Facebook-Party 1000 Partygänger pilgern nach Backnang

Knapp 1000 Jugendliche sind am Samstagabend zu einer Facebook-Party nach Backnang gepilgert. Die Polizei blockierte den Zugang zum Partygelände, bei Auseinandersetzungen verletzten sich einige Jugendliche.

 Foto: Gottfried Stoppel 46 Bilder
Foto: Gottfried Stoppel

Backnang - Die Botschaft auf den Anzeigentafeln am S-Bahnhof in Backnang war deutlich: „Die Facebook-Party findet nicht statt“, zeigte das digitale Laufband an. Doch von den Botschaften ließen sich die knapp 1000 Jugendlichen nicht abhalten, die am Samstagabend zu einer Facebook-Party nach Backnang gepilgert waren.

Etliche von ihnen hatten sich nach Angaben der Polizei bereits auf der Anfahrt betrunken. Als die Beamten ihnen am Bahnhof und auf dem rund drei Kilometer entfernten Veranstaltungsgelände ihre Alkoholvorräte abnahmen, kam es teilweise zu hitzigen Auseinandersetzungen. „Es sind Flaschen und Äpfel geflogen“, sagte eine Sprecherin. „Dadurch sind mehrere Jugendliche verletzt worden.“ Die Polizisten blieben ohne Blessuren.

Direkt am Zugang zum Plattenwald hatten sich die Beamten postiert und die Straße blockiert. Die Polizei verhielt sich defensiv, zeigte aber durchaus Präsenz mit Reiterstaffeln und Hunden. Die Partygänger skandierten, zündeten bengalische Feuer, einer von ihnen warf eine Flasche in Richtung der Beamten. Ansonsten blieb es ruhig. Als sich am späten Abend ein Unwetter ankündigte, löste sich die Menge auf.

Auf der Facebook-Seite der Veranstaltung distanzierten sich viele Nutzer von den Randalierern.  Manche "Assis" hätten die Polizisten mit Flaschen beworfen, schreibt ein Mitglied, "das hätte echt nicht sein müssen". Ein anderer User schreibt: "Benehmt euch und macht dann eine Party, die wird dann eventuell auch zugelassen."

Auf Facebook wurde weiter geworben

Auf Facebook hatten die Nutzer am Samstagabend weiter dazu aufgerufen, die Party zu besuchen. Die Mitglieder des sozialen Netzwerks stellten Fotos auf die Seite von feiernden Jugendlichen, die durch die Stadt pilgerten, sich in den örtlichen Supermärkten mit Alkohol eindeckten und vor Handykameras posierten. Einige der Bilder waren allerdings gefälschte Aufnahmen von früheren Festen im Freien.

Die Polizei hatte im Vorfeld davon abgeraten, die Party in Backnang zu besuchen. Die Stadt hatte das Gelände für den Samstagabend „wegen nicht absehbarer Gefahren für die öffentliche Sicherheit“ zum Sperrgebiet erklärt. Feiern in dieser Größenordnung können untersagt werden, da sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen.Zu der Party hatten sich bis Freitag mehr als 22.000 Nutzer angemeldet. Die Polizei ging offensiv gegen diesen Plan vor, verbot die Veranstaltung und warnte im Internet vor Strafen.

Die Veranstalter reagierten immer wieder mit Planänderungen auf die Aufrufe der Polizei. Zunächst hieß es, der Schwaikheimer Bahnhof sei der neue Veranstaltungsort, schließlich ernannten die Initiatoren den Bahnhof in Backnang zum Treffpunkt.

Es ist nicht der erste Aufruf des „Project X Plattenwald“ über Facebook gewesen, eine Party im Rems-Murr-Kreis zu starten. Insbesondere um den ersten Mai hatten Jugendliche das Medium bereits genutzt, um auch überregional Gäste zu spontanen, unangemeldeten Privatfeiern anzulocken.

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22 Kommentare Kommentar schreiben

die Geister die ich rief,: überall, Stuttgart voran, wird für Parties und Massen-Events geworben. Kein Sommerwochenende ohne bunte, laute Großveranstaltung. Leute feriert und konsumiert! Und jetzt, - - auf einmal soll / daf nicht gefeiert werden!

@Stuttgarter & Schwaben - Verbot heißt NEIN!!!: Die Veranstaltung war verboten und nicht genehmigt. Auch die Auswüchse, die die Jugendlichen respektlos der Polizei entgegen bringt, Zwingt zu härteren Maßnahmen. Wo kommen wir denn hin, dass Pappnasenvereine das Sagen haben und Ordnungshüter kapitulieren und mit gesenktem Kopf nach Hause fahren. HALLO, einfach die Spielregeln beachten!!! Nein heißt nein und zwar ohne Punkt und Komma. Aber viele haben das nicht gelernt und sind davon noch Meilen entfernt. Es waren auch viele nur um Stress zu verursachen angereist. Nicht alle wollten nur a lot of fun!!! Ergo? So kommt es, wie es kommen muss, nicht zur Strafe, aber dennoch zur Übung. Waren das Ihre Kid´s?

@Försterle aus dem Wäldle: Kritik an der Stuttgarter Polizei gilt für Sie bereits als permanente Hetze. Sorry, aber hat die Polizei den Juwelenraub in der Königstraße aufklären können ? Immerhin waren die auch mit Hundertschaft vor Ort und hatten nix besseres zu tun als Kunden und Geschäftsinhaber aus den benachbarten Geschäften auf die Straße zu treiben. Dabei wurde aber niemand der Personen kontrolliert oder befragt !

@Bürger: 'Es zeigt sich wieder einmal, dass die Schwaben ein Volk von Spießbürgern sind.' Ach so. Ich bin froh, dass ich in dem Bundesland lebe, welches in allen ökonomischen und sozialen Kenndaten in der deutschen Spitzengruppe liegt. Die ewig feiernden NRWler, Berliner und andere dummschwätzenden Dauerlaberer leben doch alle nur auf unsere Kosten. Ich bin für die Gründung eines Südstaates mit BW, Bayern, Schweiz, Österreich und Südtirol. Die nichtspießigen Nordlichter können dann ihre Partys selbst finanzieren - fragt sich nur wie lange. Von nichts kommt nichts!

Posts: Die Anzahl der bisherigen Bewertungen zeigt zweierlei: 1. Die facebook-Gemeinde scheint noch im Bett zu liegen und den verpassten Chancen auf eine Riesenparty nachzuweinen, 2. sie liest - im Gegensatz zu den S21-Widersachern - offensichtlich keine gutbürgerliche(n) Zeitung(en). Letzteres gibt mir zu denken!

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