Zwischenbilanz von Porsche Porsche bleibt auf Erfolgskurs

Harry Pretzlaff, 27.07.2012 19:45 Uhr

Stuttgart - Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche steuert mit hohem Tempo auf ein neues Rekordjahr zu. Porsche bleibe auch in konjunkturell schwierigen Zeiten in der Erfolgsspur, sagte Vorstandschef Matthias Müller bei der Vorlage einer Zwischenbilanz für die ersten sechs Monate. Der Umsatz legte von Januar bis Juni um 29 Prozent auf 6,76 Millionen Euro zu, das operative Ergebnis kletterte um rund 21 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Damit dürfte Porsche weiter der profitabelste Autobauer der Welt sein.

„Mit eine Umsatzrendite von 18,7 Prozent liegen wir weiter über unserer strategischen Zielgröße von 15 Prozent“, berichtete Finanzvorstand Lutz Meschke. Der Finanzchef kündigte an, dass der Autobauer trotz hohen Vorleistungen für neue Modelle sowie für eine Erweiterung und Erneuerung der Kapazitäten den Gewinn des Spitzenjahres 2011 übertreffen und die Renditeziele erreichen werde. Der Absatz soll im laufenden Jahr zweistellig zulegen, hat Vertriebschef Bernhard Maier vor Kurzem angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte der Autohersteller Bestwerte bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis eingefahren.

Der starke Umsatz- und Ertragsschub in diesem Jahr kommt vor allem vom Generationswechsel beim 911er sowie von der weiterhin sehr starken Nachfrage nach dem Geländewagen Cayenne. Insgesamt legte der Absatz in den ersten sechs Monaten um 23 Prozent auf fast 69 000 Wagen zu. Die siebte Generation des 911ers ist im vergangenen Dezember gestartet. In diesem Frühjahr kam die Cabriovariante dieser Baureihe hinzu, die das Herzstück der Modellpalette bildet. In der ersten Jahreshälfte schaffte der 911er mit einem Absatzplus von 43 Prozent auf 14 420 Wagen den höchsten Zuwachs aller Baureihen, obwohl längst noch nicht alle Varianten auf dem Markt sind. In diesem Jahr sollen noch die 911er mit Allradantrieb folgen.

Der Cayenne verzeichnet die stärkste Nachfrage

Mit Abstand absatzstärkste Baureihe blieb jedoch der Geländewagen Cayenne, der um 25 Prozent auf rund 35 400 Autos zulegte. Während der Panamera ebenfalls gut beschleunigte, gab es beim Boxster und beim Cayman einen kräftigen Rückgang, der mit dem Generationswechsel bei diesen Einstiegsmodellen zusammenhängen dürfte. Der neue Boxster ist erst im Frühjahr auf den Markt gekommen, die Neuauflage des Cayman dürfte zum Jahresende folgen.

Die sehr starke Nachfrage nach dem Geländewagen Cayenne hängt auch damit zusammen, dass China mittlerweile mit rund 15 300 Autos (plus 25 Prozent) zum zweitgrößten Markt nach den USA aufgestiegen ist. Dort sind vor allem die Geländewagen von Porsche stark gefragt.

Aber auch in Deutschland, dem drittgrößten Markt, konnten die Stuttgarter die Auslieferungen um 21 Prozent auf rund 9500 Wagen steigern, obwohl der deutsche Automarkt stagnierte. Auch hier kam der Schub vor allem vom Cayenne. Dazu trägt auch ein Nachholeffekt bei. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen gar nicht so viel Wagen produzieren, wie bestellt wurden. Die Lieferfristen wurden deshalb immer länger. Um den Engpass zu beseitigen und zu verhindern, dass ungeduldige Kunden abspringen, wurde im Januar dann eine dritte Schicht im Leipziger Werk eingeführt und der Auftragsberg Schritt für Schritt verringert.

Die kräftige Expansion führt auch dazu, dass die Belegschaft des Autobauers wei­ter  aufgestockt wird. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 16 330 Mitarbeiter, davon 5900 in Zuffenhausen und 3900 im Entwicklungszentrum in Weissach. Im Stammwerk Zuffenhausen wird derzeit eine Manufaktur für den Porsche 918 gebaut. Der Sportwagen mit Hybridantrieb soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Auf der Automesse in Paris wird Porsche dem Vernehmen nach Ende September zudem die Studie eines Panamera Shooting Brake präsentieren, also eine Mischung aus sportlichem Coupé und Kombi.