Automarkt Chinas Autobauer wollen den Weltmarkt erobern

Von , Peking 

Bisher haben die chinesischen Autobauer vergeblich versucht, im Ausland Fuß zu fassen. Doch mit westlichem Knowhow soll ein neuer Anlauf klappen. Die Chinesen haben neue Strategien. Die Umsätze sind jetzt schon gewaltig.

Auf dem Autosalon in Genf feiert die chinesische Marke Qoros Weltpremierer. Foto: Qoros
Auf dem Autosalon in Genf feiert die chinesische Marke Qoros Weltpremierer.Foto: Qoros

Stuttgart - Dieses Mal soll es klappen – diesmal wirklich, endlich. Beim Genfer Autosalon im März unternimmt der chinesische Autohersteller Chery einen neuen Versuch, auf dem Weltmarkt durchzustarten. Qoros heißt die Marke, die das Unternehmen dafür zusammen mit einem Joint-Venture-Partner, dem israelischen Mischkonzern Israel Corporation, gegründet hat. Seit Wochen lancieren Qoros’ PR-Berater Bilder des ersten Fahrzeugs, der kompakten Limousine Qoros 3.

Dazu gibt es knappe, sorgfältig ausgewählte Fakten, die das Image der Marke von Anfang an in die richtige Spur lenken sollen: Als Designer haben die Chinesen Gert-Volker Hildebrand angeheuert, der einst für BMW den Mini formte. Volkswagens ehemaliger US-Chef Volker Steinwascher ist stellvertretender Vorstandschef. Auch ehemalige Manager von Opel, Saab und GM sind an Bord. Die Montage findet im südchinesischem Changshu statt, aber 95 Prozent der Bauteile sollen von internationalen Zulieferern kommen, darunter Bosch, Continental und Magna Steyr.

Autoentwicklung zwischen Schanghai und München

Die Entwicklungsarbeit wird international zwischen Shanghai, München und Graz koordiniert. Soll heißen: Qoros ist weniger ein chinesisches Fahrzeug als ein Best-of der globalen Autoindustrie. In den kommenden Monaten soll der neue kompakte Qoros 3 zunächst in China erhältlich sein und bis Ende des Jahres auch in Europa, für weniger als 20 000 Euro. Ob das Kalkül aufgehen wird, bleibt vorerst offen. Doch allein die Herangehensweise zeigt: die Chinesen haben aus den Rückschlägen der vergangenen Jahre gelernt.

Seit Jahren drängen chinesische Hersteller auf den Weltmarkt. Vor allem auf den entwickelten Märkten Europas und Nordamerikas wollen sie sich etablieren. Ihre ehrgeizigen Ankündigungen erregen zwar regelmäßig Aufsehen, aber der Erfolg bleibt bis jetzt aus. Der stärkste Eindruck, den die chinesischen Fahrzeuge bisher hinterließen, waren katastrophale Crashtest-Ergebnisse.

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2 KommentareKommentar schreiben

Produziert in China: Genau wie schon angesprochen, die Autos werden in China zusammengebaut, mit deutschen Teilen von Schaeffler, Contintental und Co. Trotzdem bin ich im Zweifel ob sich das durchsetzen wird. Auch wenn die besten teile der führenden deutschen Unternehmen verbaut wurden ist es immer noch ein Chinesisches Produkt, und ob sich das verkaufen wird...

jetzt mal schön langsam: das Auto wird in China nur gebaut. Von alleine hätten die Chinesen so ein auto gar nicht entwickeln können. Dafür braucht immer noch europäisches Know-How. Eine Weiterentwicklung wird für die Chinesen ebenfalls kaum möglich sein. Daher halte ich die Überschrift für sehr übertrieben. Und sollen doch Daimler und Co mal bisschen internationale Konkurrenz bekommen, was soll´s? Dann besinnen sie sich vielleicht mal wieder auf das wesentliche. Nämlich Automobile sind keine Wohnungen oder Ferienhäuser. Ich brauch darin keinen Fernseher oder einen Champagner-Kühler. Ein Auto soll nur von A nach B bringen. Geschützt vor Regen und mit so wenig Energieeinsatz wie möglich.

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