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Opernintendant

Quander sagt ab

Tim Schleider, veröffentlicht am 20.07.2009
Bricht weg als Kandidat für den Intendantenposten an der Staatsoper: Georg Quander. Foto: dpa

Stuttgart - Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander wird nun doch nicht vom Sommer 2011 an Opernintendant in Stuttgart; er steht "für das Amt nicht mehr zur Verfügung". Und der Verwaltungsrat der Staatstheater wird sich für die Suche nach einem Nachfolger für Albrecht Puhlmann nun doch länger Zeit lassen als ursprünglich geplant; am 27. Juli wird auf der Gremiensitzung diesbezüglich noch nichts entschieden. Die Auswahl soll schließlich "einvernehmlich" mit allen Beteiligten geschehen, also auch mit den übrigen Theaterintendanten.


Na bitte – plötzlich ging dann doch alles ganz schnell. Der Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) nahm am Montag endlich das Heft in die Hand und brachte mit seiner siebenzeiligen Pressemitteilung Ruhe in das kulturpolitische Geschehen. Man darf annehmen, dass die große Abschiedsfeier für den Geschäftsführenden Intendanten Hans Tränkle am Sonntag auch hier ihre Wirkung zeitigt. Der Minister tummelte sich nach dem offiziellen Programm noch lange auf dem Empfang im Foyer des Schauspielhauses. Die vertrackte Lage bei der Suche nach einem Puhlmann-Nachfolger war dort in den Gesprächen das alles beherrschende Thema.

Nicht nur Frankenberg, auch Ministerpräsident Oettinger und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster dürften bei der Matinée gespürt haben, dass ein Beharren auf dem ursprünglichen Personalvorschlag von Land und Stadt (Quander) sowie dem Zeitplan (27. Juli) viel verbrannte Erde hinterlassen hätte. Zufrieden sein können die Intendanten Hasko Weber, Reid Anderson und Marc-Oliver Hendriks. Wie man hört, war in den vergangenen Tagen ein Gespräch zwischen ihnen und Georg Quander wenig produktiv verlaufen. Zudem mussten sie in Teilen der Presse lesen, wie ihre eigenen Kanidatenvorschläge an die Öffentlichkeit lanciert wurden, verbunden mit anonymen, äußerst negativen Kommentaren zu deren angeblicher Unfähigkeit – so sollten offenbar mögliche Quander-Alternativen in der öffentlichen Meinung schon mal präventiv "verbrannt" werden.

Jetzt aber ist der Zeitdruck aus dem Verfahren. Vermutlich wird sich die Kandidatensuche bis in den Herbst hinein erstrecken. Eine politische Niederlage bedeutet dies für den Kunststaatssekretär Dietrich Birk und die Stuttgarter Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann, die mit ihrem forcierten Quander-Verfahren Stärke demonstrieren wollten. Die Sitzung des Verwaltungsrates am 27. Juli wird im Übrigen wohl ganz abgesagt. Damit hätten die Intendanten dann doch Gelegenheit, zur Premiere der Stuttgarter "Judith"-Produktion bei den Salzburger Festspielen zu reisen.


Kommentare (2)
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J.D.,
20.07.2009
Und vor allem ...
... auch OB Schuster!!!
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