Zukunftskongress Die Abkehr von der autogerechten Stadt

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Das Auto ist kein Statussymbol mehr, es zählt die Mobilität. Das ist nur eine Erkenntnis von vielen aus dem ersten Tag des Kongresses „Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt“ der Stuttgarter Zeitung.

Zwei Tage lang tauschen sich Experten über die Zukunft der städtischen Entwicklung aus. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 17 Bilder
Zwei Tage lang tauschen sich Experten über die Zukunft der städtischen Entwicklung aus.Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Antworten auf die Fragen nach der Zukunft der Städte fallen heute anders aus als noch vor einigen Jahren.“ Mit diesen Worten eröffnete Joachim Dorfs, Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, den zweiten Fachkongress der Zeitung, auf dem weltweit führende Architekten, Stadtplaner und Politiker zwei Tage lang über das Thema Stadtentwicklung diskutieren. Als erste Rednerin skizzierte die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ihre Vision einer Stadtentwicklung, die unter anderem eine Abkehr von der autogerechten Stadt bedeuten wird.

„Wir erleben heute eine Renaissance der Stadt, während wir es vor Jahren noch mit Stadtflucht zu tun hatten“, sagte Hendricks, die in Berlin auch für Städtebau verantwortlich ist. Den Geist von Stadt und Urbanität definierte Hendricks mit Offenheit und Liberalität. „Der Schaden für Dresden durch die Pegida-Demonstrationen ist enorm“, sagte sie. Diese Bewegung stehe allem entgegen, was eine Stadt ausmache. „Eine Metropole darf sich nicht gegen Neues und Fremdes abschotten, sonst wird sie zur Provinz.“

Hendricks: Wohnraum nicht nur nach Rendite vermieten

Angesichts dessen sei es wichtig, die soziale Mischung von Quartieren zu erhalten. Doch in attraktiven Städten steigen Mieten und Immobilienpreise, wodurch Menschen aus ihren angestammten Wohngebieten verdrängt werden. „Wohnraum darf nicht allein unter dem Gesichtspunkt maximaler Rendite vermietet werden“, sagte die Ministerin.

Zur Planung von städtischen Räumen erklärte Hendricks: „Wir brauchen keine autogerechte Stadt mehr, wir brauchen eine menschengerechte Stadt.“ Das Auto habe seine Rolle eines Statussymbols inzwischen verloren, zudem würden vier von fünf Menschen eine Abkehr vom Auto befürworten. Es werde zwar weiterhin seinen Platz in der Stadt haben, sagte Hendricks und fügte hinzu: „Es darf aber künftig nicht mehr sein, dass ein Großteil des öffentlichen Raums exklusiv für den Individualverkehr reserviert ist.“ Der Verzicht auf einen eigenen Mittelklassewagen entspreche rechnerisch etwa den Kosten für eine größere Wohnung mit zwei Kinderzimmern, rechnete die Bundesministerin vor.

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3 KommentareKommentar schreiben

hä?: Die Stadt der Automobilindustrie schafft das Auto ab? Klingt ja nach einer wahnsinnig tollen Idee...

Wichtig ist die Erreichbarkeit: Eine Landeshauptstadt die immer weiter den Individualverkehr einschränkt, wird in Zukunft abgehängt sein. Ganz speziell Stuttgart mit einer Topografie das Fahrrad fahren fast unmöglich macht. Mit Fahrverboten werden als erstes die zahlungskräftigen Bürger gehen. Deswegen braucht Stuttgart spezielle Verkehrswege. Leider sollen die nur für ein völlig unnötiges Projekt verbaut werden....

ein schöner: aber völlig nichtssagender artikel. frau hendriks redet einen ziemlichen blödsinn daher. abkehr von der autogerechten stadt und wohnungen vermieten ohne rendite. wunschdenken?

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