Auto-Rangliste Die Wettbewerber fahren Mercedes davon

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Bei der jährlichen Leserwahl von „Auto, Motor und Sport“ hat Mercedes-Benz schlecht abgeschnitten. Nur die G-Klasse und das Cabrio des SLS errangen Spitzenplätze. Die Konkurrenz hat deutlich mehr Auszeichnungen abgeräumt.

Daimler-Chef Zetsche hat einen Preis für die G-Klasse entgegengenommen. Wir zeigen in unserer Bilderstrecke die Autos des Jahres. Klicken Sie sich durch! Foto: dpa 31 Bilder
Daimler-Chef Zetsche hat einen Preis für die G-Klasse entgegengenommen. Wir zeigen in unserer Bilderstrecke die Autos des Jahres. Klicken Sie sich durch!Foto: dpa

Stuttgart - Der Donnerstag war kein guter Tag für Dieter Zetsche. Der Daimler-Chef verkündet gebetsmühlenhaft, dass Mercedes-Benz spätestens bis zum Ende dieses Jahrzehnts wieder der weltweit führende Premiumhersteller der Welt sein soll und betont gerne den Anspruch der Nobelmarke „das Beste oder nichts“ anzubieten. Doch bei der jährlichen Kür der besten Autos durch die Leser von „Auto, Motor und Sport“ räumten vor allem der VW-Konzern und der Münchner Erzrivale BMW ab. Gleich in vier von zehn Kategorien eroberten VW, Audi und Porsche die Spitze, drei Mal liegt BMW auf Platz eins, nur zwei Mal die Marke mit dem Stern. Auch bei der Frage, welche Marke im Trend liege, ein wichtiger Seismograph für die Zukunftsfähigkeit, kam Mercedes-Benz hinter BMW, Audi, VW und Porsche nur auf den fünften Platz.

Angesichts des enttäuschenden Abschneidens war eines der Gesprächsthemen bei einer Party am Vorabend der Preisverleihung, ob Daimler-Chef Zetsche überhaupt zur Übergabe der Auszeichnungen auf der Stuttgarter Messe erscheinen würde. Doch Zetsche kniff nicht. Er kam im schwarzen Anzug und nahm im großen Saal ebenso Platz wie Porsche-Chef Matthias Müller, VW-Chef Martin Winterkorn und der VW-Patriarch Ferdinand Piëch mit seiner Frau Ursula.

Die A-Klasse ist nicht dabei

Besonders säuerlich, so war hinter den Kulissen zu hören, stieß dem Daimler-Mannen auf, dass gerade die neue A-Klasse von Mercedes-Benz, die zu den großen Hoffnungsträgern des Stuttgarter Konzerns zählt, nicht auf Anhieb den ersten Platz unter den Kompakten eroberte. Die A-Klasse landete hinter dem VW Golf, dem meistverkauften deutschen Auto, auf dem zweiten Platz. Dies ist für Daimler umso schmerzlicher, als die A-Klasse kürzlich erst in einem Test von „Auto, Motor und Sport“ hinter dem VW Golf und dem Audi A3 auf dem dritten Platz landete. Die neue B-Klasse von Mercedes-Benz musste sich im Ranking der Leser in diesem Jahr sogar mit dem sechsten Rang begnügen.

Viel Grund zum Strahlen hatte bei der Preisverleihung Ian Robertson, der Vertriebsvorstand der Marke BMW. Denn die Münchner konnten gerade im klassischen Kernbereich einer Premiummarke, nämlich der Mittel- und Oberklasse alle Pokale erringen. Gewiss mag dabei eine Rolle spielen, dass eine umfassende Erneuerung der Modellpalette in diesem Bereich bei Mercedes-Benz gerade bevorsteht. Die aufgefrischte E-Klasse ist gerade erst auf der Automesse in Detroit gezeigt worden, die neue S-Klasse wird Mitte des Jahres vorgestellt, die neue C-Klasse folgt im nächsten Jahr. Die aktuelle S-Klasse landete hier nur auf dem fünften Platz.

Hat BMW besser abgeschnitten?

Während BMW die Preise in Segmenten erhielt, die für den Absatz eines Premiumherstellers von großer Bedeutung sind, wurde Mercedes-Benz für zwei Wagen ausgezeichnet, die sehr spezielle Bedürfnisse befriedigen. Der Supersportwagen SLS Roadster, der bei den Cabrios den Wettbewerbern davonfuhr, wird nur in homöopathischen Stückzahlen verkauft. Für den noch relativ neuen SLK von Mercedes-Benz reichte es indes nur für Platz zehn.

Es entbehrt nicht einer gewissen Kuriosität, dass ausgerechnet die G-Klasse von Mercedes-Benz den Spitzenplatz bei den Geländewagen eroberte. Das klobige Vehikel ist nicht gerade eine Symbol für den Fortschritt. Der Wagen wird seit mehr als 30 Jahren produziert. Daimler-Chef Zetsche hat die G-Klasse kürzlich als „Fels in der Brandung“ bezeichnet. Bei der Preisverleihung versicherte er, dass dieser Methusalem der Automobilwelt noch lange leben werde. Die aktuelle M-Klasse von Mercedes, die für den Absatzerfolg deutlich wichtiger ist, schaffte es hinter den Wettbewerbern nur auf Platz sieben.

Die Platzierung der G-Klasse macht deutlich, dass die Leserwahl kein repräsentatives Meinungsbild der deutschen Bevölkerung widerspiegelt. Vor allem die Autobegeisterten lesen das Fachmagazin und nehmen sich eine halbe Stunde Zeit, um den Fragebogen auszufüllen. Männer sind dabei in der Überzahl. Doch unterschätzen sollte man die Bedeutung dieser Prämierung nicht. Denn die PS-Fans sind oft wichtige Meinungsbildner im Kreis von Bekannten und Verwandten sowie gefragte Ratgeber beim Kauf eines neuen Wagens.

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12 KommentareKommentar schreiben

Aufstand der Rentner: Diejenigen die hier gegen die neue A-Klasse polemisieren, weil sie nicht so langweilig und nichtssagend wie ein Golf daherkommt, verstehen nichts von Markenpositionierung. Die wundern sich wahrscheinlich auch, warum ein Anzug von Hugo Boss nicht so aussieht wie einer von C&A. Die neue A-Klasse ist das erste überzeugende Auto von Daimler seit 25 Jahren. Daimler kann nicht wieder Nr. 1 werden, wenn sich die Marke nur auf das Rentnersegment konzentriert, wie sie dies nun schon seit Jahrzehnten tut.

wie die bild: dieser artikel könnte so auch in der bild stehen. reisserisch, tendenziös, subjektiv. -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- .....räumten vor allem der VW-Konzern und der Münchner Erzrivale BMW ab. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------bmw bekam drei preise, mercedes zwei. versteht man unter abräumen einen preis mehr? noch besser finde ich allerdings, dass harry pretzlaff oben den vw-konzern als ganzes aufführt und mit vier autos als abräumer und klaren gewinner gegenüber mercedes ansieht und unten beim trend die konzernmarken strikt trennt um mercedes damit auf den fünften platz zu setzen. so könnte man natürlich auch sagen, bmw führt mit drei preisen, mercedes und vw gleichauf mit zweien, audi und porsche abgeschlagen mit einem preis. man könnte auch schreiben, dass mercedes hinter dem vw-konzern und bmw auf dem dritten platz im trend liegt. man könnte auch einfach einen artikel sachlich und unparteiisch schreiben. Leider sieht man sachlich und unparteiisch bei der stuttgarter zeitung nicht besonders oft.

Versteht Mercedes seine Kunden?: 1 Gewährleistung: Wer das „Beste oder nichts“ auf seine Werbefahne schreibt könnte doch 7 Jahre Garantie geben! Ohne 7 Jahre Zusage ist diese Aussage nicht glaubwürdig. 2 Qualität: früher ein Grund Mercedes zu kaufen und die Preise zu bezahlen – das bieten jetzt andere auch. Audi setzt jetzt z.B. auch die Standards in der Verarbeitung im Innenraum-Design. Mercedes ist da immer noch auf dem 3. Platz – auch die überarbeitetet E-Klasse ist im Materialmix nicht gelungen – das kompensiert die Analog Uhr nicht - sorry . Wie lange hat es gedauert die C-Klasse einigermaßen zu überarbeiten. Jetzt soll sogar der Nachfolger der aktuellen C-Klasse das „Mickey Mouse Tablet PC“ Innendesign der A- bzw. B-Klasse bekommen – weit entfernt vom Kundenwunsch in dieser Preisklasse. Verrostete E-Klassen stehen heute auf den Parkplätzen. Herr VW/Audi Piech hatte vor vielen Jahren Rost Audis mit Fangprämien aus dem Markt genommen und Vollverzinkung eingeführt. 3 Modell Chaos: zu viele Modelle, die sich oft nicht als Mercedes erkennbar zeigen, z.B. R-Klasse 4 Betreuung: von BMW ist erste Klasse, sowohl über Mails, Kundenzeitschriften etc. 5 Plus: Werkstätten sind wesentlich besser geworden und die Langzeitqualität der Fahrzeuge Anmerkung … In unserer Familie / Verwandtschaft wurden bis heute 8 S-Klasse, 3 E-Klasse, und zahlreiche LKWs geordert – doch wir wurden nie eingeladen zu einem Kunden-Feedback zur Marke und Designstudien.

Design: Früher war Mercedes (vor dem Daimler-Chrysler Gekasper) eine Automobilikone. Man fuhr erhobenen Hauptes nüchterne, unkaputtbare Mobile und stand über oder neben den Designmoden. Seit Daimler dieses lächerliche Seifenstück-mit-Falten-Design durchzieht, ziehen die Kunden davon. Wer will mit so etwas gesehen werden? Das ist alles nur noch lächerlich - beispielsweise die A-Klasse, eine Mischung aus China- und BMW 1ser Design... Geschmacksverirrungen in die Mittelklasse wies schon der endlich gestorbene Maybach auf, sah aus wie ein Mitsubishi..... Solange die äußere Form sich nicht ändert, wirds auch nichts mehr mit dem Umsatz.... Grüsse

Nicht zu fassen.....: Mercedes hat das Auto erfunden. Und es waren die Reichen, die sich so etwas leisten konnten. Von der Massenmotorisierung waren wir noch weit entfernt. Und auch zwischen den Kriegen blieb ein Auto ein Luxusgut . es waren immer die 'Spitzen' der Gesellschaft, die einen Mercedes fuhren. Egal ob Adolf Hitler nebst anderen Schergen , der Papst oder Rosemarie Nitribitt. Die Wirtschaftskapitäne der Nachkriegszeit. Ein Mercedes in der Auffahrt signalisierte:' Schaut her - ich hab's geschafft'. Bis in die 80er Jahre hinein wartete man auf bestimmte Baumuster bis zu 6 Jahre. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass man kurz nach der Auslieferung den 'nächsten' bestellte. Die Kasse von Daimler war randvoll, ich meine sogar dass es mal das wertvollste Unternehmen der Welt war. Aber irgendwie ist die Zeit bei diesem ehemaligen Vorzeigeunternehmen stehen geblieben. Das gute Geld wurde sinnlos verpulvert. Nach Breitschwert ging es nicht mehr nur ums Kerngeschäft.Das gipfelte dann mit der von Herrn Grube strategisch organisierten milliardenschweren Hochzeit im Himme l- Fiat verdient Geld mit Chrysler. Und für die junge Generation ist ein Benz ein alte Leute Auto.

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