Bündnis Winnenden
Ein Container gegen Killerspiele
Thomas Faltin, veröffentlicht am 17.10.2009
Stuttgart - Die Emotionen sind zuletzt reichlich hochgegangen. Nachdem das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden angekündigt hatte, am Samstag vor der Oper sogenannte Killerspiele einzusammeln und zu verschrotten, gingen auf der Website des Bündnisses 500 Protestmails von Spielern ein, darunter auch viele mit zutiefst beleidigendem Inhalt. Bei der Aktion selbst stellte ein Spieler auf einem Plakat eine Verbindung zur Bücherverbrennung in der Nazizeit her. Das schockierte viele Mitglieder des Bündnisses. Umgekehrt waren die Spielerverbände verärgert, weil das Bündnis sie als Quasikriminelle und Minderbemittelte hinstelle.
Die Fronten waren also verhärtet. Kurzfristig hatten die Piratenpartei und der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) deshalb auch einen Stand auf dem Schlossplatz aufgestellt. Doch es gab am Samstag Bewegung in der Sache, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder wanderten Vertreter des Bündnisses hinüber auf den Schlossplatz und suchten das Gespräch. Und immer wieder kamen auch Spieler zur Oper herüber, um zu diskutieren.
Hardy Schober, der seine Tochter beim Winnender Amoklauf verloren hat, plädiert auch bei den Killerspielen für eine gemeinsame Position von Bündnis und Spielern und für eine Politik der kleinen Schritte. Dies habe sich beim Thema Waffen bewährt. Seit langem sei man im Gespräch mit den Schützenvereinen, in wenigen Tagen werde man die gemeinsamen Forderungen vorstellen. Über die Inhalte wollte er am Samstag noch nichts sagen.
Ein ähnliches Vorgehen sei auch beim verantwortungsvollen Umgang mit Gewaltspielen sinnvoll. "Alle, das Aktionsbündnis und die Spieler, haben doch ein gemeinsames Ziel: dass kein Amoklauf in Deutschland mehr stattfindet." Die Forderung, Gewaltspiele ganz zu verbieten, steht derzeit nicht mehr oben auf der Prioritätenliste. Ihnen sei vor allem wichtig, dass Jugendliche keinen Zugang zu den Killerspielen bekämen. Grundsätzlich ist sich das Bündnis sicher, dass die Spiele Auswirkungen auf den Spieler haben können: "Wenn man jahrelang Menschen in den Kopf schießt, wirkt das."
Die Spieler hingegen fühlen sich von den Medien, der Politik und auch dem Bündnis kriminalisiert: "Die Spieler werden immer als durchgeknallt dargestellt, deshalb haben manche so extrem auf die Aktion an der Oper reagiert", sagt Frank Hirt, der seit 24 Jahren am Computer spielt. Dabei seien die allermeisten "friedliebende Menschen – der Amokläufer von Winnenden war krank", so betont Patrik Schönfeldt, der stellvertretende Vorsitzende des VDVC, der in Deutschland etwa tausend Mitglieder hat. Ebenso wie Simon Engelhardt von der Piratenpartei ist er gegen ein generelles Verbot von Gewaltspielen: "Man verbietet schließlich auch nicht den Alkohol, obwohl es Gewalttaten unter Alkoholeinfluss gibt."
Doch betonen auch Engelhardt und Schönfeldt die Bereitschaft, mit dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden in einen Dialog einzutreten. Denn man unterstütze durchaus einige Forderungen der Winnender Aktion: So müsse die Medienkompetenz der Lehrer und Eltern deutlich erhöht werden, es müssten mehr Sozialarbeiter an den Schulen tätig sein, auch der existierende Jugendschutz müsse eingehalten werden. Bis zum Abend blieb der Container an der Oper übrigens weitgehend leer. Es sei dem Aktionsbündnis auch gar nicht darum gegangen, möglichst viele Spiele zu sammeln, sagte Hardy Schober – das Thema der Killerspiele sollte auf den Tisch.
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"Wir haben alle
dasselbe Ziel: einen weiteren Amoklauf in Deutschland zu verhindern."
dasselbe Ziel: einen weiteren Amoklauf in Deutschland zu verhindern."
Hardy Schober, Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden
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Politik der kleinen Schritte
Hardy Schober, der seine Tochter beim Winnender Amoklauf verloren hat, plädiert auch bei den Killerspielen für eine gemeinsame Position von Bündnis und Spielern und für eine Politik der kleinen Schritte. Dies habe sich beim Thema Waffen bewährt. Seit langem sei man im Gespräch mit den Schützenvereinen, in wenigen Tagen werde man die gemeinsamen Forderungen vorstellen. Über die Inhalte wollte er am Samstag noch nichts sagen.
Ein ähnliches Vorgehen sei auch beim verantwortungsvollen Umgang mit Gewaltspielen sinnvoll. "Alle, das Aktionsbündnis und die Spieler, haben doch ein gemeinsames Ziel: dass kein Amoklauf in Deutschland mehr stattfindet." Die Forderung, Gewaltspiele ganz zu verbieten, steht derzeit nicht mehr oben auf der Prioritätenliste. Ihnen sei vor allem wichtig, dass Jugendliche keinen Zugang zu den Killerspielen bekämen. Grundsätzlich ist sich das Bündnis sicher, dass die Spiele Auswirkungen auf den Spieler haben können: "Wenn man jahrelang Menschen in den Kopf schießt, wirkt das."
Gegen ein Verbot von Gewaltspielen
Die Spieler hingegen fühlen sich von den Medien, der Politik und auch dem Bündnis kriminalisiert: "Die Spieler werden immer als durchgeknallt dargestellt, deshalb haben manche so extrem auf die Aktion an der Oper reagiert", sagt Frank Hirt, der seit 24 Jahren am Computer spielt. Dabei seien die allermeisten "friedliebende Menschen – der Amokläufer von Winnenden war krank", so betont Patrik Schönfeldt, der stellvertretende Vorsitzende des VDVC, der in Deutschland etwa tausend Mitglieder hat. Ebenso wie Simon Engelhardt von der Piratenpartei ist er gegen ein generelles Verbot von Gewaltspielen: "Man verbietet schließlich auch nicht den Alkohol, obwohl es Gewalttaten unter Alkoholeinfluss gibt."
Doch betonen auch Engelhardt und Schönfeldt die Bereitschaft, mit dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden in einen Dialog einzutreten. Denn man unterstütze durchaus einige Forderungen der Winnender Aktion: So müsse die Medienkompetenz der Lehrer und Eltern deutlich erhöht werden, es müssten mehr Sozialarbeiter an den Schulen tätig sein, auch der existierende Jugendschutz müsse eingehalten werden. Bis zum Abend blieb der Container an der Oper übrigens weitgehend leer. Es sei dem Aktionsbündnis auch gar nicht darum gegangen, möglichst viele Spiele zu sammeln, sagte Hardy Schober – das Thema der Killerspiele sollte auf den Tisch.
Kommentare (31)
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Markus Schlichting, 28,
25.10.2009
Was ist ein Killerspiel?!?!!
Dieses Thema bewegt die Spieleszene ja nun schon einige Zeit und auf mehreren Internet Seiten, Twitter, in VZ's oder auf sonstigen Plattformen im Internet gibt es mehrere Berichte hierrüber. Auch seriöse Dokumente sind zu finden, die vorallem widerlegen und nachweisen das derartige "Action-Spiele" keine Gewaltverherlichungen schürt. Aber wie einer der Vorposter schon schrieb ist es eine einfache Aktion. Aktio = Reaktio ; wir haben Fall X Winnenden, durchleuchten das Leben des Attentäters. Wir stellen fest , er spielte Counterstrike (Actionspiel) wie sagen wir mal 70-80% der Jugendlichen in diesem Alter spielen aber nein in unseren Berichten erwähnen wir diese Ziffer natürlich nicht, denn diese gilt als Dunkelziffer und wird wie bei allen Statistiken von den Medien einfach verschwiegen, sonst könnten wir dem Mobb ja nicht einfach die leichte Kost vor die Füße werfen und er würde "unserer Meinung" folgen. Anstatt Gelder sinnvoll zu investieren und mal dort ausbesserungen vor zu nehmen, wo sie auch wirklich sinnvoll angelegt wären bringen wir durch solche Aktionen doch wiedermal eins deutlich zum Vorschein: 1. Gibt es viel zu wenig Menschen die sich mit neuen Medien oder der Thematik überhaupt auseinander setzen. 2. Lässt sich jeder dritte Bürger von solch stupider Propaganda begeistern. 3. Eltern die wirklich meinen ihr Kind habe ein Problem mit Action Spielen und hat sich in seinem Wesen verändert sind insofern sensibilisiert und schreiten da eher verfrüht als garnicht ein.
Ich bin auch Jahre lang mit solchen Spielen Konfrontiert gewesen und habe es auch genossen in der virtuellen Welt auf Pixel zu schiessen oder sonstiges einfach zum Zeitvertreib aber deshalb käme mir nicht in den Sinn solch banales Verhalten an den Tag zu legen, dazu habe ich wohl eine zu gute Erziehung genossen bzw. habe ich einen gesunden Menschenverstand.
Und noch ein netter Auszug aus einem Forum den ich beim stöbern noch gefunden habe für alle Super Eltern die sich ja nur ums wohl ihrer Kinder rund um die Uhr bemühen Zitat : "Und wenn die letzte LAN-Party gesperrt, der Letzte Server abgeschaltet und das letzte Video Spiel verboten und vom Markt genommen wurde, MÜSST ihr euch wieder um eure Kinder kümmern."
Ich hoffe dieser Beitrag gibt einigen auch mal einen Denkanstoß in eine etwas Informativere Richtung bzw. in eine Richtung zu gehen fernab vom Verbot hin zur Fürsorge weil es meiner Meinung nach nicht Mittel zum Zweck ist sogenannte "Action-Spiele" zu verbieten und damit sind die Amoklaufrate wieder auf 0% .
Ich bin auch Jahre lang mit solchen Spielen Konfrontiert gewesen und habe es auch genossen in der virtuellen Welt auf Pixel zu schiessen oder sonstiges einfach zum Zeitvertreib aber deshalb käme mir nicht in den Sinn solch banales Verhalten an den Tag zu legen, dazu habe ich wohl eine zu gute Erziehung genossen bzw. habe ich einen gesunden Menschenverstand.
Und noch ein netter Auszug aus einem Forum den ich beim stöbern noch gefunden habe für alle Super Eltern die sich ja nur ums wohl ihrer Kinder rund um die Uhr bemühen Zitat : "Und wenn die letzte LAN-Party gesperrt, der Letzte Server abgeschaltet und das letzte Video Spiel verboten und vom Markt genommen wurde, MÜSST ihr euch wieder um eure Kinder kümmern."
Ich hoffe dieser Beitrag gibt einigen auch mal einen Denkanstoß in eine etwas Informativere Richtung bzw. in eine Richtung zu gehen fernab vom Verbot hin zur Fürsorge weil es meiner Meinung nach nicht Mittel zum Zweck ist sogenannte "Action-Spiele" zu verbieten und damit sind die Amoklaufrate wieder auf 0% .
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