Youtube-Stewardess im Interview Der besondere Schwaben-Service

Kai Rixecker, 04.09.2011 11:30 Uhr

Stuttgart - Eine Überraschung haben Fluggäste der Linie Air Berlin erlebt, als sie in Stuttgart gelandet sind. Flugbegleiterin Michaela Bahnmüller verabschiedete sie in schwäbischer Mundart. Ein Fluggast hat dies gefilmt und auf der Videoplattform Youtube ins Internet gestellt. Das Video sorgt mittlerweile für Furore.

Frau Bahnmüller, können Sie eigentlich auch Hochdeutsch?

Ich gebe auf jeden Fall immer mein Bestes.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Borddurchsage auf Schwäbisch zu machen?

Das war eine relativ spontane Aktion. Während wir einen Aufenthalt zwischen zwei Flügen hatten, habe ich mir mit meiner Kollegin Christina Payr gedacht, dass wir auch mal eine Durchsage auf Schwäbisch machen könnten. In Hamburg müssen wir uns schließlich anstrengen, Hochdeutsch zu reden, damit uns die Fluggäste verstehen. Und jetzt wollten wir mal unseren schwäbischen Gästen einen besonderen Service bieten. Schwäbisch ist ja so was wie unsere Muttersprache. Seitdem haben wir die Ansage abwechselnd ein paar Mal gemacht.

Haben Sie persönliche Reaktionen von den Bordgästen bekommen?

Fast jedes Mal. Die Leute sind begeistert, müssen lachen und sagen: „Das sollte viel öfter gemacht werden.“

Gibt es auch negative Rückmeldungen?

Es gibt immer wieder Leute, die sagen, der schwäbische Akzent sei nicht der schönste. Wenn es aber 95 Prozent der Fluggäste gefällt, ist es für uns ein Erfolg.

 

 

Und wie reagieren Arbeitskollegen?

Ausschließlich positiv. Wir sprechen das vorher aber im Team ab, wenn wir eine Borddurchsage auf Schwäbisch machen wollen. Denn die Kollegen aus Hamburg oder Berlin kennen die schwäbische Durchsage ja nicht.

In Amerika tragen die Flugbegleiter ihre Bordansagen teilweise als Rap vor. Wollen Sie Ihr Repertoire künftig noch erweitern?

Bei Air Berlin steht die Sicherheit im Vordergrund. Wenn man sich auf diese Weise präsentiert, nehmen einen die Fluggäste nicht mehr ernst. Die Ansage auf Schwäbisch ist einfach als lustige Aktion nach dem Flug gedacht. Wir machen diese Bordansage auch nur, wenn überwiegend schwäbische Fluggäste an Bord sind und immer auf Hochdeutsch und Englisch zuerst, damit uns alle Fluggäste verstehen.

Sie sind aktuell die Flugbegleiterin von Air Berlin, über die am meisten geredet wird.

Dass es so hohe Wellen schlägt, konnten meine Kollegin und ich uns nicht vorstellen. Das hat uns positiv überrascht.