Flüchtlinge in Baden-Württemberg Anträge auf Asyl erreichen Rekord für 2015

Von red/lsw 

Noch nie haben so viele Menschen in Baden-Württemberg einen Antrag auf Asyl eingereicht, wie 2015. Die Zahlen stellte die Integrationsministerin am Mittwoch vor.

Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen. Foto: dpa
Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen.Foto: dpa

Stuttgart - Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr so viele Flüchtlinge aufgenommen wie nie zuvor. Es hätten hier rund 98 000 Flüchtlinge das erste Mal einen Antrag auf Asyl gestellt, teilte Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) am Mittwoch in Stuttgart mit. Im Vergleich zu 2014 sei das fast eine Verdreifachung. „Auch der bisherige Rekordzugang aus dem Jahr 1992 (51 609 Erstantragsteller) wurde damit weit übertroffen“, hieß es in einer Mitteilung. Die größten Gruppen machten Syrer (rund 35 900), Afghanen (rund 11 700) und Iraker (rund 10 700) aus.

Im Laufe des Jahres seien insgesamt rund 185 000 Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (Lea) untergekommen. Viele von ihnen hätten die Einrichtung aber nach kurzer Zeit wieder verlassen und seien in andere Bundesländer oder EU-Länder weitergereist. Insgesamt gibt es in den Lea nun rund 40 000 Plätze. Öney warnte: „Wenn der Zugang von Flüchtlingen im Tempo des vergangenen Jahres auch 2016 anhalten sollte, dann stoßen wir an Grenzen der Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft unserer Gesellschaft.“

Asylbewerber aus Nordafrika im Fokus

Derzeit rücken Asylbewerber aus Nordafrika in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Die Statistik weist für das vergangene Jahr 1577 Antragsteller aus Algerien und 649 Antragsteller aus Tunesien aus. Sie machen einen Anteil von 1,51 beziehungsweise 0,66 Prozent an der Gesamtzahl der Antragsteller aus. Die Zahl der Asylbewerber aus Marokko ist so gering, dass sie nicht gesondert in der Statistik erfasst wird, sondern unter „Sonstige“ fällt. Bei den Asylbewerbern aus Nordafrika handelt es sich überwiegend um sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge. Sie haben geringe Chancen, als Asylbewerber anerkannt zu werden.

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