Annette Schavan Das Ende einer schwierigen Dienstreise

Von , Berlin 

Am Freitagabend kehrt Annette Schavan aus Südafrika zurück. Wie schon während ihrer Dienstreise wird es bei ihrer Ankunft nur um eines gehen: die Frage nach ihrem Rücktritt. Ja oder nein? Die politische Konkurrenz hat die Antwort für sich längst gefunden.

In Südafrika ging es für Annette Schavan fast nur um Fragen nach ihrem Rücktritt. Klicken Sie sich durch die Vita der Bundesbildungsministerin. Foto: dpa 17 Bilder
In Südafrika ging es für Annette Schavan fast nur um Fragen nach ihrem Rücktritt. Klicken Sie sich durch die Vita der Bundesbildungsministerin.Foto: dpa

Berlin - Der Terminplan des Bildungsministeriums für kommende Woche ist auffallend kurz. Das ist gewiss auch dem Karneval geschuldet. Aber auch nach Aschermittwoch taucht der Name der Hausherrin, Annette Schavan, nirgendwo mehr auf. Am Donnerstag lässt sich die Ministerin vom Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel bei der Einweihung des Supercomputers „Juqueen“ im Forschungszentrum Jülich vertreten. Dessen Kollege Helge Braun wird anstelle Schavans am Freitag zum Rat der EU-Bildungsminister nach Brüssel reisen. Das Ministerium betont jedoch, dies seien keineswegs Anzeichen, die auf einen raschen Rücktritt hindeuteten. Es gebe „schlicht keine öffentlichkeitswirksamen Termine“, sagt ein Sprecher Schavans.

Ansonsten gibt sich die Behörde einsilbig. Das gilt für die Regierung insgesamt. Die CDU-Ministerin, der die Universität Düsseldorf am Dienstagabend den Doktortitel aberkannt hat, wurde am Freitag gegen 18.30 Uhr von ihrer Dienstreise nach Südafrika zurück in Berlin erwartet. Es könnte Schavans letzte Dienstreise gewesen sein. Auch in der eigenen Partei rechnen viele mit einem raschen Rücktritt.

Keine Silbe von Schavans Sprecher

Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter lässt sich dazu keine Silbe entlocken. Wenn sowohl Schavan heimgekehrt sei als auch die Kanzlerin vom EU-Gipfel in Brüssel, „wird es Gelegenheit geben, in Ruhe miteinander zu sprechen“, teilte er mit. Neuerliche Vertrauensbekundungen hatte Streiter nicht zu vermelden. Den Worten seines Kollegen Steffen Seibert vom Mittwoch sei nichts hinzuzufügen. Seibert hatte Merkel ausrichten lassen, sie stehe mit Schavan in gutem Kontakt. Die Ministerin genieße ihr „volles Vertrauen“.

Der CDU-Veteran Wolfgang Böhmer, der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, rechnet hingegen mit raschen Konsequenzen. Schavan müsse selbst entscheiden, ob sie sich den wachsenden Druck und die anhaltende Kritik zumuten wolle. Böhmer hatte schon in der Doktoraffäre des früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den CSU-Freiherrn gewarnt, er glaube nicht, dass dieser den öffentlichen Druck werde durchhalten können. „Das gilt auch für Frau Schavan“, sagte Böhmer am Freitag im Deutschlandfunk. Er sei „überzeugt, dass die politischen Konkurrenten eine Belastung daraus machen werden“. Im Hinblick auf die Plagiatsvorwürfe gegen Schavan sagte er: „So lange sie im Amt ist, wird sie damit jeden Tag aufs Neue konfrontiert.“

Der Verweis auf Karl-Theodor zu Guttenberg

Linken-Fraktionsvize Dietmar Bartsch hält einen baldigen Rücktritt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wegen der Aberkennung ihres Doktortitels für unausweichlich. „Der 9. Februar muss ihr letzter Tag als Bildungsministerin sein“, sagte Bartsch der „Frankfurter Rundschau“. „Beim Adel wusste Frau Schavan noch, was zu tun ist“, betonte er mit Blick auf den wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Schavan hatte seinerzeit gesagt, sie schäme sich nicht nur heimlich.

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17 KommentareKommentar schreiben

Das politische ENDE naht !: Es sickert durch, um 14:00 Uhr wollen Frau Dr. Merkel und Frau (Dr.) Schavan vor die Presse treten, ich hoffe nur in knapp einer Stunde ist die politische Zeit unserer Bildungsministerin abgelaufen !

19. Februar Bildungsmesse Köln: Und die sollte die Bildungsministerin eröffnen. Jetzt kommt das Beste, das Thema heißt Plagiate an Schulen und Hochschulen. Ich kann nicht mehr vor Lachen.

Was haben wir denn da?: Günstlingswirtschaft im akademischen Betrieb! Seit jeher und immer weiter. Das gehört abgestellt. Und die Doktorväter, die mit den Arbeiten ihren Ruhm zu nähren versuchen bitte gleich mit in die Grube. Mit ihren falschen Arbeiten ergaunern sich diese Personen Positionen in Politik und in der Wirtschaft, die ihnen nicht zustehen; meist noch besser bezahlt als Kollegen mit vergleichbaren Tätigkeiten. Es ist Betrug und der ist zur Rechenschaft zu ziehen

Das Ende Schavans: Solche Fantasie Titel sollte man sich halt doch nicht um den Hals hängen und daraus Profit schlagen. Moralisch sehr bedenklich, diese Betrügereien.

Frau Prof. Dr. Annette Schavan: Gut das irgendwann jeder Betrug der Hochstapler auffliegt. Ein bisschen Gerechtigkeit gibt es halt doch.

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