Filderstadt Die neue Amtschefin setzt sich für Integration ein

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Das frisch gegründete Amt für Integration, Migration und Soziales in Filderstadt wächst laufend. Jetzt hat es mit Barbara Scheubert auch eine neue Leiterin bekommen. Ihr Vorgänger hatte nach nur einem halben Jahr gekündigt.

Barbara Scheubert ist die Nachfolgerin von Johannes Krauß. Foto: Otto-H. Häusser
Barbara Scheubert ist die Nachfolgerin von Johannes Krauß. Foto: Otto-H. Häusser

Filderstadt - Das junge Amt wächst schnell. Erst Anfang dieses Jahres wurde das Amt für Integration, Migration und Soziales ins Leben gerufen. Seither ist beispielsweise der Soziale Dienst, der ebenfalls dazu gehört, auf das Doppelte – sechs Personen – angewachsen.

Die zusätzlichen drei Sozialarbeiter – aktuell kommt die dritte Stelle hinzu – kümmern sich um Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung. Zusätzlich zu den 180 Flüchtlingen, für die die Stadt bereits zuständig war, sind in diesem Jahr 270 Menschen in städtische Unterkünfte eingezogen. Die Sozialarbeiter halten dort Sprechstunden ab und helfen den Flüchtlingen im Alltag weiter. „Wir bieten aber auch Beratungen im Rathaus an der Martinstraße an“, sagt Barbara Scheubert, die dort seit Kurzem die Leiterin des neuen Amtes ist. Sie ist die Nachfolgerin von Johannes Kraus, der schon nach einem halben Jahr sein Arbeitsverhältnis wieder gekündigt hat.

„Wir sind jetzt gut aufgestellt“, sagt Scheubert

Scheubert, die zweieinhalb Jahre lang Integrationsbeauftragte war, ist selbst verblüfft, wie schnell das Amt für Migration Integration und Soziales gewachsen ist. Zu Beginn der großen Flüchtlingsaufnahme im Jahr 2015 sei sie noch ganz allein als Integrationsbeauftragte für Flüchtlinge in der Stadt zuständig gewesen. Inzwischen seien einige Mitarbeiter dazu gekommen. „Wir sind jetzt gut aufgestellt“, sagt sie.

Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass immer noch sehr viel Arbeit von den Ehrenamtlichen übernommen werde, sei es bei der Alltagsbegleitung. in der Kleiderkammer, beim Möbeltransport oder in den Sprachkursen. „Es gibt eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt“, sagt Scheubert. Sie lobt außerdem die neue Initiative des Arbeitskreises Asyl, in Ausbildungs- und Arbeitsfragen regelmäßige Beratungen anzubieten.

Jedem Zuwanderer helfen

Trotz des derzeitigen Hauptaufgabengebiets „Integration von Flüchtlingen“ weist Scheubert darauf hin, dass es auch andere Zuwanderer gebe, denen der Start in Filderstadt erleichtert werden müsse: „Wir haben hier Angehörige von 120 Nationen.“ Von dem Dolmetscher-Pool würden 30 Sprachen abgedeckt. Mit verschiedenen Kursen soll den Zuwanderern die Ankunft in Deutschland erleichtert werden.

Zu den Angeboten gehört vor allem Sprachunterricht: „Da setzen wir bereits bei den Kindern an.“ In spielerischer Weise werde Kleinkindern die deutsche Sprache bei der Veranstaltung „Gedichte für Wichte“ näher gebracht. Für Vier- bis Siebenjährige gebe es das mehrsprachige Vorlesen. Dabei lernen die Kinder auch etwas über ihre Herkunftsländer. Für Grundschüler wird eine Hausaufgabenbetreuung angeboten. Schließlich sei es ein großes Anliegen, vor allem Frauen mit Kindern Hilfe beim Deutschlernen zu geben, sagt Scheubert.