„Elefantenrunde“ beim SWR Hitzige TV-Runde vor der Wahl

Von red/dpa 

Es bleibt spannend vor der Landtagswahl - und die Spitzenkandidaten der Parteien liefern sich noch einmal hitzige Wortgefechte. Nicht überraschend: Die Flüchtlingskrise löst Streit aus.

Die Spitzenkandidaten der Parteien (l-r): Bernd Riexinger (Die Linke), Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Wolf (CDU), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Nils Schmid (SPD) und Jörg Meuthen (AfD) stehen am in einem Fernsehstudio des Südwestrundfunks. Foto: dpa
Die Spitzenkandidaten der Parteien (l-r): Bernd Riexinger (Die Linke), Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Wolf (CDU), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Nils Schmid (SPD) und Jörg Meuthen (AfD) stehen am in einem Fernsehstudio des Südwestrundfunks.Foto: dpa

Stuttgart - Beim letzten Aufeinandertreffen vor der Landtagswahl haben sich die sechs Spitzenkandidaten in einem hitzigen Schlagtausch über die Flüchtlingskrise gestritten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wies den Vorwurf zurück, es gebe Chaos in Baden-Württemberg. „Heute herrscht wirklich Ordnung bei uns“, sagte Kretschmann in der SWR-„Elefantenrunde“ zur Wahl. Alle Flüchtlinge würden inzwischen registriert. FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke warf Kretschmann „Regierungsversagen“ und Chaos vor.

In der TV-Runde musste vor allem der Landeschef der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, viel Kritik einstecken. Kretschmann und Schmid hatten sich zuvor lange geweigert, mit der Partei gemeinsam aufzutreten. Später entschieden sie sich anders.

„Es herrscht mal überhaupt kein Chaos“, betonte Kretschmann. Die Sicherheit im Land sei so gut wie möglich gewährleistet. „Baden-Württemberg gehört zu den sichersten Ländern der Welt“, sagte der Regierungschef.

Kretschmann lobt erneut Merkel

Der Grünen-Politiker lobte einmal mehr den Kurs der Bundesregierung, alles für einen Zusammenhalt Europas zu tun. „Die Kanzlerin ist eine erfahrene Krisenmanagerin“, sagte Kretschmann. CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf meinte mit Blick auf den Amtsinhaber, dass es nicht reiche, Merkel zu verstehen - sie brauche auch Unterstützung etwa bei den Asylpaketen.

Drei Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg trafen die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien das letzte Mal aufeinander. Im Studio mit Publikum waren auch SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid und Linken-Spitzenkandidat Bernd Riexinger. Die Debatte drehte sich auch um die Schulpolitik und den Straßenbau. In beiden Punkten warf CDU-Kandidat Wolf der Regierung Missstände vor und sicherte zu, mehr für Bildungsvielfalt und den Bau neuer Straßen zu tun. Die CDU will auch 1500 zusätzliche Polizeistellen schaffen.

Am Sonntag sind 7,7 Millionen Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Wahlkampf-Endpurt der Parteien bleibt spannend: Aktuelle Umfragen ergeben ein teils unterschiedliches Bild zur Stimmungslage der Wähler. Unklar ist, ob Grün-Rot unter Ministerpräsident Kretschmann die Regierung für weitere fünf Jahre fortsetzen kann. Die Grünen haben in den jüngsten Umfragen allerdings einen Vorsprung vor der CDU.

  Artikel teilen
12 Kommentare Kommentar schreiben

Und wieder vertane Möglichkeiten: die Sendezeit wurde einfach nur verschwendet, - daß kann man besser machen. - - - Methodik der Redensart sowie die beeinflussende Kameraführung für den politischen Zweck, - war so schlecht gemacht, - dieß merkte jeder Zuschauer. - - - ES wurden KEINE Fragen gestellt, sondern NUR Unterstellungen und Beleidigungen ausgeworfen. - - - DEMOKRATIE geht anders, - es gab am Ende nur einen, der die Gesprächskultur gepflegt hat. Herr Dr. Meuthen, den wir in unserer Familie auch alle wählen werden ( einige von uns waren vor dieser Sendung noch unsicher ) .

Wer die Wahl hat: Die Nervosität bei Herrn Kretschmann war etwas verwunderlich, denn er wird doch selbst von vielen geachtet, die vielleicht eine andere Partei wählen werden. Vernunft und Augenmaß, das ist es was sich viele wünschen. Aber warum betet er für Merkel, die genau das nicht hat ? Auch bei Schmid ist man hin und hergerissen: einerseits eine gute Sachpolitik machen und dann auf so unflätige Weise einen politischen Gegner niedermachen. Da steht er Gabriel ("Pack") in nichts nach. Die berechtigten Sorgen der Bürger nicht wahrnehmen, das ist unanständig. Über die weiteren Kandidaten braucht man nicht viele Worte zu verlieren, denn ihre Sprechhülsen liefen nach den alten Schemata.

H.Schmid Auftritt: Herr Schmid sollte an seinem Demokratieverständnis arbeiten, Prof. Meuthen wurden Fragen gestellt aber offensichtlich hatte besonders Herr Schmid keine besondere Affinität sich diese auch anzuhören.......Dabei gehört er ja seiner Bekundung nach zu diesem innovativem , sachlichen Team an, das uns die letzten Jahre so erfolgreich regiert hat....... nur kleine Mängel bei Polizeireform, überteuerter Bildungsreform mit leistungsschwachen Gesamtschulen ohne richtige Notendurchschnitte, einen radfahrenden Verkehrsminister ( Auto ist ein Auslaufmodell !!- woher kommt eigentlich das Geld im Stuttgartraum ??).... peinlich wird es wenn man dann noch Millionen für Strassenbau nicht abruft...obwohl in Deutschland Milliarden nur durch KFZ-Steuer und Mineralölsteuer "verdient" werden....aber die fliessen geschmeidig in die Sozialsysteme....die Frage ,wann das Ende des Solidarzuschlags kommt- nach über 25 Jahren vielleicht etwas verfrüht...Entschuldigung Herr Schmid für die kleinliche Kritik.. die SPD ist eine grosse Partei, nur wird sie so kleiner werden, die Dinos sind auch irgendwann ausgestorben

Das haßtriefende Gegeifer: des Herrn Schmid war unerträglich. So spaltet man Gesellschaften, werte SPD, statt auszusöhnen und zu integrieren!

Recht haben Sie..: Der gute Herr Schmid war emotional sehr aufgewühlt. Als er mindestens 5 Mal zu Herrn Rülke rief" nehmen Sie den Finger weg" hab ich mir wirklich Sorgen gemacht, dass er gleich umfällt vor Wut...Peinlicher Auftritt.

Alle Achtung....: Herr Professor Meuthen dass Sie einzigst Ruhe bewahrten! Sie haben bislang noch niemals irgend eine Partei diffamiert; zum Gegenteil was man mit ihrer Partei veranstaltet! Weshalb ist denn Herrn Kretschmann seine Äußerung entfallen dass "das Boot nie voll ist"? Alle anderen Mitteilungen braucht kein Mensch, außer man glaubt an heiße Luft. ;-) Am Sonntag stellt sich raus ob wir richtig gewählt haben! Danke

Gut: hab´ mir die Zeit genommen, neue Erkenntnisse waren für mich keine dabei. Sehr peinlich war der Herr links hinter Prof. Meuthen, der immer wenn er in die Kamera kam anfing demonstrativ den Kopf zu schütteln.

Der "Herr" links: Der "Herr" links war ein Parteifreund von Hannes Rockenbauch (SÖS), welcher in der Diskussionsrunde im Anschluss direkt neben ihm gestanden hat. Wen wundert es da wenn dieser "Herr" eher dem sehr linken Lager zuzuordnen ist. Der SWR hätte lieber das Publikum weglassen sollen, dann wäre die Veranstaltung angenehmer gewesen.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.