Menschenkette im Greutterwald In Reih und Glied durch das Naturschutzgebiet

Von Martin Braun 

Rund 200 Teilnehmer haben sich entlang des Vicinalwegs zwischen Stuttgart-Weilimdorf und Zuffenhausen aufgestellt. Mit der Menschenkette soll die Stadt zum Handeln in Sachen Greutterwald bewegt werden.

Kinderlachen und geschwätziges Treiben statt Feierabendverkehr im Naturschutzgebiet: Mit einer Menschenkette wurde für eine Sperrung des Vicinalwegs demonstriert. Foto: Braun
Kinderlachen und geschwätziges Treiben statt Feierabendverkehr im Naturschutzgebiet: Mit einer Menschenkette wurde für eine Sperrung des Vicinalwegs demonstriert. Foto: Braun

Weilimdorf/Zuffenhausen - Am Freitagnachmittag haben sich Anwohner und Naturschützer entlang des Vicinalwegs zwischen Weilimdorf und Zuffenhausen aufgestellt. Hintergrund ist die Forderung, dass der Vicinalweg durch das Naturschutzgebiet Greutterwald für den motorisierten Verkehr gesperrt wird. Unter anderem wird der Weg von Porsche-Mitarbeitern genutzt. Auf knapp 200 schätzt Initiator Peter Berg die Zahl der Teilnehmer am Freitag: Letztlich reichte das nicht ganz, um mit der Menschenkette das Naturschutzgebiet Greutterwald komplett zu durchqueren. Doch Berg ist froh, um jeden, der gekommen ist. „Sinn der Aktion ist, herauszustellen, dass wir nicht nur Porsche, sondern auch die Stadt in der Pflicht sehen, endlich zu handeln“, sagt er.

Die Stadt teilt derweil mit, dass der Vertrag, der vor Jahren mit SEL geschlossen wurde und das Durchfahrtsrecht im Naturschutzgebiet regelt, immer noch gelte. „Mittelfristig ist eine Aufhebung denkbar“, sagt Sven Matis, Pressesprecher der Stadt. Die Signale Porsches, ab 2017 auf die Nutzung des Vicinalwegs verzichten zu können, begrüße die Stadt. Ob der Artenschutz eine Sperrung des Wegs erfordere, solle ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten zeigen, mit dessen Ergebnissen aber erst Ende Juni zu rechnen sei, erklärt Matis.

Damit ist Peter Berg nicht ganz glücklich. Das bedeute eine Verzögerung, wo doch schnelles Handeln nötig sei: Erst in der vergangenen Woche habe er frühmorgens wieder ein Dutzend Frösche, darunter auch ein streng geschützter Springfrosch, vor dem Berufsverkehr gerettet. Nachdem die Pendler durch das Naturschutzgebiet gefahren waren, habe er auf dem Vicinalweg 20 tote Frösche eingesammelt, erzählt Berg. Nicht zuletzt deswegen hofft er, dass Nokia nicht auf dem Vertrag beharrt, den SEL 1963 mit der Stadt abgeschlossen hat. Der finnische Konzern hat Anfang des Jahres das SEL-Nachfolgeunternehmen Alcatel-Lucent übernommen – und damit auch das Durchfahrtsrecht durchs Naturschutzgebiet Greutterwald.

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