InterviewWissenschaftsministerin Theresia Bauer „Gute Schule macht man mit guten Lehrern“

Von Maria Wetzel, und Arnold Rieger 

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer will die Lehrerausbildung in Baden-Württemberg verbessern. Studenten soll der Start an der Hochschule erleichtert werden.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer beim Redaktionsbesuch Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer beim RedaktionsbesuchFoto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Wissenschaftsministerin Theresia Bauer spricht im Interview darüber, wie die Lehrerausbildung verbessert werden soll und über Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer.

Frau Bauer, in einer neuen Studie schneiden die Schüler aus Baden-Württemberg deutlich schlechter ab als vor einigen Jahren – auch die Gymnasiasten. Was kommt auf die Hochschulen zu?
Die Universitäten melden uns seit längerem, dass die Vorkenntnisse der Studierenden immer unterschiedlicher sind. Deshalb muss in der Eingangsphase mehr getan werden, um ein ähnliches Niveau herzustellen, etwa durch Vorkurse. Wir streben auch eine engere Kooperation mit den Schulen an, damit die Schülerinnen und Schüler besser auf ein Studium vorbereitet werden.
Wären da Vorprüfungen sinnvoll?
Es gibt bereits erste Erfahrungen mit Eingangstests – gute Erfahrungen machen wir mit den Medizinertests. Wir werden mit den Hochschulen über eine weitere Verbreitung dieser Auswahlinstrumente sprechen, auch als Selbsttest für angehende Studierende, damit diese sich besser einschätzen können. Wir setzen auch auf eine bessere Nachqualifizierung und Begleitung der Studierenden in den ersten beiden Studienjahren. Auf diese Studieneingangsphase werden wir in dieser Legislatur einen besonderen Fokus legen. Hier haben wir gemeinsam mit unseren Hochschulen schon Vieles angestoßen. Nötig ist aber auch eine hervorragende Lehrerausbildung an den Hochschulen. Denn gute Schule macht man mit guten Lehrern.
Die vor kurzem erfolgte Umstellung der Lehrerausbildung auf Bacherlor- und Masterstudiengänge verbessert noch nicht deren Qualität. Was planen Sie?
Wir haben nicht nur die Struktur umgestellt. Wir haben dabei auch die Fachlichkeit erhöht und den Bezug zur Schule gestärkt, den angehende Lehrer zwingend brauchen. Das führt zu mehr Qualität. Wer an der Universität für das Lehramt an Gymnasien und beruflichen Schulen studiert, benötigt neben dem Fachlichen mehr Pädagogik, Didaktik und Diagnostik. Da können die Pädagogischen Hochschulen liefern. Umgekehrt brauchen die Studierenden dort aber mehr Fachwissenschaft. Lehrerbildung muss als eigenständige Aufgabe konzipiert und als Ganzes verantwortet, beforscht und weiterentwickelt werden – dafür stehen unsere neu geschaffenen schools of education. Hier wird hochschulartübergreifend zusammengearbeitet und es entstehen starke Orte, an denen die Lehrerbildung im Zentrum steht. Sie sind auch Ansprechpartner für die Lehrerseminare und die ausbildenden Schulen sind.
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Warum: eigentlich Kinder erziehen und wenn zu was. Als Rüpel mit Gossensprache wird man schließlich Präsident der USA. Also lasst endlich diese blöde Bildung und spart das Geld für S 21. Wird Zeit, dass die Baustellen aus Stuttgart verschwinden.

Kompetenz: Schuld sind immer die anderen: Zum Beispiel die Lehrer, die wie durch ein Wunder in den letzten vier Jahren schlechter geworden sind. Am Bildungssytem kann es nicht liegen!!! Und zum Fachkräftemangel: Ich kann es nicht mehr hören. Wenn es wirklich so ist und es nicht nur an billigen Fachlräften mangelt - warum tut man nichts dagegen? Marode Schulen und Universiäten sind da nicht gerade hilfreich. Und ein extrem untaugliches "Bafög" System tut sein übriges

Statistik muuss ...: ... man können: Fast alle Kommentare liegen leider daneben! Die getesteten Schüler der 9. Klassen hatten mit Grün-Rot nix zu tun: Sie wurden nach dem Schavan-Lehrplan von 2004 unterrichtet, ihre Lehrer wurden fast alle vor der Grün-Rot-Regierung ausgebildet und eingestellt. Aber: Seit 1995 wurde durch CDU-Regierungen die Arbeitszeit der Lehrkräfte dreimal um je 1 Unterrichtsstunde erhöht, das schlägt sich eben in der Unterrichtsqualität nieder. Und überall fehlen Lehrer. Krankheitsvertretungen gibt es kaum noch: Kranke Lehrer müssen durch parallelen Unterricht der gesunden in gleichzeitig 2 - 3 Klassen ersetzt werden ... das funktioniert kaum. Dann z.T. kaum zu bändigende Inklusionsschüler und Migranten, eine immer schlechter werdende Erziehung der "bildungsfernen Schichten" usw. Nein, Frau Bauer, an der Qualität der Lehrer liegt es nicht, die sind nur ausgebrannt. Wir brauchen endlich wieder MEHR Lehrer, statt den öffentlichen Dienst ganz kaputt zu sparen! Hohles Gerede über die Lehrerqualität - durch keine Studie belegt - ist eben typischer Populismus, der niemandem hilft!

Ich denke: schon, dass es auch mit der Lehrerqualität zu tun hat. Mir hat ein Gymnasiallehrer gesagt, dass sie mit einer 3-monatigen Schnellbleiche in Pädagogik auf die Schüler losgelassen werden. Da wundert mich nichts mehr.

Differenziert sehen: Ich sehe da verschiedene Dinge, die zusammen kommen. Einmal sind die Ablenkungen der Schülerinnen und Schüler gewachsen, z.B. Smartphones. Daneben kommen ständige Reformen, die aber NICHT dem UNTERRICHT dienen, aber die Lehrerinnen und Lehrer viel Kraft und Zeit kosten: Dazu kommt, entgegen den Studienergebnissen, die Degradierung des Lehrers zum Lernbegleiter in oft den weniger effektiven offenen Unterrichtsformen. Zudem werden die Arbeitsbedingungen an den Schulen immer schlechter: Die Unterrichtsstunden pro Woche wurden in den letzten zwanzig Jahren um zwei angehoben (zuzüglich Vorbereitung + Korrekturen), die Altersermäßigung verschoben und die Anrechnungsstunden für Nebentätigkeiten (z.B. Bücherverwaltung, Ausbildungslehrer oder IT-Administration) gekürzt. Dazu kommt der stetige Sparkurs, der frustrierend wirken kann. Zudem kommen mehr Schüler/innen aus nicht so stabilen sozialen Verhältnissen im Vergleich zu früher, die bringen also ihr "Päckchen" mit in den Unterricht mit, das sie zusätzlich tragen. Es ist also meines Erachtens multikausal....

Nach nur 4 Jahren rot-grüner Schulpolitik droht ein beispielloser Absturz von den Spitzenplätzen bei den Schülerleistungen bis hinunter auf die Ränge, wo bisher das rot-grüne Bremen war.: Und nun will da eine über "wie macht man eine gute Schule reden". Für wie blöd hält die eigentlich die Bürger aus Baden-Württemberg!

die: Dame steht für diesen beispiellosen Absturz auf Bremen-Niveau. Aber ist doch klar dass sie das nicht eingestehen kann, ich bitte Sie das ist eine dieser Politikerinnen die für den Filz und die alten Zöpfe stehen. Von vorgestern sozusagen, erwarten Sie von so jemandem wirklich Aufrichtigkeit oder Selbstkritik? Eher bringt der Storch die Kinder

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