brauerei. Im Jahr 1837 ist laut der städtischen Annalen erstmals der Name „Schwanen“ aufgetaucht. Der „Gasthof zum Schwanen“ wurde ausgebaut und mit einer Kegelbahn versehen. Der Festsaal diente damals Generationen von Waiblingern als Versammlungsraum für Hochzeiten, Faschingsfeten oder Theateraufführungen. Noch 1949, so die Haushistorie, seien im Schwanensaal von der Arbeiterwohlfahrt zu Weihnachten Geschenke an mittellose Waiblinger verteilt worden. Später wurde das Haus ein Möbelladen samt Lager, und diente als Unterkunft für Migranten aus Osteuropa – bis anno 2000 das Kulturzentrum einzog.