Zeitung in der Schule: Gymnasium Rutesheim Vom kleinen Jungen zum Retter in Not

Von Anne Esser 

Unter dem Leitspruch: „Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ bildet die freiwillige Feuerwehr Weissach begeisterte Jungen und Mädchen ab elf Jahren zu tatkräftigen Feuerwehrmännern und -frauen aus.

Auch Feuerwehrleute fangen klein an: wenn man elf Jahre alt ist, darf man loslegen. Foto: dapd
Auch Feuerwehrleute fangen klein an: wenn man elf Jahre alt ist, darf man loslegen. Foto: dapd

Weissach -

Ab elf Jahren kann jeder der freiwilligen Feuerwehr Weissach beitreten, um ein Retter zu werden. Eine Ausnahme gibt es: Zehnjährige, die in den nächsten Wochen elf werden, dürfen auch schon loslegen. Anfangs lernen die Kinder, wie man Schläuche auslegt und die Hydranten und Verteiler setzt. Dabei wird auch auf die verschiedenen Geräte eingegangen, die bei der Bewältigung der verschiedenen Einsätze helfen. Auf Grund der fehlenden körperlichen Kraft lernen die Nachwuchskräfte erst später mit den hydraulischen Gräten, wie dem Spreizer, dem Stempel und der Schere, umzugehen. Diese werden bei den „VUs“, den Verkehrsunfällen, zum Einsatz gebracht, um eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen zu befreien. Alle zwei Wochen wird abhängig von der Jahreszeit trainiert.

Auch das Funken muss natürlich gelernt sein. Die Weissacher haben sich da etwas einfallen lassen, um den Anfängern dies spielerisch beizubringen. Sie spielen „Fuchsjagd“, wozu die Jugendlichen mehrere Jägerteams bilden, die jeweils mit einem Funkgerät ausgestattet sind und einen „Fuchs“ losschicken, der in regelmäßigen Abständen seinen Standort preisgeben muss. Ist der „Fuchs“ gefangen, ist das Spiel vorbei. Gespielt wird im gesamten Ort.

Der „Melder“ ist quasi der Führerschein zum Ausrücken

Richtige(r) Feuerwehrmann/frau ist man, wenn man den Truppmann Teil 1 (die Grundausbildung), der sowohl theoretische, als auch praktische Teile beinhaltet, erfolgreich abgeschlossen hat. Voraussetzung ist das Erreichen des 18. Lebensjahres. Hat man bestanden, erhält man einen „Melder“, der bei einem eintreffenden Einsatz piept und somit die freiwilligen Helfer zum Ausrücken aufruft. Das ganze folgende Jahr über schließt man mit Übungen den Truppmann Teil 2 ab. Weiter geht es mit dem Sprechfunker-Lehrgang, dem Atemschutzgeräteträger-, dem Truppführer- und dem Maschinisten-Lehrgang. Der Atemschutzgeräteträger-Lehrgang muss regelmäßig aufgefrischt werden. Hier wird die körperliche Belastbarkeit getestet.

Die damals elf-jährigen Kinder sind zu Helfern und Rettern in der Not geworden und schützen uns nun nach dem Rettungsmotto: Schützen, retten, bergen, löschen.