Konzertlocation in Stuttgart Ins alte Zapata zieht neues Leben ein

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Exklusiv In den Räumen des ehemaligen Zapata entsteht eine neue Spielstätte. Von 2015 an sollen in Bad Cannstatt wieder Konzerte stattfinden. Die Betreiber der neu-alten Konzertlocation sind in der Pop- und Eventwelt keine Unbekannten.

Das im März 2013 geschlossene ehemalige Zapata soll von 2015 an zu neuem Leben erweckt werden. Welche Clubs in den vergangenen Jahren geschlossen wurden oder umgezogen sind, zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Zweygarth /Archiv 11 Bilder
Das im März 2013 geschlossene ehemalige Zapata soll von 2015 an zu neuem Leben erweckt werden. Welche Clubs in den vergangenen Jahren geschlossen wurden oder umgezogen sind, zeigen wir in der Fotostrecke.Foto: Zweygarth /Archiv

Stuttgart - Seit der verfrühten Schließung der Konzertlocation Röhre wegen des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 im Januar 2012 hatte die Landeshauptstadt bei Konzertveranstaltern keinen guten Ruf mehr: Viele Tournee-Agenten machten mit ihren Bands einen Bogen um Stuttgart, einige stuften die Stadt von der A- in eine B-Kategorie ab, weil es an geeigneten Auftrittsmöglichkeiten in der Kapazität von 500 bis 800 Besuchern fehlte. Damit könnte bald Schluss sein: Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung wird das Zapata auf dem Wizemann-Areal in Bad Cannstatt derzeit wieder in eine Spielstätte mit zwei Hallen mit 2200 und 700 Quadratmetern umgebaut. Das Ziel: im zweiten Quartal 2015 sollen hier wieder Konzerte stattfinden.

Hinter der neuen Konzertlocation stecken drei Unternehmen: die J. Wizemann GmbH, vertreten durch Constantin Wizemann, dem Besitzer und Betreiber des Areals. Die Firma Blue Estate, die das riesige Wizemann-Areal mit seinen 20 000 Quadratmetern verwaltet. Und eine neue Tochterfirma der Chimperator-Firmengruppe, die sich mit dem Künstler Cro einen Namen gemacht hat.

„Für uns soll das nicht nur ein neues Standbein werden, wir wollen dem Konzertstandort Stuttgart etwas zurückgeben. Wir sind in Stuttgart mit unglaublich tollen Veranstaltungen aufgewachsen und wollen diese Tradition nun fortführen“, sagt Steffen Posner, einer der Architekten hinter der Geschichte von Stuttgarts derzeit erfolgreichstem Pop-Export Cro. „Im Zapata sind schon früher namhafte Künstler aufgetreten, an diese Geschichte möchten wir anknüpfen, dabei die Art der Veranstaltungen aber auf ein anderes Level hieven“, ergänzt Constantin Wizemann.

Beim alten Zapata wurden viele Augen zugedrückt

Bei einer Ortsbegehung der traditionsreichen Hallen wird schnell klar, was für ein Dornröschen hier wachgeküsst werden soll. So viel Industrie-Charme wie an der Pragstraße findet man in Stuttgart sonst selten. Im Hinterhof des ehemaligen Zapata liegen drei riesige Waschbecken des Clubs auf dem Boden, die man auch gut zu Kinderschwimmbecken umfunktionieren könnte. Im Inneren finden sich Reste der alten Getränkekarte („Longdrinks sieben Euro“), ein Pfandrückgabe-Pfeil deutet auf einen stilisierten Jesus. „Die Ausschreibung zum Abriss der Wände, die nicht mehr gebraucht werden, ist bereits in vollem Gange“, sagt Axel Ramsperger, geschäftsführender Gesellschafter von Blue Estate.

Schaut man sich die Details des alten Zapata etwas genauer an, wundert man sich, dass der Veranstaltungsbetrieb in Bad Cannstatt so lange gut gegangen ist. Die Trennwände zwischen den Veranstaltungssälen sind mit Lehm gefüllte Paletten der Marke Eigenbau, die von den aktuellen Brandschutzbestimmungen in etwa so weit entfernt sein dürften wie der VfB Stuttgart von der Champions League. „Hier müssen wirklich viele Menschen viele Augen zugedrückt haben“, sagt Ramsperger. „Wir tüfteln schon lange an einer Planung, die genehmigungsfähig ist. Unsere Strukturierung und Herangehensweise ist eine ganz andere als beim alten Betreiber.“

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Zapata : Sehr gut, freue mich schon auf das neue "Zapata". Mir fehlt auch die Röhre doch sehr.

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